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Das Geheimnis der Jadefigur von Mouchard, Christel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.03.2014
  • Verlag: Verlag Urachhaus
eBook (ePUB)
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Das Geheimnis der Jadefigur

Mit 15 in ein Waisenhaus? Oder zu der Schreckschraube von einer Tante? Hölle und Verwesung! - nicht die querköpfige Nina! Sie befindet sich auf der Überfahrt zu ihrem Vater nach Indochina, als sie erfährt, er sei plötzlich gestorben. Nun beschließt sie, in das Haus ihres Vaters zu ziehen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Ihren Koffer vertauscht sie gegen den einer Mitreisenden, denn eine Damengarderobe ist wichtig, wenn man 1912 als vollmündiges Fräulein durchgehen will. Nur leider rutscht ihr allzu oft ihr Lieblingsfluch über die Lippen! Die Erste, die ihre Maskerade durchschaut, die junge Annamitin Tam, wird glücklicherweise ihre treueste Freundin. Denn Nina landet mitten in der mörderischen Jagd auf eine geheimnisvolle Jadefigur, die sich im Haus ihres Vaters befindet ... Und die verliebten Blicke des Chinesen Wenji - meinen sie die 21-Jährige oder die wirkliche Nina? Christel Mouchard, geboren 1954, arbeitete als Journalistin für eine historische Zeitschrift, bevor sie ins Verlagswesen wechselte. Sowohl in ihren Büchern für Erwachsene als auch in ihren Jugendromanen schildert sie das Leben mutiger, idealistischer, oft in fernen Kulturen lebender Frauen, die sich jenseits aller Normen für ihre Ziele einsetzen: Entdeckerinnen, abenteuerlustige Reisende, Frauen auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück oder dem der anderen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 05.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783825160197
    Verlag: Verlag Urachhaus
    Originaltitel: Le secret de la dame de Jade
    Größe: 1277 kBytes
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Das Geheimnis der Jadefigur

Miss Melly

"Raten Sie, wie alt ich bin!"

Miss Melly antwortete nicht sofort. Sie betrachtete das junge Mädchen, das auf dem riesigen Ozeandampfer an der Reling lehnte. Nina war groß, genauso groß wie sie. Aber ihre rundlichen Wangen, ihre roten Zöpfe und ihre Kniestrümpfe ließen sie aussehen, als käme sie direkt aus der Grundschule.

"Du bist ein lustiges kleines Mädchen!", amüsierte sich Miss Melly. " Kleines Mädchen ", brummte Nina. "Passen Sie auf, was Sie sagen: Ich bin fünfzehn Jahre alt!"

Sie kniff die Augen zusammen, um das Gesicht der jungen Frau besser zu ergründen. Der Seewind zwang Miss Melly, mit der einen Hand ihren Hut und mit der anderen die Falten ihres Kleides zusammenzuhalten. Es war einer dieser riesigen Hüte, die man in jenem Jahr 1912 trug. Nina träumte davon, einen zu besitzen, doch sie war noch zu jung dafür. Sie durfte nur Kleider mit Matrosenkragen tragen, die bis zu den Waden reichten. Ihr eigener Hut glich einer Kuchenform, die von einem Band zusammengehalten wurde.

"Und Sie?", fragte sie. "Wie alt sind Sie?"

Miss Melly lachte laut auf.

"Nun bist du dran! Rate!"

"Sie sind Lehrerin. Lehrer sind ..."

Nina hätte beinahe gesagt: "Lehrer sind immer alt." Doch sie wollte ausnahmsweise nicht unverschämt sein. Sie hatte gerade Miss Mellys Bekanntschaft gemacht, und sie mochte sie gern, diese Lehrerin.

Miss Melly und Nina teilten sich auf dem Passagierdampfer eine Kabine mit zwei Kojen, unfreiwillig. Sie hatten sich nicht gekannt, bevor sie an Bord des Schiffes gegangen waren, und beide hatten einfach nicht genügend Geld, um sich eine Einzelkabine leisten zu können.

Miss Melly war als Erste an Ort und Stelle eingetroffen. Nachdem sie ihr Schminktäschchen neben die Waschschüssel aus Emaille gestellt hatte, hatte sie ihre Bücher auf dem kleinen Regal an der Wand neben dem Bullauge aufgereiht. Dann wurde die Tür geöffnet und vor ihr stand eine Schülerin mit Zöpfen und Matrosenkragen, die ihren Kleidern ein Stück weit entwachsen war.

"Puh, das ist aber warm hier!", hatte das Mädchen ausgerufen, während ein Träger ihren Reisekoffer in einer Ecke der Kabine neben dem von Miss Melly abstellte.

Sie war über das Alter ihrer Kabinengenossin erstaunt, gleichzeitig aber auch erleichtert: Es wäre einfacher, die Kabine mit einem Kind als mit einer alten Dame zu teilen.

Doch eine halbe Stunde später hatte sie ihre Meinung geändert. Nina hatte ihren Reisekoffer geöffnet und sich damit beschäftigt, ein Sommerkleid auszuwählen. Die Hälfte ihrer Kleidungsstücke war in der Kabine verteilt; überall lag etwas herum, auf der Bettdecke, auf dem Garderobenständer, auf der Waschschüssel und sogar auf dem Griff des Bullauges! Nina war dabei, das Band ihres Hutes unter dem Kinn zuzubinden, als Miss Melly die Stirn runzelte und mit einem autoritären Zeigefinger auf die Unordnung zeigte.

"Ich bitte dich, deine Kleider wegzuräumen, bevor du die Kabine verlässt."

Nina hatte sich nicht aus der Fassung bringen lassen – sie ließ sich nie aus der Fassung bringen.

"Ich wette, dass Sie Lehrerin sind!", hatte sie schlagfertig geantwortet.

"Und ich wette, dass du ein Faulpelz bist!"

Sie hatten sich einige Sekunden lang mit Blicken gemessen, beide gleicherm

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