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Feminismus von Frisse, Juliane (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.03.2019
  • Verlag: Carlsen Verlag GmbH
eBook (ePUB)
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Feminismus

Feminismus – können wir den nicht zusammen mit den lila Latzhosen einmotten? Im Gegenteil, in Zeiten von umstrittenen Frauenquoten, einer kontroversen #metoo-Debatte und aggressiv-rosafarbenem Gender-Marketing ist Feminismus so aktuell wie nie. Dieses Buch räumt mit Vorurteilen auf und gibt viele Denkanstöße – modern und intelligent! Carlsen Klartext – Aktuelles aus Gesellschaft und Politik, das uns alle angeht. Juliane Frisse hat in Berlin Soziologie und Politikwissenschaft studiert und wurde an der Deutschen Journalistenschule in München ausgebildet. Seit September 2017 ist sie Redakteurin bei ZEIT ONLINE. Davor hat sie als beim Bayerischen Rundfunk, bei jetzt.de und beimDUMMY VERLAG gearbeitet, zuletzt als redaktionelle Leitung für fluter.de. Für ein Radiofeature über das Frauenbild im Film wurde sie mit dem Juliane Bartel Medienpreis ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 22.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783646928334
    Verlag: Carlsen Verlag GmbH
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Feminismus

KAPITEL ZWEI

Eine sehr kurze Geschichte der Frauenbewegung

Ich bin nicht frei, solange irgendeine Frau unfrei ist, auch wenn ihre Fesseln sich sehr von meinen eigenen unterscheiden. 38

Audre Lorde (1934-1992), Schriftstellerin und Aktivistin

Heute erscheint es vielleicht als eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen wählen, studieren und Karriere machen können. Doch das mussten Generationen mutiger Frauen erst erkämpfen. In den vergangenen knapp zweieinhalb Jahrhunderten haben sie viele Fortschritte erstritten. Manchmal wurden Frauen dabei auch von Männern unterstützt. Oft aber begegneten diese den Feministinnen mit Ablehnung und Unverständnis.

Einige der mutigen Frauen und die Kämpfe, an denen sie teilnahmen, werden hier schlaglichtartig vorgestellt. 39 Es geht unter anderem um die erste richtige Menschenrechtserklärung, Aktivistinnen im Hungerstreik und um feministisches Gemüse.

VON WELLE ZU WELLE

Heute wird die Geschichte des Feminismus in Europa und den USA meistens in Wellen beschrieben: eine Perspektive, die zwischen drei oder neuerdings vier Wellen unterscheidet. Jede Welle steht für eine Epoche sowie typische Debatten und Ideen dieser Zeit. Natürlich gab es aber auch zwischen den Wellen feministisches Engagement - und während einer Welle dachten auch nicht alle das Gleiche.

Die erste Welle der Frauenbewegung (etwa von der Französischen Revolution 1789 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918) kämpfte vor allem für die rechtliche Gleichstellung der Geschlechter, insbesondere für das aktive und passive Wahlrecht, das Recht auf Erwerbsarbeit und - damit verbunden - gleiche Bildungschancen.

Feministinnen der zweiten Welle (1960er- bis 1980er-Jahre) forderten Selbstbestimmung: über das eigene Leben, den eigenen Körper, die eigene Sexualität. Eines der großen Themen dieser Zeit war das Recht auf eine straffreie Abtreibung. 40

Die dritte Welle (1990er- und 2000er-Jahre) des Feminismus zeichnet sich vor allem durch ihre Vielfalt aus 41 - und die Erkenntnis, dass das Versprechen vollständiger Gleichberechtigung nicht eingelöst wurde. Sie kritisierte unrealistische Schönheitsnormen und Geschlechterstereotype in Filmen, Serien und Computerspielen. Aushängeschild und wichtiger Impulsgeber der dritten Welle ist die im Punk verwurzelte "Riot Grrrls"-Bewegung aus den USA. 42

Der Feminismus der Gegenwart, womöglich der Beginn einer vierten Welle , ist im Netz präsent, aber auch auf der Straße: Online wird über #MeToo und #Aufschrei diskutiert, offline bei Slutwalks und Women's Marches demonstriert. 43 Zwei Themen, die heute den Feminismus prägen, sind Sexismus und sexualisierte Gewalt.

Erste Welle

1791: Die erste universale Menschenrechtserklärung von Olympe de Gouges 44

Alle Menschen sind gleich - diese Idee der Aufklärung verbreitete sich im 18. Jahrhundert in Europa und prägte auch die Französische Revolution. 1789 verkündete die Französische Nationalversammlung die "Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte". Doch die Rechte der Frauen standen weder in diesem Manifest noch generell auf der revolutionären Agenda. "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" - schon die Parole der Französischen Revolution zeigte: Gleich sollten erst mal nur die Brüder sein. Schwestern blieben ausgeschlossen.

Die Künstlerin und Aktivistin Marie Gouze, besser bekannt als Olympe de Gouges, veröffentlichte daraufhin einen Gegenentwurf zur Erklärung der Nationalversammlung: eine Deklaration, die auch Frauen einschloss. Olympe de Gouges' "Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin" von 1791 war damit die erste tatsächlich universale Menschenrechtserklärung. "Die Frau hat das Recht, das Schafott zu besteigen; sie muss gleichermaßen das Recht haben, di

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