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Graue Wolken im Kopf von Breinl, Juliane (eBook)

  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Graue Wolken im Kopf

Ausgerechnet die Party zu ihrem sechzehnten Geburtstag stürzt Tiziana in eine heftige Krise. Sie verändert sich komplett, zieht sich vor ihren Freunden zurück, kommt nicht mehr zur Schule und verliert das Interesse an allem. Ihre beste Freundin Vivian fragt sich, ob Tiziana Drogen nimmt. Neuerdings hängt sie viel mit dem seltsamen Punker Louis rum. Dass Tiziana die Symptome einer Depression zeigt, bemerkt zunächst keiner. Ausgerechnet Louis ist es, der die Zeichen richtig deutet. Aber kann er Tiziana auch helfen? Nicht nur ihr Schulabschluss steht auf dem Spiel ... Juliane Breinl wuchs in den siebziger Jahren in Leipzig auf. In Mainz schloss sie das Gymnasium ab und studierte in Frankfurt a.M. und Bielefeld 'Klinische Linguistik'. Nebenher ließ sie sich zum klassischen Mezzosopran ausbilden und nach Studienabschluss arbeitete sie als akademische Sprachtherapeutin. 2011 erschien ihr erstes Kinderbuch und seit 2012 arbeitet sie als freie Autorin, Journalistin, Dozentin und Sprechtrainerin. Juliane Breinl ist Siegerin des zweiten Kinder- und Jugendbuch-Wettbewerbs des Arena Verlags, des Münchner Merkurs und der Literary Agency Michael Meller, hat zwei Kinder und lebt in München. Webseiten: oder Foto © Erol Gurian

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 230
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401806549
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 1649 kBytes
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Graue Wolken im Kopf

3
Tiziana

"Mein Leben würde keiner leben wollen. Ich eigentlich auch nicht. Aber was soll ich machen. Man muss nehmen, was da ist."

W enn ich morgen nicht mehr da bin, interessiert das keine Sau! Und das ist gut so. Niemand soll wegen mir heulen."

Tiziana biss auf ihren Stift und sah die Frau schweigend an. Ihr fiel auf, dass sie noch gar nicht so alt war, wie sie auf den ersten Blick schien. Wie die wohl ausgesehen hat, als sie sechzehn war?, fragte sie sich und wie von selbst kam ihr die nächste Frage über die Lippen: "Können Sie sich noch daran erinnern, was Sie als Jugendliche für Musik gehört haben?"

"Keine Ahnung."

"Mutti Beimer ist ein großer Fan von The Doors", kam plötzlich die Antwort von hinten.

Tiziana drehte sich überrascht um und da stand der Punker, den sie am Wochenende auf der Parkbank gesehen hatte. Sein schwarz-weiß gefleckter Hund lief zu Mutti Beimer und ließ sich von ihr streicheln. Unwillkürlich fiel Tizianas Blick auf die Dreckränder unter den Fingernägeln der Frau, die jetzt durch das seidig glänzende Fell des Hundes glitten.

"Mutti Beimer?"

"Alle nennen Ute so, weil sie der Schauspielerin aus einer Uralt-Fernsehserie ähnlich sieht", antwortete der Punker, den Tiziana auf achtzehn schätzte.

"Ich bin Louis", sagte der jetzt und streckte ihr seine Hand entgegen.

Irritiert über diese altmodische Geste, zögerte Tiziana einen Moment. Dann reichte sie ihm ihre. "Ich bin Tizia."

"Und, Tizia, soll ich dir auch verraten, auf welche Musik ich so stehe?"

Tiziana konnte sehen, dass sich auf seiner rechten Wange ein tiefes Grübchen bildete, als er sie angrinste.

"Ich tippe mal auf Slime, die Toten Hosen und Sum 41", sagte sie und grinste ihn nun ihrerseits an. Sie wusste, dass er niemals gedacht hätte, so eine wie sie - in praktischem Casual Look - würde Punkbands wie Slime und Sum 41 kennen.

"Echt jetzt?", sagte Louis und Tiziana entging nicht, dass er sie nun ein wenig interessierter ansah. "Sehe ich etwa so aus, als ob ich auf Punk stehe?" Mit noch breiterem Grinsen schob er sich einen Kaugummi zwischen die Zähne. Seine blonden Haare, die er zu kleinen Irokesenstacheln aufgerichtet hatte, glänzten in der Sonne. Sein ganzes Outfit wirkte auf den ersten Blick zwar punkig, war bei genauerem Hinsehen aber nicht besonders extrem.

"Ich steh eher auf alte unpunkige Bands, wie U2, Depeche Mode. Okay, Boxhamsters und Sum 41 mag ich auch, aber ich hör auch gerne chilliges Zeug, wie Cro oder Reggae von Peter Tosh." Tiziana wollte Louis antworten, dass Sum 41 ihre absolute Lieblingsband war, doch da stand Mutti Beimer plötzlich auf und packte ihre Plastiktüten.

"Ich wollte noch ein Foto von Ihnen schießen." Tiziana griff nach ihrem Fotorucksack.

"Von mir? Bloß nicht. Mach lieber eins von Louis. Mich will keiner sehen."

"Warum willst du sie fotografieren?", mischte sich Louis ein.

"Ich mache eine Fotoreportage über Wohnsitzlose." Tiziana umriss in Stichworten das Projekt.

"Wohnsitzlose", mischte sich Mutti Beimer ein und zeigte all ihre Zahnlücken. "Das klingt, als ob ich mal 'ne Villa hatte. Ich bin Pennerin. Oder auch einfach nur 'ne Voll-Versagerin. Das kannste ruhig so schreiben. Aber ohne Foto!" Mutti Beimer legte den Kopf schief und fixierte sie mit einem undurchschaubaren Blick. Hatte sie das witzig gemeint oder war sie sauer?

"Ute", sagt Louis und knuffte Mutti Beimer in die Seite. "Verschreck doch nicht immer die Leute so." Zu Tiziana gewandt, sagte er: "Und warum machst du so 'ne Reportage? Hast du keine anderen Hobbys?"

"Ist für die Schule. Ich mach das mit einer Freundin zusammen. Die hat aber gerade ihre erste Rollerstunde und darum bin ich heute alleine unterwegs."

"Ute", sagte Louis und legte Mutti Beimer einen Arm um die Schulter,

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