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Der durch den Spiegel kommt von Boie, Kirsten (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.01.2014
  • Verlag: Verlag Friedrich Oetinger
eBook (ePUB)
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Der durch den Spiegel kommt

Fantastisch Boie! Das Abenteuer hinter dem Spiegel Anna kann es kaum glauben: Sie soll der Auserwählte sein? Der Kühne Kämpfer aus der Prophezeiung, der das Land-auf-der-anderen-Seite von Evil dem Fürchterlichen erlösen wird? Sie ist doch erst zehn Jahre alt, nicht mal sehr groß für ihr Alter und besonders mutig auch nicht. Schuld daran ist der magische Spiegel, den sie zufällig gefunden hat. Doch dann verliert sie ihn in der Parallelwelt und nun muss sie den Kampf gegen Evil aufnehmen. Denn sonst wird ihr der Rückweg für immer versperrt bleiben. Neuausgabe des vielfach ausgezeichneten Kinderromans: ein fantastisches Abenteuer mit einer realistischen Heldin.

Kirsten Boie ist eine der renommiertesten, erfolgreichsten und vielseitigsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Sie wurde 1950 in Hamburg geboren, machte dort ihr Abitur und studierte Germanistik und Anglistik. Zwei Semester besuchte sie, gefördert durch ein Auslandsstipendium der Hamburger Universität, die Universität Southampton/Großbritannien. Nach dem ersten Staatsexamen in den Fächern Deutsch und Englisch promovierte sie im Fach Literaturwissenschaft über die frühe Prosa Bertolt Brechts. Sie arbeitete als Lehrerin in einem Gymnasium, wechselte auf eigenen Wunsch später an eine Gesamtschule. 1983 adoptierte sie mit ihrem Mann ihr erstes Kind. Auf Verlagen des vermittelnden Jugendamtes musste sie ihre Berufstätigkeit aufgeben, um sich ganz dem Kind widmen zu können. In dieser Zeit schrieb sie, inspiriert durch die eigene Situation, ihr erstes Kinderbuch mit dem Titel 'Paule ist ein Glücksgriff'. Ihr Debüt wurde ein beispielloser Erfolg ((Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis, Buch des Monats der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach; Ehrenliste des Österreichischen Staatspreises für Kinder- und Jugendliteratur). Und Kirsten Boie selbst erwies sich als Glücksfall für die deutsche Kinder- und Jugendliteratur. Inzwischen sind von Kirsten Boie weit mehr als hundert Bücher erschienen und in zahlreiche Sprachen übersetzt worden, Bücher, die keinen Zweifel daran lassen, dass die Autorin auf Seiten der Kinder steht. Dass sie dabei auch die Erwachsenen nicht vergisst, macht ihre Figuren so wahrhaftig und sympathisch, ihre Bücher so liebens- und lesenswert. Neben Kinder- und Jugendbüchern schreibt Kirsten Boie auch kleinere Drehbücher fürs Kinderfernsehen, außerdem Vorträge und Aufsätze zu verschiedenen Aspekten der Kinder- und Jugendliteratur. In den letzten Jahren unternimmt Sie zunehmend Reisen ins europäische und nichteuropäische Ausland im Auftrag des Goethe-Institutes. 2007 wurde sie für ihr Gesamtwerk mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises ausgezeichnet. Kirsten Boie lebt mit ihrem Mann im Einzugsbereich von Hamburg. Zwei Dinge sind Kirsten Boie beim Schreiben besonders wichtig: Zum einen, dass Literatur für Kinder immer auch Literatur sein sollte; zum anderen, dass darüber nicht vergessen wird, an wen sie sich richtet, dass sie also Literatur für Kinder ist: 'Bei dem Spagat zwischen beiden Anforderungen rutsche ich sicherlich einmal mehr zur einen, einmal zur anderen Seite hin aus. Aber hier die richtige Balance zu suchen, ist es gerade, was das Schreiben für Kinder für mich so aufregend macht.' www.kirsten-boie.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 29.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862740741
    Verlag: Verlag Friedrich Oetinger
    Größe: 2252kBytes
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Der durch den Spiegel kommt

