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Ich, Zeus, und die Bande vom Olymp Götter und Helden erzählen griechische Sagen von Schwieger, Frank (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.03.2018
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Ich, Zeus, und die Bande vom Olymp Götter und Helden erzählen griechische Sagen

Antike Mythologie mal ganz anders Jetzt reicht's! Seit beinahe 3000 Jahren erzählen sich die Menschen von den griechischen Göttern und Helden, was sie wollen. Aber jetzt soll endlich ans Licht kommen, wie es wirklich war. Dafür sorgen die Olympier und Heroen nun höchstpersönlich – von A wie Achill bis Z wie Zeus! Und so erfahren die Leser aus erster Hand, warum der große Held Achill in Mädchenkleidern herumläuft und Apoll einen Baum umarmt, was Beauty Queen Aphrodite und ein goldener Apfel mit dem trojanischen Krieg zu tun haben und warum Ariadne die Heulsuse von Naxos genannt wird – und natürlich auch davon, wo Big Boss Zeus bei all dem seine Hände mit im Spiel hat .... Frank Schwieger, geboren 1968, schreibt Kinder- und Jugendbücher, die meist in ferner Vergangenheit, besonders in der Antike spielen. Er hat Latein und Geschichte studiert und unterrichtet diese Fächer als Studiendirektor an einem Gymnasium in Schleswig-Holstein, wenn er nicht gerade beim Schreiben in ferne Vergangenheiten abtaucht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 09.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423434010
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Serie: dtv Junior
    Größe: 49189 kBytes
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Ich, Zeus, und die Bande vom Olymp Götter und Helden erzählen griechische Sagen

Dies ist meine Geschichte

Meine Mutter Thetis wollte so gerne einen unsterblichen Sohn haben. Du kannst das bestimmt verstehen: Alle Mütter sorgen sich um ihre Kinder. Da ist es am besten, wenn diese unsterblich sind, dann kann ihnen nichts passieren. Und dann bekam sie ein Kind nach dem anderen, insgesamt sieben. Natürlich wollte meine Mutter wissen, ob sie unsterblich waren. Und was hat sie gemacht, um das herauszufinden? Sie hat die Kleinen in einen Topf mit kochendem Wasser geworfen. Leider waren sie nicht unsterblich. Darum habe ich keine Geschwister. Vielleicht wäre ich etwas ruhiger geworden, wäre ich mit Geschwistern aufgewachsen. So als Einzelkind konnte ich ja immer tun und lassen, was ich wollte. Meine Mutter hat mir fast alles erlaubt, sie war ja so vernarrt in mich.

Wieso ich nicht in einen Kochtopf geworfen wurde? Mein Vater Peleus hat das verhindert. Er hatte genug davon, seine Kinder gleich nach ihrer Geburt wieder zu verlieren. Er freute sich auch über ein sterbliches Kind, wahrscheinlich weil er selbst ein Sterblicher war. Als Thetis mich zum Kochtopf schleppte, machte er ihr eine Riesenszene und riss mich aus ihren Händen. Gut, dass mein Vater sich damals durchgesetzt hat. Das kam leider nicht oft vor, meine Mutter ist ja eine Göttin, da hatte mein Vater nicht viel zu melden. Auf jeden Fall bewahrte er mich vor dem kochenden Wasser, dafür bin ich ihm wirklich dankbar.

Nun hatten die beiden endlich einen Sohn, auch wenn er sterblich war.

Meine Eltern hatten mich wirklich lieb, das kann ich dir sagen, meine Mutter sogar so sehr, dass sie wenige Tage nach meiner Geburt mit mir in die Unterwelt ging. Nein, nicht um mich dortzulassen, dann hätte sie mich ja gleich in den Kochtopf werfen können. Sie überredete Hades, den Gott der Unterwelt, sie zu den Ufern der Styx durchzulassen. Die Schatten der Toten müssen ziemlich gestaunt haben, als eines Tages eine Meeresgöttin mit einem Baby auf dem Arm mitten durch sie hindurchschritt. Keine Ahnung, was die Schatten gedacht haben. Können Schatten überhaupt denken?

Die Styx ist ein großer Fluss, musst du wissen, der durch das finstere Reich des Hades fließt. Wer in diesen Fluss eintaucht, wird unverwundbar. Soweit ich weiß, bin ich der einzige Mensch, der in diesem Fluss gebadet hat. Na ja, gebadet ist wohl der falsche Ausdruck, ich konnte ja noch nicht schwimmen. Meine Mutter packte mich an der linken Ferse und tauchte mich in das schwarze Wasser. Bestimmt habe ich laut geschrien. Aber wenigstens war es kein kochendes Wasser. Dummerweise hielt sie meine Ferse so fest, dass die mit dem Wasser nicht in Berührung kam. Darum ist meine linke Ferse die einzige Stelle an meinem Körper, an der ich verwundbar bin. Irgendwann als Junge merkte ich das und erzählte es meiner Mutter. Die meinte, dass das nicht so schlimm sei. Wegen einer verwundbaren Ferse würde ich schon nicht sterben.

Als ich sieben oder acht Jahre alt war, musste ich Phthia, die Hauptstadt unseres Reiches, verlassen. Ich sollte etwas lernen, zur Schule gehen. Als meine Eltern mir das erzählten, freute ich mich zunächst. Phthia ist, um ehrlich zu sein, ein langweiliges Kaff in den Bergen, ich wollte endlich mal etwas sehen von der Welt. Doch als mir meine Eltern sagten, wo ich zur Schule gehen sollte, zerplatzte meine Freude. Ich sollte in einen abgelegenen Winkel des Gebirges gehen und dort die Schule eines Kentauren besuchen.

Weißt du, was ein Kentaur ist? Ich hoffe nicht, dass deine Lehrer so aussehen. Ein Kentaur ist ein Pferd mit dem Oberkörper eines Mannes. Oder ein Mann mit dem Unterkörper eines Pferdes, also ein Mann mit vier Beinen, Hufen und einem Pferdeschwanz. Hübsch ist was anderes. Meine Mutter musste all ihre Überredungskünste aufwenden, um mich in diese Schule zu bringen. Als ich dann noch erfuhr, dass ich der einzige Schüler dieses Pferdelehrers sein sollte, verging mir auch die letzte Lust. Aber ich ging trotzdem, meinen Eltern zuliebe

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