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18, pleite und planlos, aber immerhin sehen wir gut dabei aus von Brömme, Bettina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.02.2017
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
10,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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18, pleite und planlos, aber immerhin sehen wir gut dabei aus

Franzi und ihre Mädels sind endlich 18! Aber irgendwie hatten sie sich
das Erwachsensein anders vorgestellt. Die Liebe ist immer noch ein
großes Rätsel, die Zukunft ein schwarzes Loch und für alles soll man
plötzlich selbst Verantwortung übernehmen. Auf Youtube wollen sie
Jüngere 'vorwarnen', dass 18 werden nicht so cool ist, wie man denkt.
Vor allem Franzi ist voll in ihrem Element, als der Channel wächst und
wächst. Doch dann überschatten die Probleme der analogen Welt den
Spaß an den Videos und Franzi muss sich entscheiden, was sie will...

Bettina Brömme wurde 1965 (rund und gesund) in Karlsruhe geboren, lebt mit ihrer Familie (glücklich) in München-Bullerbü. Nach (mäßigem) Abitur und (blaublutlastigem) Zeitschriftenvolontariat beim Burda-Verlag in Offenburg absolvierte sie (gemütlich) ein Diplomstudium der Germanistik, Journalistik und Kunstgeschichte in Bamberg. Dann (anstrengende) Ausflüge in die Filmproduktionswelt, (langjährige) zum Fernsehen und seit 1998 ist sie (gelegentlich pausierende) Schriftstellerin und (wiederkehrende) Autorin für TV, Hörfunk und Print, die sich die Adjektive nicht so recht abgewöhnen kann.

Foto © Anna Iding

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 312
    Erscheinungsdatum: 09.02.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401806815
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 1175 kBytes
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18, pleite und planlos, aber immerhin sehen wir gut dabei aus

2
Die coolste Kanal-Geburt

D as Schwierigste ist, diesen ekligen Kotzegeruch aus der Nase zu kriegen. Verströmt nicht sogar der dampfende Cappuccino, den die Bedienung gerade vor mich stellt, noch unangenehme Düfte? Mein Magen hebt und senkt sich hektisch. Ich nehme schnell einen großen Schluck und ignoriere, dass der Kaffee viel zu bitter schmeckt. Zucker kann ich nirgends entdecken.

"Mädels, ist das eine Scheiße", sinniert Jella und rührt in ihrer Tasse. Alwa lässt das angebissene Croissant sinken und sieht ihre Schwester verwirrt an.

"Was jetzt genau?"

"Na, 18 zu sein", sagt Jella und trinkt etwas. "Bisher nichts als Ärger, oder? Findet ihr nicht?"

Mai stöhnt und nickt. Sie hat sich ein Müsli bestellt, schiebt aber nur mit dem Löffel die Haferflocken von einer Ecke in die andere. Ich glaube, sie hat bisher keinen Bissen runterbekommen. Was ich gut verstehe.

Wir haben es im Hochgeschwindigkeitstempo von etwas über einer Stunde geschafft, die Wohnung zumindest oberflächlich von all den Spuren und dem Müll der letzten Nacht zu befreien. Nur das Sofa war nicht ganz zu retten. Immerhin fanden sich in der Küche Gummihandschuhe und Alwa hat es tatsächlich über sich gebracht, das verstopfte Waschbecken zu reinigen. Sie sieht immer noch etwas blass aus. Wie wir alle, vermutlich.

"Tja", nehme ich Jellas Gedanken auf. "Irgendwie hast du recht. 18-sein ist echt Kacke. Das kann doch nicht normal sein, was da in der letzten Zeit passiert ist. Als ob so eine göttliche Kommission uns die Aufgabe gestellt hat, erst einmal zu beweisen, dass wir es würdig sind, erwachsen zu sein."

Alwa lacht bitter auf und nickt. Erschöpftes Schweigen legt sich über unsere Runde. Vermutlich denken wir alle Ähnliches.

Alwa war die Erste von uns, die 18 wurde. Jella genau genommen natürlich auch. Aber Alwa, die großen Wert darauf legt, dass sie die ältere Schwester ist, hat nicht einmal im selben Jahr Geburtstag wie Jella. Sie ist am 31. Dezember ganz kurz vor Mitternacht geboren und Jella ganz kurz danach - im neuen Jahr. Lena, ihre Mutter, erzählt gerne, dass die Hebamme schummeln und Jellas ersten Schrei ins alte Jahr zurückdatieren wollte. Aber der frisch gebackene Zwillingsvater wollte das um keinen Preis - er war sich damals schon sicher, dass seine Töchter eben etwas Besonderes waren. Offensichtlich fand er vor allem die Arbeit, die ein Zwillingspaar bedeutet, so besonders, dass er sich keine zwei Jahre später aus dem Staub machte und nie wieder etwas von sich hören ließ. Daher gab es zum 18. weder ein Auto noch Tickets für eine Weltreise, so etwas kann sich eine alleinerziehende Mutter wie Lena natürlich nicht leisten. Die Party fiel entsprechend bescheiden aus. Außerdem - auch wenn sie das nach 18 Jahren ja gewohnt sind - gehen die Geburtstage meiner beiden Freundinnen im Silvester-Trubel sowieso immer etwas unter. Noch dazu kam, dass Alwa mal wieder Streit mit Yannis hatte, der ihr vorwarf, ihre Schwester sei ihr wichtiger als er. Diese hanebüchene Aussage wiederum speiste sich aus der Tatsache, dass sich Jella in den Kopf gesetzt hatte, dieses eine spezielle Silvester nicht mit billigem Prosecco, sondern mit echtem Champagner zu feiern. Und obwohl der von Aldi kam, sprengten die acht Flaschen ihre finanziellen Möglichkeiten erheblich. Was Alwa dazu veranlasste, ihr Geld zu leihen - Geld, dass sie eigentlich für ein paar Tage Skifahren mit Yannis gespart hatte. Als Jella dann noch mit einem viel zu teuren, wenn auch atemberaubenden Kleid auf ihrer eigenen Geburtstagsfeier auftauchte, machte Yannis einen weiteren Riesenaufstand und Alwa schloss sich fast zwei Stunden beleidigt im Badezimmer ein. Ob eine der Flaschen Champagner ihr dabei die Zeit verkürzte, kann ich nicht genau sagen. Jella nervte Alwas Rumgezicke und so lieferten sich erst die Schwestern durch die geschlossene Badtür ein Wortgefecht, anschließend Jella und Yannis (die Worte "Weichei", "Memme"

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