2. Das Kaninchen

Draußen fing es gerade an, dämmrig zu werden. Auf dem Spielplatz haben die Mütter ihre kleinen Kinder eingesammelt und vom Bolzplatz kamen die Rufe der Jungs. Die Menschen waren unterwegs von ihrer Arbeit nach Hause und die große Straße war voller Autos. Da hab ich gewusst, dass ich zum Supermarkt nicht einfach so rüberrennen kann, wie ich es sonst manchmal tue, sondern dass ich den ganzen Weg bis zur Ampel gehen muss, wenn mir mein Leben lieb ist. Und ich hab gedacht, dass Mama es sich ja mal wieder einfach gemacht hat, sie sitzt da oben gemütlich in der Wohnung und ich muss den ganzen weiten Weg bis zum Supermarkt gehen.

Ich bin also über den Rasen gelaufen, weil das eine Abkürzung ist, wenigstens ein bisschen. Obwohl Kinder nicht auf den Rasen sollen, das steht extra auf den Schildern, die unten im Hauseingang hängen. Der Rasen ist nur für die Schönheit da. Aber jetzt war es ja schon dämmrig, da konnte mich vielleicht keiner sehen.

Zuerst bin ich also ganz normal gegangen, ein bisschen trödelig sogar. So ganz große Lust hatte ich ja nun auch nicht zum Einkaufen. Aber als ich in der Mitte zwischen den Häusern auf dem Rasen angekommen bin, ungefähr da, wo das große Gebüsch ist, hat es plötzlich ausgesehen, als ob die Dämmerung noch dichter geworden wäre. So schnell wird es bei uns sonst eigentlich nicht dunkel.

Ich hab einen Schrecken gekriegt, weil ich doch im Dunkeln draußen immer Angst habe und mein Trostlied summen muss, und außerdem erlaubt Mama mir sonst auch gar nicht, dass ich dann rausgehe. Aber heute hatte sie wohl nicht richtig aufgepasst, und ich hab gedacht, wenn ich nicht anfange zu rennen, ist es stockfinstere Nacht, bevor ich wieder zu Hause bin. Da hat es richtig ein bisschen in meinem Magen gezogen und ich habe mein Trostlied noch lauter gesummt.

Und dann habe ich es gesehen. Neben der großen Birke hat es gehockt, nicht weit vom Gebüsch, und es ist überhaupt gar nicht weggerannt, als ich gekommen bin, und es hat einfach ganz still dagesessen. Als ob es mich erwartet hätte. Da bin ich vor Verblüffung erst mal stehen geblieben.

Natürlich gibt es manchmal Kaninchen bei uns in der Siedlung, die gibt es ja überall, wo Rasen ist und ein paar Büsche wachsen. Im Frühling liegen sie manchmal totgefahren auf der Straße, das sind die Babykaninchen, die sich noch nicht auskennen und nicht wissen, wie gefährlich es ist auf der Welt.

Aber niemals bleiben sie still sitzen, wenn man in ihre Nähe kommt, nicht mal, wenn man ihnen eine Karotte hinhält. Immer rennen sie weg, weil sie Angst haben vor Menschen. Und Kinder sind ja natürlich auch welche. Menschen, meine ich.

Darum war ich so erschrocken, dass dieses Kaninchen dagesessen hat, als ob es mich erwartet. So still sitzen Tiere ja nur, wenn sie tollwütig sind, das hat Mama mir erklärt, als wir im letzten Sommer einmal im Wald spazieren waren, und dass man ihnen dann nicht zu nahe kommen darf. Weil sie sonst beißen, und dann kriegt man selber die Tollwut. Und das ist keine schöne Krankheit.

Darum hab ich überlegt, ob ich überhaupt näher rangehen soll an das Kaninchen oder ob ich nicht lieber doch gleich zum Supermarkt flitze. Das Kaninchen hat aber so still dagesessen und immer zu mir hingeguckt, dass ich gedacht habe, vielleicht hat es ja gar keine Tollwut. Vielleicht hat es sich irgendwo verletzt und kann nicht mehr hoppeln. Weil es in eine Scherbe getreten ist, zum Beispiel. Und nun wartet es darauf, dass jemand es zum Tierarzt bringt. Obwohl Kaninchen ja vielleicht nicht mal wissen, dass es Tierärzte gibt. Jedenfalls wilde Kaninchen nicht.

Ich bin also ganz vorsichtig noch einen Schritt näher gegangen u

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