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Die Prophezeiung von Hohlbein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.12.2016
  • Verlag: Verlag Carl Ueberreuter
eBook (ePUB)
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Die Prophezeiung

Vor mehr als dreitausend Jahren verdammte der sterbende Pharao Echnaton seinen Mörder zu ewigem Leben. Dieses düstere Vermächtnis zieht seinen magischen Bogen bis in die heutige Zeit. Der junge Aton ist ausersehen, Echnatons Fluch aufzuheben und gegen jene dunklen Mächte zu kämpfen, die das verhindern wollen. Und so steht er in der entscheidenden Nacht im Land der Pyramiden der ägyptischen Götterwelt gegenüber ... Wolfgang Hohlbein wurde 1953 in Weimar geboren. Gemeinsam mit seiner Frau Heike verfasste er 1982 den Fantasy-Roman "Märchenmond", der den Fantasy-Wettbewerb des Verlags Carl Ueberreuter gewann. Das Buch verkaufte sich bislang weltweit 4,5 Millionen Mal und beflügelte seinen Aufstieg zum erfolgreichsten deutschsprachigen Fantasy-Autor. Wolfgang Hohlbein lebt mit seiner Familie in der Nähe von Düsseldorf.G

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 478
    Erscheinungsdatum: 08.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783764191689
    Verlag: Verlag Carl Ueberreuter
    Größe: 1498 kBytes
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Die Prophezeiung

Prolog

Fast alle seine Krieger waren tot. Und die wenigen, die noch am Leben waren, würden in wenigen Augenblicken sterben und keine Macht des Himmels konnte sie noch retten. Die Feinde waren zu übermächtig - auf einen seiner Krieger kamen zehn von ihnen, ein Verhältnis, gegen das aller Mut und alle Tapferkeit nichts nutzten. Er wusste es. Hier oben, zwischen den sonnendurchglühten, geborstenen Felsen der Schlucht, in die er sich geflüchtet hatte, war die Luft erfüllt gewesen von Staub, dem scharfen Schweiß von Mensch und Tier, dem Klirren von Waffen und den dumpfen Lauten zusammenprallender Körper, in das sich gellende Schmerz- und Todesschreie mischten .

Aber nun war der Höhepunkt überschritten und aus dem verbissenen Ringen derer, die geschworen hatten, sein Leben mit den ihren zu verteidigen, war längst ein verzweifeltes Rückzugsgefecht geworden; ein Kampf, der keinem anderen Zweck mehr diente als dem, den Feind aufzuhalten, einige wenige Augenblicke mehr Leben für ihn selbst, nach denen ihn nichts anderes erwartete als ein schmachvoller Tod .

Echnaton wusste es. Vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben als Mensch und Gott, als Herrscher über Ägypten und als Stellvertreter des einen und einzigen Gottes war ihm seine eigene Sterblichkeit wirklich bewusst geworden; nicht die Vorstellung des Todes als abstrakter Begriff, als etwas, was irgendwann und irgendwo einmal geschehen würde, sondern hier und jetzt. Er spürte keine Angst. Vielleicht weil er sofort begriffen hatte, dass es kein Entkommen geben würde, als er das gewaltige Heer sah, das der Verräter aufgeboten hatte, um ihn zu vernichten. Aber er fühlte keine Angst .

Nur Verbitterung und Schmerz .

Und eine tiefe, mit Zorn gemischte Enttäuschung, dass dies nun alles gewesen war, ein grausamer Tod in dieser sonnendurchglühten Wüste .

Er wusste nicht, warum er sterben musste .

Er wusste nicht, wer seine Mörder waren, und vielleicht war das das Schlimmste: sterben zu sollen ohne zu wissen, warum, ohne sich einer Schuld bewusst zu sein. All diese Männer, die den Eid, den sie ihm geschworen hatten, nun auf so grausame Weise einlösten, mussten sterben, ohne dass er einen Grund dafür hätte nennen können, ohne dass er seine Mörder auch nur kannte .

Echnaton schleppte sich weiter durch den schmalen Felsspalt nach oben. Das grelle Sonnenlicht machte ihn fast blind. Jeder Schritt war eine größere Anstrengung als der davor, jeder Atemzug eine Qual, der kleine feurige Schmerzpfeile durch seinen Körper schießen ließ. Er wusste, dass er die Anstrengung nicht mehr lange ertragen würde. Er war kein starker Mann. Anders als die anderen Pharaonen vor ihm war er selten auf die Jagd gegangen und hatte niemals an einem Kriegszug teilgenommen, ja, seinen Palast in Achet-Aton während der letzten fünf Nilschwemmen nicht einmal mehr verlassen. Vielleicht rächte sich dieses Versäumnis jetzt. Hinter ihm lag nichts als die sonnenverbrannte Wüste, aber ein wirklich kräftiger Mann hätte es vielleicht geschafft, sich nach Theben durchzuschlagen, der Hauptstadt des Kelches, die das Ziel seiner Reise gewesen war. Echnaton überlegte, ob sie vielleicht nicht nur das Ziel seiner Reise, sondern auch der Grund für diesen heimtückischen Überfall war. Er hatte mit vielen alten Regeln gebrochen beim Aufbau seines neuen Königreiches, nicht nur die alten Götter, sondern auch ihre Priester erzürnt und er war nicht ganz so einfältig, wie viele glaubten: Natürlich wusste er, dass viele seines Volkes insgeheim noch der alten Religion und dem alten Irrglauben anhingen, und es waren einflussreiche Männer darunter, Priester und Generäle. Aber es gab keinen unter ihnen, denen Echnaton einen Aufstand zutraute oder gar den Mord an einem Pharao! Hätte er noch die Kraft dazu gehabt, dann hä

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