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Schwarze Lügen von Boie, Kirsten (eBook)

  • Erschienen: 15.05.2014
  • Verlag: Oetinger
eBook (ePUB)
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Schwarze Lügen

Wer hat Angst vor Melody? Ein fesselnder Kirsten-Boie-Krimi. Als ihr Stiefvater ihre Klarinette zerstört, reißt die 15-jährige Melody von zu Hause aus. Zur gleichen Zeit wird ihr Bruder beschuldigt, eine Bank überfallen zu haben û nicht zuletzt wegen seiner dunklen Hautfarbe. Was Melody nicht weiß: Die verschwundene Beute befindet sich in ihrer Tasche. Als der wahre Täter ahnt, wo das Geld sich befindet, wird es gefährlich, nicht nur für Melody, sondern für ihre ganze Familie. Ein spannendes Spiel mit kulturellen Voruteilen und genauem Blick für soziale Milieus, packend und unterhaltsam erzählt.
Kirsten Boie ist eine der renommiertesten, erfolgreichsten und vielseitigsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Sie wurde 1950 in Hamburg geboren, machte dort ihr Abitur und studierte Germanistik und Anglistik. Zwei Semester besuchte sie, gefördert durch ein Auslandsstipendium der Hamburger Universität, die Universität Southampton/Großbritannien. Nach dem ersten Staatsexamen in den Fächern Deutsch und Englisch promovierte sie im Fach Literaturwissenschaft über die frühe Prosa Bertolt Brechts. Sie arbeitete als Lehrerin in einem Gymnasium, wechselte auf eigenen Wunsch später an eine Gesamtschule. 1983 adoptierte sie mit ihrem Mann ihr erstes Kind. Auf Verlagen des vermittelnden Jugendamtes musste sie ihre Berufstätigkeit aufgeben, um sich ganz dem Kind widmen zu können. In dieser Zeit schrieb sie, inspiriert durch die eigene Situation, ihr erstes Kinderbuch mit dem Titel 'Paule ist ein Glücksgriff'. Ihr Debüt wurde ein beispielloser Erfolg ((Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis, Buch des Monats der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach; Ehrenliste des Österreichischen Staatspreises für Kinder- und Jugendliteratur). Und Kirsten Boie selbst erwies sich als Glücksfall für die deutsche Kinder- und Jugendliteratur. Inzwischen sind von Kirsten Boie weit mehr als hundert Bücher erschienen und in zahlreiche Sprachen übersetzt worden, Bücher, die keinen Zweifel daran lassen, dass die Autorin auf Seiten der Kinder steht. Dass sie dabei auch die Erwachsenen nicht vergisst, macht ihre Figuren so wahrhaftig und sympathisch, ihre Bücher so liebens- und lesenswert. Neben Kinder- und Jugendbüchern schreibt Kirsten Boie auch kleinere Drehbücher fürs Kinderfernsehen, außerdem Vorträge und Aufsätze zu verschiedenen Aspekten der Kinder- und Jugendliteratur. In den letzten Jahren unternimmt Sie zunehmend Reisen ins europäische und nichteuropäische Ausland im Auftrag des Goethe-Institutes. 2007 wurde sie für ihr Gesamtwerk mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises ausgezeichnet. Kirsten Boie lebt mit ihrem Mann im Einzugsbereich von Hamburg. Zwei Dinge sind Kirsten Boie beim Schreiben besonders wichtig: Zum einen, dass Literatur für Kinder immer auch Literatur sein sollte; zum anderen, dass darüber nicht vergessen wird, an wen sie sich richtet, dass sie also Literatur für Kinder ist: 'Bei dem Spagat zwischen beiden Anforderungen rutsche ich sicherlich einmal mehr zur einen, einmal zur anderen Seite hin aus. Aber hier die richtige Balance zu suchen, ist es gerade, was das Schreiben für Kinder für mich so aufregend macht.' www.kirsten-boie.de

Produktinformationen

    Größe: 1330kBytes
    Herausgeber: Oetinger
    Untertitel: Ein Kriminalroman
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 368
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783862741144
    Erschienen: 15.05.2014
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Schwarze Lügen

