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Rache und Rosenblüte von Ahdieh, Renée (eBook)

  • Erschienen: 16.03.2017
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
12,99 €
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Rache und Rosenblüte

Einhundert Leben für das eine, das du nahmst. Ein Leben bei jedem Sonnenaufgang. Gehorchst du auch nur an einem einzigen Morgen nicht, nehme ich deine Träume von dir. Ich nehme deine Stadt von dir. Und ich nehme von dir dieses Leben tausendfach.

Shahrzad und Chalid haben sich gefunden. Und obwohl ihre Gefühle füreinander unverbrüchlich sind, lauert da immer noch der Fluch, der dem jungen Kalifen auferlegt wurde. Sie wissen beide, dass diese Last ihrer gemeinsamen Zukunft im Weg steht. Und so verlässt Shahrzad den Palast. Sie verlässt Chalid. Aber kann sie einen Weg finden, ihre große Liebe nicht zu verlieren? Und kann sie verhindern, dass noch mehr Unschuldige sterben?

Produktinformationen

    Größe: 2138kBytes
    Herausgeber: Bastei Lübbe AG
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 432
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    ISBN: 9783732540013
    Erschienen: 16.03.2017
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Rache und Rosenblüte

Die Wasserlügen

E s war nur ein Ring.

Und dennoch bedeutete er ihr so viel.

So viel zu verlieren. So viel, für das es sich zu kämpfen lohnte.

Shahrzad hielt die Hand in einen Lichtstrahl. Der Ring aus mattem Gold blitzte zweimal auf, als ob er sie an seinen Gefährten erinnern wollte, weit über das Meer aus Sand.

Chalid.

Ihre Gedanken schweiften zu dem Marmorpalast in Ray. Zu Chalid. Sie hoffte, dass er bei Jalal war oder bei seinem Onkel, dem Shahrban .

Sie hoffte, dass er nicht allein war. Hilflos. Verzweifelt ...

Warum bin ich nicht bei ihm?

Sie presste die Lippen fest aufeinander.

Weil, als ich das letzte Mal in Ray war, Tausende von unschuldigen Menschen starben.

Und Shahrzad konnte nicht zurückkehren, bevor sie nicht eine Möglichkeit gefunden hatte, ihre Familie zu retten. Ihre Liebe. Und eine Möglichkeit, Chalids schrecklichen Fluch zu brechen.

Draußen hinter ihrem Zelt begann eine Ziege, fröhlich und unbekümmert zu meckern.

Ihr Zorn wuchs. Shahrzad warf ihre behelfsmäßige Decke zurück und griff nach dem Dolch neben ihrer Schlafstätte. Eine leere Drohung, aber sie wusste, sie sollte wenigstens den Anschein von Kontrolle wahren.

Als ob sie sie verspotten wollten, wurden die schrillen Klänge hinter ihrem Zelt noch beharrlicher.

Ist da eine ... Glocke?

Das kleine Biest da draußen hatte ein Glöckchen um den Hals! Und so sorgten das Klingeln und das Gemecker endgültig dafür, dass sie unmöglich wieder einschlafen konnte.

Shahrzad setzte sich auf, packte das juwelenbesetzte Heft ihres Dolches ...

Dann, mit einem entnervten Aufschrei, ließ sie sich auf die kratzende Wolle ihres Bettes zurückfallen.

Es ist ja nicht so, als ob ich wirklich schlafen könnte, so wie die Dinge liegen.

Nicht solange sie so weit weg von Zuhause war. So weit von dort, wohin ihr Herz sich sehnte.

Sie schluckte den Kloß hinunter, der sich plötzlich in ihrer Kehle gebildet hatte.

Mit dem Daumen strich sie über den Ring mit den beiden gekreuzten Schwertern - den Ring, den Chalid ihr erst vor vierzehn Tagen an ihre rechte Hand gesteckt hatte.

Genug. Mit diesem Unsinn erreiche ich nichts.

Wieder setzte sie sich auf, ihre Augen suchten die neue Umgebung ab.

Irsas Schlaflager war in einer Ecke des kleinen Zeltes ordentlich verstaut. Ihre kleinere Schwester war wahrscheinlich schon seit Stunden auf und hatte Brot gebacken, Tee gemacht und das Fell der erbärmlichen Ziege gebürstet.

Shahrzad lächelte fast, trotz allem.

Ihre Unsicherheit nahm mit der Dämmerung zu. Sie steckte ihren Dolch in den Hosenbund, dann stand sie auf. Jeder Muskel ihres Körpers schmerzte von der anstrengenden Reise und den schlaflosen Nächten.

Drei Nächte voller Sorge. Drei Nächte auf der Flucht aus einer Stadt, die in Brand gesteckt worden war. Eine nicht versiegende Quelle voller Fragen ohne Antworten. Diese drei langen Nächte voller Angst um ihren Vater, dessen zerschlagener Körper sich erst noch von den wie auch immer gearteten Verletzungen erholen musste, die er auf den Bergkuppen von Ray erlitten hatte.

Shahrzad atmete tief durch.

Die Luft hier war anders. Trockener. Frisch. Weichgezeichnete Lichtstäbe drangen schräg durch die Zeltsäume. Eine dünne Schicht feinen Treibsands bedeckte alles. Sie ließ ihre winzige Welt erscheinen, als sei sie mit schwarzem Diamantenstaub überzogen.

Auf einer Seite des Zeltes stand ein kleiner Tisch mit einem Porzellankrug und einer Kupferschale. Shahrzads spärliche Habseligkeiten waren daneben aufgestapelt, gewickelt in den fadenscheinigen Teppich, den ihr Musa Zaragoza vor einigen Monaten geschenkt hatte. Sie kniete sich vor den Tisch und füllte die Kupferschale mit Wasser, um sich zu waschen.

D

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