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Das Geheimnis der weißen Mönche von Schröder, Rainer M. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.06.2014
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Das Geheimnis der weißen Mönche

Der junge Jakob Itllmann hat den todkranken Bruder Anselm ins Kloster Himmerod gebracht. Nicht in seinen kühnsten Träumen hätte er sich ausgemalt, in welche Gefahr er sich damit begibt. Denn einige sehr ehrgeizige Kirchenmänner wollen wissen, was ihm der sterbende Bruder Anselm anvertraut hat - doch Jakob ist völlig ahnungslos, nach welcher Information sie suchen ... Rainer M. Schröder, 1951 in Rostock geboren, in Ostberlin aufgewachsen und mit seiner Familie kurz vor dem Bau der Mauer in den Westen geflohen, absolvierte parallel zum Abitur eine dreijährige Operngesangsausbildung in Düsseldorf. Nach zwei Jahren bei der Luftwaffe und Tätigkeit als Lokalreporter bei einer Düsseldorfer Tageszeitung studierte Rainer M. Schröder Jura sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Köln. Kurze Gastspiele als Autor für das Stadttheater in Nürnberg und als Verlagslektor folgten. Seit 1977 arbeitet er als freischaffender Schriftsteller. Nach ersten Bucherfolgen ließ sich Rainer M. Schröder 1980 mit seiner Frau Helga in den USA nieder und verbrachte die nächsten Jahre auf seiner Farm in der Halbwildnis von Süd-Virginia am Smith Mountain Lake als Autor und Hobbyfarmer. Von dort führten ihn zahlreiche Abenteuerreisen in viele Teile der Welt. Heute zählt Rainer M. Schröder zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftstellern von Jugendbüchern sowie historischen Gesellschaftsromanen für Erwachsene. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet - unter anderem im Oktober 2005 mit dem 'Buxtehuder Bullen'. Das Ehepaar Schröder lebt in Woodstock, Georgia, USA.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 25.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401803531
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 1664 kBytes
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Das Geheimnis der weißen Mönche

Erstes Kapitel

Zitternd vor Kälte und Erschöpfung, stand Jakob in der stürmischen Februarnacht und rang nach Atem, während der Himmel in wildem Zorn Blitze wie Speere aus gleißendem Licht nach ihm schleuderte. Ein böiger Wind schlug ihm den Regen, der halb Schnee und halb Hagel war, wie eine Peitsche aus messerscharfen Eisschnüren schmerzhaft ins Gesicht.

Sie würden beide elendig in dieser eisigen Sturmnacht zu Grunde gehen, wenn das Kloster nicht bald auftauchte! Jakob war am Ende seiner Kraft und konnte den einachsigen Eselskarren mit der Last des alten Mönches nicht länger ziehen! Er hatte in den Händen, die wie festgefroren um die Deichsel des Karrens und den ledernen Zuggurt lagen, kaum noch Gefühl.

Wieder erhellte ein Blitz für kurze Momente die Finsternis der Nacht, die ihm wie der schwarze, gierige Schlund des Verderbens vorkam. Jakob konnte erkennen, dass der schlammige Pfad vor ihm auf die Kuppe eines sanft ansteigenden Hügels führte. Ein mächtiger Eichenbaum mit ausladender Krone erhob sich auf der kleinen Anhöhe, die wie der Rest des Eifellandes unter einer knöcheltiefen Decke alten, harschen Schnees lag. Dahinter zeichnete sich ein Waldstück ab, schwarz wie ein Henkerstuch und abweisend wie eine Wand aus Festungspalisaden.

An jedem anderen Tag wäre es für Jakob ein Leichtes gewesen den Eselskarren mit dem eingefallenen, alten Mönch den Hügel hochzuziehen, in dieser Nachtstunde jedoch bewirkte der Anblick der Steigung, dass ihn ein Gefühl der Verzweiflung und des zornigen Aufbegehrens gegen ein allzu ungnädiges Schicksal überkam.

"Ich kann nicht mehr!", schrie er in die Nacht hinaus, als dem Blitz nun ein scharfer Donner folgte, der wie das Krachen von Kanonen über das bergige Eifelland rollte. Er hatte Tränen der Erschöpfung in den Augen. "Ich will nicht mehr! Ich habe mich genug geplagt!" Und in Gedanken stieß er eine lästerliche Verwünschung aus. Verflucht sei der Morgen vor drei Tagen am Laacher See, als er sich hatte beschwatzen lassen dem alten Kuttenträger seine Dienste zu verkaufen!

Jakob wandte sich um und warf einen gehetzten Blick auf das gekrümmte Bündel, das unter zwei räudigen Pferdedecken auf den Brettern seines Wagens lag. Deichsel und Zuggurt entglitten seinen kraftlosen Händen und fielen in den Schlamm des aufgeweichten Weges.

Mit tauben Fingern zog er die nassen Decken über dem Kopf des alten Mannes zurück. Er konnte dessen ausgezehrtes Gesicht in der Öffnung der Kapuze nicht sehen, doch er spürte, dass die Augen des Klosterbruders ihn anblickten, und er hörte ihn etwas murmeln.

Jakob beugte sich zu ihm hinunter. "Ich kann nicht weiter. Es tut mir Leid, ich bin am Ende meiner Kräfte, Bruder Anselm", sagte er keuchend und dachte an den versprochenen Lohn. Der Mönch hatte einen kleinen Beutel um den Hals hängen, in dem Jakob vor drei Tagen den verlockenden Klang von Münzen vernommen hatte.

"... heilige Jungfrau ... an dem Busen der Gottesmutter ..." Bruder Anselm stieß die Worte abgehackt hervor und war offensichtlich nicht mehr fähig einen ganzen Satz zu formulieren. "... auch die grässlichste Schuld ... barmherzige Aufnahme ... Hort der Gnade und Sicherheit ... mich ihr anvertrauen ... Ihr Angesicht ... dein Erbarmen ... deine Huld ..." Er versuchte sich aufzurichten, fiel jedoch mit einem schwachen Stöhnen sofort wieder auf die harten Bretter zurück.

"Schon gut, schon gut, der Herr wird sich Eurer gewiss erbarmen", antwortete Jakob und berührte die Stirn des alten Mönches. Er zuckte zurück, als hätte er eine feuerrote Herdplatte berührt. Der Mann glühte vor Fieber!

Dem Mönch war nicht mehr zu helfen! Er war schon so gut wie tot. Es machte also keinen Sinn mehr, sich weiter mit ihm abzuplagen. Bruder Anselm würde ihn bloß noch mit sich ins Grab ziehen, wenn er sich seiner Last nicht endlich entledigte. Der kranke Mönch war für ihn zu einem lebensbedrohlichen Ballast geworden, denn wer weiß, wie weit es

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