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Herz in Scherben von Lange, Kathrin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.01.2015
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
10,99 €
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Herz in Scherben

Komm mir näher, und du wirst es bereuen. Ein Schuss hallt in Davids Kopf wider. Plötzlich ist die Erinnerung da und er weiß nicht, ob sie etwas mit Charlies Tod und den schrecklichen Ereignissen auf Martha's Vineyard zu tun hat. Fünf Monate sind seitdem vergangen, aber nun zieht eine dunkle Ahnung David mit Macht auf die Insel zurück. Seine Freundin Juli folgt ihm voller Sorge. Doch entgegen aller Befürchtungen ist es nicht der Inselfluch, der den beiden das Leben schwer macht, sondern die arrogante Lizz. Sie tut alles, um Juli von Davids Seite zu verdrängen. Als dann plötzlich eine Mädchenleiche auftaucht, beginnt Juli zu zweifeln. Was geschah wirklich im Winter auf den Klippen? Und welche Rolle hat David dabei gespielt? Band 2 der 'Herz aus Glas'-Trilogie. Kathrin Lange wurde 1969 in Goslar am Harz geboren. Obwohl sie sich beruflich der Hundestaffel der Polizei anschließen wollte, siegte am Ende ihre Liebe zu Büchern, und sie wurde zuerst Buchhändlerin und dann Schriftstellerin. Heute ist sie Mitglied bei den International Thriller Writers und schreibt sehr erfolgreich Romane für Erwachsene und Jugendliche. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in einem kleinen Dorf bei Hildesheim in Niedersachsen. Foto © www.susanne-krauss.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 13.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401804538
    Verlag: Arena Verlag
    Serie: Herz-Trilogie Bd.2
    Größe: 3020 kBytes
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Herz in Scherben

4

W ir beendeten unsere Joggingrunde an einem der Fußgängerüberwege über den vierspurigen Storrow Drive, wo David geparkt hatte. Die Luft flirrte über dem breiten Betonweg und ich war froh, als wir endlich in dem klimatisierten Wagen saßen. Wir fuhren Miley nach Hause, und bevor er sie gehen ließ, vergewisserte David sich noch einmal, dass es ihr wieder gut ging. Dann stieg er zurück zu mir ins Auto.

"Erzählst du mir, warum du eben Lizz gegenüber so zickig warst?", fragte er, als wir an den Hochhäusern in der Tremont Street und dem Bostoner Stadtpark vorbei in Richtung Süden fuhren.

Empört richtete ich mich auf. "Ich war nicht zickig!"

Er lachte. "Gar nicht, nein." Er nahm die rechte Hand vom Steuer und hielt sie mir hin, sodass ich meine Finger mit seinen verschränken konnte. "Warum fürchtest du dich vor ihr?"

Seine Berührung verursachte mir ein Kribbeln im Genick. Ich war drauf und dran zu behaupten, dass mir Lizz völlig egal war, aber es wäre eine glatte Lüge gewesen. Ich fürchtete Lizz sehr wohl und mit ihr jedes andere Mädchen, das so gut aussah wie sie. Lizz Thompson und Co. konnten David vom Aussehen her tausendmal mehr das Wasser reichen als ich. Und das nagte zunehmend an meinem Selbstbewusstsein. Je mehr David sich von seinen inneren und äußeren Verletzungen erholte und je besser er aussah, umso unsicherer wurde ich. Die Momente, in denen ich darauf wartete, dass er unsere Beziehung für einen Scherz erklären würde, waren in der letzten Zeit immer häufiger geworden.

Aber ich hätte mir lieber die Zunge abgebissen, als das freiwillig zuzugeben.

David wartete. Wir fuhren über das Straßengewirr am Massachusetts Turnpike auf die 93 Richtung Süden. Ich starrte missmutig auf den schmutzig gelben Bauzaun, der rechts von uns den Blick auf die Stadt versperrte. Schließlich seufzte ich und rettete mich in ein hilfloses Grinsen. "Könnte sein, dass ich ein bisschen eifersüchtig war."

"Weil ich mit ihr geredet habe?"

"Sie hat dich geküsst."

"Genau."

Ich verstand nicht, was er meinte, und ohne den Blick von der Fahrbahn zu nehmen, erklärte er: "Sie hat mich auf die Wange geküsst." Er betonte die drei Worte sehr sorgfältig und ich kam mir dämlich vor.

"Tut mir leid", murmelte ich.

"Was tut dir leid?"

"Dass ich rumgezickt habe. Ich wollte nicht ..."

Er ließ seine Zähne aufblitzen. "Eben hast du noch gesagt, dass du nicht gezickt hast."

"Ich ... ach, