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Drachenglut von Stroud, Jonathan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.11.2018
  • Verlag: cbt Jugendbücher
eBook (ePUB)
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Drachenglut

Zwei Brüder im Kampf gegen das Böse
Als der 12-jährige Michael sich an einem heißen Sommernachmittag in den Hügeln herumtreibt, ahnt er nicht, dass tief darunter seit Jahrhunderten ein gewaltiger Drache ruht. Gebannt dorthin durch ein keltisches Steinkreuz. Doch nun regt sich der Drache - er ergreift von Michael Besitz und nicht nur von ihm! Die Drachenjünger drohen, in dem kleinen Dorf die Macht zu übernehmen. Michael zur Seite steht allein sein Bruder, der ihn retten möchte. Ein atemberaubender Kampf zwischen Gut und Böse beginnt ...

Jonathan Stroud wurde in Bedford geboren. Er arbeitete zunächst als Lektor. Nachdem er seine ersten eigenen Kinderbücher veröffentlicht hatte, beschloss er, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er wohnt mit seiner Frau Gina und den gemeinsamen Kindern Isabelle, Arthur und Louis in der Nähe von London.
Berühmt wurde er durch seine weltweite Bestseller-Tetralogie um den scharfzüngigen Dschinn Bartimäus, dessen Abenteuer in Das Amulett von Samarkand, Das Auge des Golem, Die Pforte des Magiers und Der Ring des Salomo erzählt werden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 12.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641229214
    Verlag: cbt Jugendbücher
    Originaltitel: Buried Fire
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Drachenglut

2

Pfarrer Tom Aubrey war ein vielbeschäftigter Mann. Noch vor Anbruch des Abends musste er eine Sitzung des Kirchengemeinderats leiten, am Kaffeekränzchen des Frauenvereins teilnehmen und die undichten Rohre in der Jungentoilette der Sonntagsschule inspizieren. Weil er so schwitzte, freute er sich auf keine dieser Aufgaben. Das lag ganz schlicht daran, dass heiße Sommer und steife Pfarrerkragen nicht zusammenpassen. Der enge weiße Kragen schnürte ihm die Kehle zu und wirkte in doppelter Hinsicht wie eine Schlinge: Der Schweiß tropfte von oben darauf und die aufsteigende Körperhitze fand keinen Ausgang. Der Kragen kniff und juckte und wurde zum Ärger von Pfarrer Aubrey zudem immer viel zu schnell schmutzig.

Er saß auf dem Sessel in seinem kleinen weißen Büro hinter der Sakristei und kratzte sich äußerst sorgfältig im Nacken. Vor ihm auf dem Schreibtisch starrte ihn ein hoher Stapel von kirchlichen Rundbriefen anklagend an und wollte gelesen werden. Sein Blick glitt zur obersten Seite und wurde dabei glasig. Durch die Spalten der Jalousie hinter ihm drangen zusammen mit den Sonnenstrahlen die Stimmen der Arbeiter auf dem Kirchhof, der Lärm ihrer Radios und das Geräusch ihrer Spaten.

Pfarrer Aubrey seufzte und aus dem Seufzer wurde ein Gähnen.

Es blieb lediglich eine halbe Stunde bis zum Beginn der Sitzung mit dem Finanzausschuss der Kirchengemeinde, und er musste noch die Anmerkungen des Küsters dazu lesen. Widerstrebend blätterte er in den Papieren und suchte nach dem Bericht. Dabei hob er zufällig seine Augen ein wenig höher und erhaschte einen Blick auf sein Spiegelbild im Bürospiegel, eingerahmt von den Garderobenhaken mit den Soutanen und Talaren, die er nur selten trug. Er betrachtete sein Spiegelbild und fragte sich, was Sarah wohl denken würde, wenn sie ihn jetzt sehen könnte.

Sah er gut aus? Vielleicht.

Verstrubbelt? Bestimmt.

Brauchte er dringend eine Dusche und frische Klamotten? Aber klar.

Es klopfte an der Tür.

Pfarrer Aubrey senkte den Kopf und beschäftigte sich mit dem zuoberst liegenden Papier.

"Herein!", rief er, als wäre er gerade sehr beschäftigt.

"Tom ..." Elizabeth Price, die Kirchenvorsteherin, streckte ihren Kopf durch den Türspalt. "Der Vorarbeiter möchte dich sprechen - wenn du nicht zu sehr beschäftigt bist. Bist du zu beschäftigt, Tom?"

"Viel zu beschäftigt", sagte Pfarrer Aubrey. "Aber ich komme gleich. Was ist es denn diesmal?"

"Weiß ich nicht genau. Sie haben was gefunden. Sie wollen mir nicht sagen, was es ist, aber sie arbeiten nicht weiter, deshalb solltest du lieber kommen und dich drum kümmern."

"Zweifellos nur der Vorwand für eine Teepause. Na gut, dann wollen wir uns mal ansehen, um was es geht."

Sie nahmen den längeren Weg durch das Hauptschiff, weil der Seiteneingang durch die Geräte der Arbeiter blockiert war. In der Kirche von St. Wyndham war es nie warm, dennoch fühlte Tom die nachmittägliche Hitze immer noch gnadenlos von außen drücken. Alle zehn Schritte schossen Sonnenlichtkegel durch die Buntglasfenster herunter, angefüllt mit lautlosen Spiralen aus tanzendem Staub. Seltsamerweise erinnerte sich Tom plötzlich an ein Gedicht.

Er sagte: " Liebe hieß mich willkommen: doch meine Seele zog sich zurück, schmutzig von Staub und Sünde ... Na ja, und heute handelt es sich bloß um Staub und Hitze. Es ist ein Wunder, dass wir nicht ersticken."

Eine alte Frau saß in der letzten Bankreihe vor der Tür. Tom beäugte sie im Näherkommen misstrauisch. Er war erst seit drei Monaten in St. Wyndham, und er hatte nur drei Tage gebraucht, um Mrs Gabriel kennenzulernen und sie unsympathisch zu finden. Wie immer trug sie ihren dicken roten Schal und einen missbilligenden Gesichtsausdruck. Tom zwang sich zu einem freundlichen Lächeln und versuchte erfolglos, ungeschoren an ihr vorbeizukommen.

"Schämen Sie sich denn nicht, Herr Pfarrer?" Sie sah stur geradeaus

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