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Die Medici-Chroniken (3). Das Erbe des Clans von Schröder, Rainer M. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.01.2013
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Die Medici-Chroniken (3). Das Erbe des Clans

Intrigen, Verschwörungen und Betrug sind Alltag in der Welt der reichen Fabrikanten und Bankherren im Florenz der Medici. Noch nicht einmal vor Mord schrecken die Habgierigsten zurück. Das muss auch die junge Francesca erfahren, die nur mit knapper Not einem brutalen Anschlag entkommt. Die Spur der feigen Mörder führt Francesca in allernächste Nähe des Zentrums der Macht. Doch das Schicksal der Medici und ihrer Gefolgschaft ist längst besiegelt. Rainer M. Schröder, 1951 in Rostock geboren, in Ostberlin aufgewachsen und mit seiner Familie kurz vor dem Bau der Mauer in den Westen geflohen, absolvierte parallel zum Abitur eine dreijährige Operngesangsausbildung in Düsseldorf. Nach zwei Jahren bei der Luftwaffe und Tätigkeit als Lokalreporter bei einer Düsseldorfer Tageszeitung studierte Rainer M. Schröder Jura sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Köln. Kurze Gastspiele als Autor für das Stadttheater in Nürnberg und als Verlagslektor folgten. Seit 1977 arbeitet er als freischaffender Schriftsteller. Nach ersten Bucherfolgen ließ sich Rainer M. Schröder 1980 mit seiner Frau Helga in den USA nieder und verbrachte die nächsten Jahre auf seiner Farm in der Halbwildnis von Süd-Virginia am Smith Mountain Lake als Autor und Hobbyfarmer. Von dort führten ihn zahlreiche Abenteuerreisen in viele Teile der Welt. Heute zählt Rainer M. Schröder zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftstellern von Jugendbüchern sowie historischen Gesellschaftsromanen für Erwachsene. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet - unter anderem im Oktober 2005 mit dem 'Buxtehuder Bullen'. Das Ehepaar Schröder lebt in Woodstock, Georgia, USA.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 584
    Erscheinungsdatum: 15.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401802619
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 9492 kBytes
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Die Medici-Chroniken (3). Das Erbe des Clans

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Lorenzo de' Medici, der Erste Bürger und ungekrönte Fürst von Florenz, stöhnte auf vor Schmerz, als er vor dem Altar der Hauskapelle auf die Kniebank sank und ein feuriger Stich durch seine Hüfte jagte. Er war noch keine vierzig und trotzdem litt er schon stärker unter der Geißel der Gicht als sein Vater und sein Großvater. Langsam, aber unaufhaltsam raubte sie ihm die Beweglichkeit und machte ihn zum Krüppel.

Aber wenn es nur die Gicht, die immer größer werdende Atemnot und die anderen körperlichen Beschwerden gewesen wären, die ihn quälten und manche Nacht um den Schlaf brachten, hätte er sich nicht beklagen wollen. So wie er sich auch zeit seines Lebens nicht darüber beklagt hatte, dass es ihm an Geruchssinn fehlte, dass seine Nase breit und platt war, dass er grobe Züge und wulstige Lippen besaß und dass er zudem auch noch mit einer hohen nasalen Stimme geschlagen war. Denn all das hatte ihn nicht daran gehindert, das Haus Medici zu größter Macht und grandezza zu führen, sodass er von weiten Teilen der Bevölkerung als Lorenzo der Prächtige gerühmt und verehrt wurde.

In dieser Stunde war ihm jedoch sehr wohl nach Klagen zumute. Ein berittener Bote hatte vor gut zwei Wochen ein Schreiben des Heiligen Vaters aus Rom überbracht. Die Wünsche von Innozenz VIII. waren eindeutig, auch wenn er sie in allerlei blumige Artigkeiten verpackt hatte. Nun wurde es Zeit, dass er dem Heiligen Vater seine Entscheidung mitteilte. Sein Sekretär wartete seit Tagen, dass er seine Unterschrift und sein Siegel unter das vorbereitete Antwortschreiben nach Rom setzte.

Noch konnte er den Brief zerreißen. Aber durfte er sich dem Wunsch des Papstes widersetzen? Wenn es doch nur um den Kredit in Höhe von gut dreißigtausend Florin gegangen wäre!

Lorenzo de' Medici faltete die gichtigen Hände und richtete im Licht der zwei einsam brennenden Kerzen auf dem Marmorblock des Altars seinen Blick auf den Gekreuzigten. Er wusste nicht recht, worum er bitten und beten sollte. Hatte er denn eine andere Wahl?

Herr, barmherziger Heiland, gib mir die Einsicht in die Notwendigkeit und die Kraft, das Richtige mit Demut zu tun und darin Deinen Willen zu sehen!

Die Welt, seine Welt war voller Neider und Feinde und sie hatten es vom ersten Tag seiner Herrschaft an darauf abgesehen, ihn um die Früchte seiner Arbeit, seiner Regentschaft zu bringen. So mancher Hasserfüllte hegte in seinem schwarzen Herzen Umsturzpläne und würde ihn lieber heute als morgen hinterrücks ermordet sehen.

Es reichte nicht, dass er als oberster Pate der Stadt von allen hofiert, respektiert und auch gefürchtet wurde und von gekrönten Häuptern wie ein Gleichgestellter, wie ein richtiger Fürst behandelt wurde. Über die accoppiatori, die Wahlleiter, gelang es ihm zwar, die ärgsten Feinde des Hauses Medici aus den höchsten Staatsämtern fernzuhalten, aber es wäre falsch, wenn er sich deshalb in Sicherheit wähnen würde.

Er war ein König ohne Krone, ein Herrscher ohne Thron, der am Tage seines Ablebens seinem Sohn Piero einen Erbanspruch auf die Macht im Staat hinterlassen wollte. Deshalb musste er seine Augen überall haben, hinter den Kulissen unablässig die Fäden ziehen und verlässliche und dauerhafte Allianzen schmieden.

Mochte man ihm auch nachsagen, seit der heimtückischen Ermordung seines jüngeren Bruders Giuliano sei er von krankhaftem Argwohn besessen und vermute selbst dort Feinde und Intrigen, wo keine zu finden waren, er tat gut daran, in seinem Argwohn niemals müde und nachlässig zu werden.

Wer eine freie Stadt wie Florenz auf Dauer beherrschen wollte, durfte sich nie sicher fühlen, sondern musste seine Vormachtstellung durch Wachsamkeit sichern und durch einen beständigen Wechsel seiner Mittel. Sich in allen Schichten ein möglichst weit gespanntes Netz von Abhängigen verschafft zu haben, denen er irgendeinen Gefallen getan hatte un

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