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Die Magie der Namen Roman von Gozdek, Nicole (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2016
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Die Magie der Namen

Der 16-jährige Nummer 19 träumt insgeheim davon, als Erwachsener ein Held und bedeutender Name zu werden. Die 19 hat ihm in seinem Leben bisher kein Glück gebracht. Doch als der Tag der Namensgebung endlich gekommen ist, lösen sich seine Hoffnungen in Unglauben auf. Er erhält einen Namen, den keiner zu kennen scheint. Wer ist dieser Tirasan Passario, dessen Namen er für den Rest seines Lebens tragen wird? Nur das große Namensarchiv in der Hauptstadt Himmelstor kann ihm Auskunft geben. Gemeinsam mit dem Krieger Rustan Polliander und dessen Freunden macht er sich auf in die weit entfernte Stadt. Doch die Reise entpuppt sich als gefährlicher als erwartet. Namenlose und dunkle Verfolger trachten der Gruppe nach dem Leben. Und auch sein eigener Name hält noch einige Überraschungen für Tirasan bereit ... In Buxtehude, wo sich Hase und Igel gute Nacht sagen, nahm auch Nicole Gozdeks Leidenschaft für phantastische Geschichten ihren Anfang. Nach dem Germanistik- und Romanistikstudium mit Schwerpunkt auf Literatur und einem Abstecher in die Buchbranche arbeitet sie heute als Online Marketing Managerin. Mit ihrem All-Age-Fantasyroman "Die Magie der Namen" gewann sie 2015 den ersten #erzählesuns-Award des Piper Verlags und 2017 den Deutschen Phantastik Preis für das beste Romandebüt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 01.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492973182
    Verlag: Piper Verlag
    Serie: Die Magie der Namen Bd.1
    Größe: 2604 kBytes
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Die Magie der Namen

1 Die Namensgebung

Der Name ist der Schlüssel zur Seele.

Ich war an diesem Frühlingsmorgen in dem Wissen aufgewacht, dass es der bedeutendste Tag in meinem Leben sein würde. Heute würde ich offiziell für volljährig erklärt werden. Heute würde ich endlich meinen Namen bekommen und erfahren, wer ich war.

Aufgeregt stand ich im Festsaal meiner Schule und saugte die Eindrücke in mich auf. Der Raum war anlässlich des besonderen Ereignisses feierlich geschmückt mit den Wappen der größten Dynastien des Landes. Blumensträuße in allen Ecken ergänzten die festliche Dekoration und verströmten einen warmen Geruch, der für mich Hoffnung versprach.

Endlich würde alles anders werden.

Mein Herzschlag pochte so laut in meinen Ohren, dass er sogar das Geschnatter der anderen Schüler neben mir übertönte. Ich konnte mich nicht richtig auf ihre Gespräche konzentrieren, mir ihre Spekulationen, Hoffnungen und Träume oder manchmal sogar Ängste anhören. Dies war für alle Schüler der Frühlingsgruppe 1276 in Tummersberg ein wichtiger Tag. In Kürze würden wir nicht länger als bloße Nummern gelten, gleich würden wir endlich unsere Namen erfahren.

"Was passiert, wenn wir keinen Namen haben?", fragte Nummer 7, ein schmächtiger Junge mit schwarzen Haaren und Pickeln, ängstlich.

Nummer 2, der wie immer vor Selbstbewusstsein strotzte, lachte auf. "Jeder hat einen Namen, du Dummkopf!" Er musterte Nummer 7 verächtlich. "Aber ich wette, in deinem Fall ist es ein unbedeutender. Stell dir vor, du bist ein Bedduar und musst ab morgen jeden Tag über die Felder laufen, um Getreide auszusäen oder zu ernten! Ich würde mich umbringen vor lauter Scham!"

Nummer 2 lachte laut und Nummer 9 schloss sich ihm an. Beim Klang ihres Lachens drehte ich mich unwillkürlich zu der Gruppe um und starrte die Kontrahenten an.

Das Gesicht von Nummer 7 war vor Scham knallrot angelaufen, während Nummer 2 die Aufmerksamkeit genoss, die ihm dank seines Spotts zuteilwurde. Hin und wieder blickte er zu Nummer 1 hinüber, einem schlaksigen, blonden Jungen, der mit einem abwesenden Gesichtsausdruck zu den Ehrengästen auf der anderen Seite des Festsaals starrte. Er schien auf jemanden zu warten und hatte nicht mitbekommen, wie sein bester Freund wieder einmal einen ihrer Klassenkameraden piesackte.

Ich mochte Nummer 2 nicht und hielt mich daher meistens von der Gruppe um ihn herum fern, zu der neben Nummer 1 auch die beiden Mädchen Nummer 9 und Nummer 5 gehörten.

Laut Gesetz war jedes Kind ohne Namen nur eine Nummer und jede Nummer war genauso viel wert wie die anderen. Ich hatte allerdings festgestellt, dass das in der Wirklichkeit ganz anders aussah. Es gab große Nummern, Mitläufer-Nummern und unwichtige Nummern, genauso wie dies für Namen in der Welt der Erwachsenen galt. Und wenn du eine wichtige Nummer warst, wurdest du von den Lehrern und Mitschülern anders behandelt als eine unwichtige Nummer. Und ratet mal, was ich war ...

"Nummer 7 ist kein Bedduar", sagte plötzlich jemand und ich erkannte verdrossen, dass es meine eigene Stimme war. So viel also zu meinem Vorsatz, mich nicht mehr einzumischen, wenn Nummer 2 sich wieder einmal aufspielen wollte. Leider ging mir der dunkelhaarige Junge mit seiner großen Klappe nur so sehr auf die Nerven, dass ich mich jedes Mal wieder von ihm ärgern ließ.

"Hast du etwas gesagt, Nummer 19?", fragte er sofort mit einem hämischen Grinsen. "Unser Streber weiß mal wieder alles besser, wie? Hast wohl schon heimlich im Vorfeld mit der Ellusan gesprochen, um zu erfahren, wer du bist, was? Und? Aus wie vielen Teilen besteht dein Name? Fünf?"

"Nur nicht aufregen!", schalt ich mich. Dennoch konnte ich nicht verhindern, dass ich mich bei der Beleidigung verkrampfte.

Wichtige Persönlichkeiten hatten einen Namen, der aus zwei Teilen bestand. Manchmal bekamen sie noch einen dritten Teil hinzu, wenn sie ein wichtiges Amt innehatten, so wie bei

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