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Filmriss von Büttner, Olaf (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2010
  • Verlag: Ravensburger Buchverlag
eBook (ePUB)
3,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Filmriss

"Das Leben ist öde genug', meint Frieda. 'Warum nicht ein bisschen Spaß haben? Andere kiffen sich die Birne zu. In Berlin macht jeder irgendwas. Oder alles zusammen. Dagegen sind wir echt harmlos. Superharmlos sogar."

Endlich Wochenende, endlich Party! Birte, Frieda und ihre Clique können vom Feiern nicht genug bekommen. Bis einer von ihnen die Kontrolle verliert ...

Olaf Büttner arbeitet seit 25 Jahren arbeitet mit verhaltensauffälligen und behinderten Kindern und Jugendlichen. Mit dem Schreiben begann er schon sehr früh und wurde für seine Kurzgeschichten und Romane für Erwachsene und Jugendliche mehrfach ausgezeichnet, u.a. 2005 mit dem DeLiA für den besten Liebesroman, sowie 2009 nominiert für den Hansjörg-Martin-Preis, der jährlich für den besten Jugendkrimi vergeben wird. 2000 absolvierte er eine Ausbildung zum Drehbuchautor an der Medienakademie Ludwigshafen. Er wohnt mit seiner Familie in einem kleinen Dorf an der Nordsee. Neben zahlreichen Lesungen bietet er für Schulen auch Workshops an.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 01.08.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783473384044
    Verlag: Ravensburger Buchverlag
    Größe: 208 kBytes
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Filmriss

3

Ich bin so glücklich, dass ich den Weg zur Hütte mehr hüpfe als laufe. Als ich ankomme, sind Marlon und Benny schon da. Die beiden kickern und trinken Bier. Plötzlich bin ich unsicher, ob Marlon und ich schon vor den anderen zeigen sollen, dass wir zusammen sind.

"Kommst du gar nicht zu mir?" Marlon unterbricht das Spiel, lächelt mich an. Er guckt plötzlich ganz traurig. "Oder magst du mich nicht mehr?"

Mein Magen flattert wie wild. Ich merke schon, dass Marlon ein paar Bier intus hat, aber wenn er solche Sachen sagt, kann er von mir aus ruhig noch ein paar mehr trinken.

Was Marlon sagt, das gilt. Jeder in der Clique freut sich, wenn er zeigt, dass er einen mag. Die Mädchen stehen auf ihn und alle Jungs finden ihn cool. Und jetzt sind wir praktisch offiziell zusammen. Bleibt nur abzuwarten, wie er sich verhält, wenn Frieda auftaucht.

Benny ist sein bester Freund. Die beiden kennen sich von klein auf und sind unzertrennlich. Rein äußerlich scheinen sie allerdings ziemlich ungleich: Benny ist nicht nur einen halben Kopf kleiner als Marlon, er ist auch immer etwas blass, obwohl er gar nicht schlecht aussieht. Seine Züge sind weicher und weniger markant als die von Marlon, weshalb er auch ein bisschen jünger rüberkommt.

Ich geh zu Marlon, gebe ihm einen Kuss, erst mal nur ganz vorsichtig auf die Wange. Aber er zieht mich an sich ran, küsst mich voll auf den Mund und umarmt mich. Er riecht ein bisschen nach Bier, aber bei ihm stört mich das nicht.

"Hier." Er hält mir seine Flasche hin und lächelt. "Dann riecht man es nicht mehr."

Ich finde, dass es nichts Ekligeres gibt als den ersten Schluck Bier: Er schmeckt einfach nur bitter und widerlich. Ab dem zweiten Schluck wird es dann etwas besser. Deshalb nehme ich den gleich hinterher und unterdrücke ein Rülpsen, weil ich so was abartig finde. Normalerweise trinke ich kein Bier, ich war auch noch nie betrunken. Garantiert würde ich nach der zweiten Flasche lallen und darauf bin ich nicht grade scharf. Ich glaube, Frieda würde noch nach zehn Bier wie ein Wasserfall reden, sie kann einiges vertragen.

Ich hasse es, die Kontrolle über mich selbst zu verlieren. Mir ist wichtig, dass ich weiß, was läuft. Frieda ist da viel lockerer als ich, sie kann auch mal ausflippen, wenn ihr danach ist, wenn irgendwas nicht so nach ihrem Willen läuft. Als wir zum Beispiel letzte Woche geplant hatten, alle zusammen ins Fun , den neuen Club in der Stadt, zu fahren und dann doch einer nach dem anderen abgesprungen ist, hat sie uns total angeschrien.

"Ihr seid wirklich die letzten Dorftrottel!", war noch das Harmloseste. Und dann ist sie statt mit dem Bus per Anhalter gefahren, sodass wir auch ja alle sehen konnten, wie abenteuerlustig sie ist.

Wenn ich sie mit mir vergleiche, ist sie das allerdings auch. Sie jagt immer dem Neuen hinterher, mir reicht oft auch das, was grade da ist. In diesem Punkt sind sich Frieda und Marlon ähnlich. "Nimm dir den Tag!", könnte ihr Motto sein. Mir ist es immer wichtig, auch den nächsten Tag nicht aus den Augen zu verlieren. Mir gefällt es, Pläne zu schmieden und von der Zukunft zu träumen, aber ich muss nichts überstürzen. Ich kann auch mit dem zufrieden sein, was ich habe, Frieda ist nie zufrieden.

"Komm, spiel eine Runde mit." Marlon lächelt wieder und blickt mir tief in die Augen. "Aber auf meiner Seite, wir beide sind doch jetzt eine Mannschaft."

Ich stelle mich neben ihn, nehme den Torwart und er macht den Rest. Alleine ist Marlon gar nicht zu schlagen, aber gegen Benny gewinnt er sogar, wenn ich im Tor stehe. Der lässt sich seinen Ärger nicht anmerken. Auch er hat schon ein paar Bierchen intus und er verträgt wesentlich weniger als Marlon. Manchmal wundere ich mich darübe

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