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Ein Teil von uns von Gembri, Kira (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.03.2016
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Ein Teil von uns

Ein Draufgänger, der sich von einem Risiko ins andere stürzt - das wäre der 19-jährige Aaron gerne. Stattdessen sitzt er seit seinem Nierenversagen fünfzehn Stunden pro Woche im Krankenhaus und erlebt Abenteuer nur im Kopf. Nia hingegen kann auf Abenteuer gut verzichten. Vor lauter Angst, ihre strengen Eltern zu enttäuschen, geht sie lieber gar keine Risiken mehr ein. Klar, dass es nicht gerade Liebe auf den ersten Blick ist. Aber keiner von beiden hätte sich je träumen lassen, dass ein Streit im Krankenhaus sie zum Abenteuer ihres Lebens führen könnte - und bis ans andere Ende der Welt ... Kira Gembri wurde 1990 als zweità ltestes von fà nf Kindern in Wien geboren. Dieser schà nen Stadt blieb sie auch nach dem Abschluss ihres Masterstudiums der Vergleichenden Literaturwissenschaft treu. Wenn sie nicht gerade mit ihrer kleinen Tochter auf dem Teppich herumrollt, mehr schlecht als recht Cello spielt, ihrem Kater - einem charakterlichen Doppelgà nger von Simonâ??s Cat - hinterherjagt oder in einem der Bà cher schmà kert, die sich in ihrer Wohnung stapeln, gilt ihre Leidenschaft dem Schreiben humorvoller und romantischer Geschichten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 328
    Erscheinungsdatum: 02.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401806006
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 866 kBytes
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Ein Teil von uns

Nia

Es ist fünf Uhr morgens, als mir auffällt, dass sich Paragraf irgendwie auf Schaf reimt. Trotzdem wird der Plural anders gebildet. Ich kann also höchstens Paragrafen zählen und nicht Paragrafe, um einzuschlafen. Aber nützen wird mir das auch nichts.

Sobald ich diesen genialen Gedankengang zu Ende geführt habe, wird mir klar, dass mein Gehirn wirklich eine kleine Ruhepause gebrauchen könnte. Probehalber schließe ich die Lider, aber es ist, als wären sie mit Gummibändern an meinen Augenbrauen befestigt: Sofort schnellen sie hoch und ich starre wieder an die morgengraue Decke. Machen wir also das Beste daraus.

Stumm rattere ich den Lernstoff des vergangenen Tages herunter, allgemeines Schuldrecht, Paragrafen zweihunderteinundvierzig und fortfolgende des Bürgerlichen Gesetzbuchs. A hat an B einen Gebrauchtwagen verkauft und dabei fahrlässig übersehen ... A liefert B einen Schrank und beschädigt dabei ... A schuldet B 1000 Euro und hat trotz mehrmaliger Aufforderung ...

B, du Dummkopf, wann begreifst du, was für ein Halsabschneider A ist?

Als ein Klappern durch die Tür dringt, fahre ich erleichtert vom Bett hoch. Eben ist meine Mutter an meinem Zimmer vorbeigekommen und das bedeutet: Es ist endlich Zeit zum Aufstehen. Jetzt muss ich nicht länger so tun, als ob, und etwas erzwingen, worauf ich gar keinen Einfluss habe - von nun an läuft wieder alles nach Plan. Ich warte, bis auf dem Flur Stille eingekehrt ist, und husche dann ins Bad. Nur mit Mühe kann ich meine äußere Erscheinung von todmüde in verschlafen umwandeln. Das ständige Herumwälzen hat aus meinen lockigen Haaren ein einziges rotes Chaos gemacht, das ich nun zu einem Knoten zusammendrehe. Wieder zurück in meinem Zimmer stehe ich einen Moment lang grübelnd vor den beiden Blusen, die ich gestern Abend an die Tür meines Kleiderschranks gehängt habe. Ich brauche sie nicht zu probieren, um zu wissen, dass die eine zu lang und die andere um die Brust herum zu knapp ist. Ich bin eigentlich nicht dick, also jedenfalls nicht übergewichtig, und wenn ich meine Pfunde auf längeren Beinen spazieren tragen dürfte, würde man mich wohl als kurvig bezeichnen. Aber bei mir verteilt sich alles auf knapp einen Meter sechzig - und deshalb erinnert das weniger an Kate Upton als vielmehr an Babyspeck. Schließlich entscheide ich mich für den Schlabber-Look und kann nur hoffen, darin einigermaßen seriös zu wirken.

Als ich in die Küche komme, sitzen meine Eltern am verchromten Esstisch. Von meinem Vater erkenne ich nicht viel hinter dem Wirtschaftsteil der Zeitung, aber meine Mutter demonstriert mir eindrucksvoll, wie es aussehen sollte, wenn man Bluse und Bleistiftrock trägt. Ihre bestrumpften Beine sind an den Knöcheln gekreuzt und einer ihrer Füße wippt ungeduldig auf und ab. Bei meinem Anblick wird das Wippen sogar noch hektischer.

"Du bist früh dran. Willst du mal pünktlich in der Uni sein?"

Darauf eine passende Antwort zu finden, ist kniffliger, als es vielleicht scheint. Erstens weiß meine Mutter, dass ich immer pünktlich bin, wenn ich zur Uni gehe. Aber sie weiß auch, dass ich heute etwas ganz anderes vorhabe.

Zögernd setze ich mich auf die Kante eines Stuhls und gieße mir eine Tasse Kaffee ein. Mein Blick huscht über den Tisch, als würde ich ernsthaft irgendwo Zucker oder Milch erwarten. Dabei ist mir klar: Nur schwarzer Kaffee entgiftet den Körper und süß mögen es meine Eltern beide nicht.

"Die Besuchszeit beginnt um acht Uhr dreißig", sage ich mit einiger Verspätung. "Danach habe ich noch einen Termin."

Ein Klirren verrät mir, dass meine Mutter ihre Tasse etwas zu hart abgestellt hat. "Hört das denn nie auf?" Ihre Stimme klingt scharf. Am anderen Ende des Tisches räuspert sich mein Vater, aber ich weiß nicht, ob er damit die Frage meiner Mutter bekräftigen will oder ob ihm bloß diese ewige Diskussion auf die Nerven geht.

"Das ist

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