Der erste Tag
1.
Bevor Melody ins Treppenhaus trat, warf sie einen letzten Blick über den Platz vor der U-Bahn. Die Sonne brannte auf die unebenen Platten und ließ die Kaugummipunkte noch schwärzer wirken. Neben dem Supermarkt lehnten drei junge Männer mit Zigaretten in den Fingern an einer besprayten Mauer und prosteten sich mit ihren Bierdosen zu. Es war so heiß, dass Melody sie beinahe verstehen konnte.
"Fast wie zu Hause diesen Sommer!", hatte Mama gesagt und ihr großes Lachen gelacht.
Hier ist zu Hause, hatte Melody gedacht und gesagt: "Aber nur fast!"
Sie drückte auf den Fahrstuhlknopf. In der Kabine stand die warme Luft, aber es stank nicht mehr als sonst nach Dingen, über die sie nicht nachdenken wollte. Außerdem war der Weg in den siebten Stock nicht lang.
Soppy riss von innen die Wohnungstür auf. "Ich hab dir was gemalt!", schrie sie und war schon wieder in der Küche verschwunden.
"Hattet ihr schon Probe?", fragte Amadeus und steckte den Kopf aus der Kinderzimmertür.
Es war eine Erleichterung, dass der Arsch nicht da war, aber wenn er schon nachmittags verschwand, mussten sie meistens hinterher dafür zahlen.
"Heute Nachmittag erst", sagte Melody und legte den Schulrucksack auf die Werbezeitungen auf dem Küchentisch. "Wer nimmt dann Soppy?"
"Meine Bilder!", brüllte Soppy und zerrte an einer Zeitung, dass sie riss. "Doofe! Du hast meine ganzen Bilder zerknickelt!"
Natürlich hatte sie wieder alle freien Ränder bekritzelt, und gleich würde sie von Melody wissen wollen, was das merkwürdige rosa Monster sein sollte, das sie neben die Anzeige eines Supermarktes gezeichnet hatte, oder das komische viereckige Teil mit den blauen Kreisen, sag doch mal, Melly ? Und wenn Melody dann nicht gleich erkannte, dass das Monster die nette Frau aus dem türkischen Gemüseladen nebenan war und der Kasten das Müllauto, würde Soppy wütend werden.
"Entschuldige tausendmal, Zwergenfrau!", sagte Melody und verbeugte sich tief.
Soppy kicherte.
Es wäre gut, wenn sie in den Kindergarten dürfte, dachte Melody. Mit anderen Kindern spielen und richtiges Malpapier zum Malen haben, nicht bloß die Zeitungsränder. Aber solange der Arsch darüber bestimmen konnte, legte er das Geld natürlich anders an. Wie heute Nachmittag.
"War noch mal Probe?", fragte Mama auch. Sie schlüpfte in ihre Schuhe. Sobald die Großen da waren, konnte sie zur Arbeit gehen.
"Mhm", sagte Melody. Mama musste nicht wissen, dass sie heute Nachmittag noch mal los musste, wenn Amadeus auch unterwegs war. Sie hatte so schon Sorgen genug.
"Ich bin so stolz!", sagte Mama.
Dass Melody das Solo spielen würde, stand schon lange fest. Trotz der unsäglichen Klarinette. Sie holte tief Luft. Das jetzt würde schwierig werden.
"Du bist mir doch nicht böse ...", sagte sie. "Ich wollte fragen, ob ... Es ist mir eigentlich lieber, wenn ihr heute Abend alle nicht kommt, Mama. Ich bin sowieso schon so aufgeregt. Und wenn ich euch dann noch im Publikum sehe ..."
Mama sagte nicht: Aber wir können uns doch ganz hinten hinsetzen! Sie zuckte nicht einmal zusammen. Nur für einen winzigen Augenblick verengten sich ihre Augen. Dann strich sie Melody zärtlich über den Kopf, wie sie das sonst nur noch bei Soppy tat. Mama durfte das.
"Ich kann ja auch von hier aus stolz auf dich sein, Melly", sagte sie und lächelte.
Sie weiß schon ganz gut, warum ich sie

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