text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der letzte Code Ein Roman über die Geschichte der Zivilisation von Schneider, Gerd (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.08.2013
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
11,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der letzte Code

Erst ist es nur ein Spiel, das Tamas eines Nachts an seinem Computer beginnt. Doch dann wird die Welt im Spiel realer als die Wirklichkeit und Tamas muss sich entscheiden, wie weit er gehen will, um ein Mädchen zu retten, das vielleicht nur online existiert. Als Avatar reist er durch die Zeiten, lernt als Schüler der großen Philosophen, kämpft als Gladiator und versteht: Fantasie und Willenskraft bringen den Menschen voran. Sie sind der Code zur Weiterentwicklung der Menschheit. Doch ist Tamas' Fantasie, ist sein Wille stärker als das Spiel? Gerd Schneider wurde 1942 geboren und arbeitete nach seinem Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft als Journalist. Seit 1980 schrieb er zahlreiche Romane, Sachbücher und Fernsehdrehbücher. Seit seinem Studium beschäftigte er sich intensiv mit der Person Franz Kafkas. Eine seiner vielen anderen großen Leidenschaften war das Schachspiel, das er Kindern und Jugendlichen viele Jahre lang im Schachunterricht an Schulen und in Vereinen vermittelte. Gerd Schneider starb im Sommer 2016. Foto © Sabine Saam 2010

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 05.08.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401802978
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 16045 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Der letzte Code

Willst du ein Spiel spielen, Tamas?



Reale Zeit: Sonntag, 24. Oktober, 19.00 Uhr
Realer Ort: Thalstatt, Reihenhaus am Südpark 49, Kellerwohnung // Studentenbistro RADSCHU

Der Spiele-Entwickler

Tamas ist unruhig. Soll er sein Spiel ankündigen oder nicht? Es ist das erste, das er entwickelt hat. Genau genommen ist es nur der Trailer dazu, den er zeigen kann. Vor lauter Nervosität fängt er an, seinen Arbeitsplatz aufzuräumen. Er ordnet DVDs in den Ständer, Bücher und elektronische Einzelteile des Rechners, den er gerade zusammenbaut, ins Regal. Einige Zeitschriften wirft er in den Papierkorb. Die Gitarre stellt er in eine andere Ecke. Er geht in seinem ausgebauten Keller hin und her, sieht dabei sein schmales, leicht nach vorne gekrümmtes Spiegelbild auf dem großen Bildschirm, der drei Viertel der Wand einnimmt. Er hebt die Hand, winkt sich zu, wie um sich Mut zu machen.

Ein Plink kündigt eine Nachricht an. Er klickt auf den Chat-Button. "Willst du ein Spiel spielen, Tamas?", liest er. Absender: "Pandora".

"Nein, will ich nicht. Keine Zeit. Wer bist du überhaupt? Woher weißt du meinen Namen?", schreibt Tamas. Wer will ihn da hochnehmen?

In diesem Augenblick springt sein schwarzer Kater durch das gekippte Fenster zwischen die Rechner und maunzt laut.

"Hey Billy, Zeit für dein Fressen. Verstehe."

Tamas steht auf und holt die Dose Katzenfutter aus dem Kühlschrank. Er füllt den Napf. Der Kater frisst ihn hungrig leer und legt sich satt und zufrieden auf seinen warmen Platz zwischen die Rechner.

"Egal, wer das ist, ich zeig erst mal mein Spiel", sagt sich Tamas in einem plötzlichen Entschluss, als seine Nervosität etwas nachgelassen hat. "Mehr als verreißen können sie die Idee nicht!" Er gibt die Daten für den Games-Chat 04/Beginners ein. Hier stellen freie Spiele-Entwickler ihre Kreationen vor. Agenten der Profis und Spiele-Schmieden haben ein wachsames Auge auf das Forum. Manchmal hatte ein Neuer Glück und seine Idee wurde gekauft.

Tamas meldet sich mit seinem Chat-Namen: Helsing .

Helsing: "Hi zusammen. Will jemand den Trailer für ein neues Spiel sehen?"

Lingus: "Klar. Wie heißt es?"

Helsing: "Die Eroberung von Dark-County."

Whisper: "Nicht besonders originell!"

Helsing: "Ist der Arbeitstitel für meine erste Arbeit."

Xabu: "Wie lang?"

Helsing: "Drei Minuten."

Lingus: "Lass sehen!"

Tamas startet den Trailer seines Spiels.

Man erkennt Häuserschluchten an einem Flussufer.

Ein Titel wird eingeblendet:

Gitarren-Riffs untermalen die Szene.

Schneeflocken trudeln zwischen den Fassaden zu Boden. Der Blick folgt ihnen in die Tiefe. Unten lungern abgerissene Gestalten zwischen brennenden Mülltonnen und Autowracks. Wilde Hunde schleichen lautlos an den Wänden entlang. Schüsse peitschen, ein raketengleiches Gefährt donnert durch die Gasse und schleudert die Müllsucher zur Seite.

Gitarren-Musik. Ein Hilfeschrei.

Stimme: "Dark-County, vergessener Teil der Welt, beherrscht vom Clan der alten Teufel."

Xabu: "Die Story kommt mir irgendwie bekannt vor."

Lingus: "Ja, Mann, nicht besonders originell."

Pitti: "Viel zu dunkel und unruhig das Bild. Kaum was zu erkennen."

Helsing: "Vielleicht seht ihr's euch erst mal bis zum Ende an!"

Neue Szene.

Reiter auf Flammenpferden haben am anderen Ufer Aufstellung genommen. Auf ein Zeichen des Anführers galoppieren sie auf die Brücke, die nach Dark-County führt.

Pitti: "Sind das die alten Teufel?"

Xabu: "Sehen harmlos aus."

Solar11: "Wie Kinderspielzeug."

Tamas ist beleidigt. Er kann Kritik nicht vertrage

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen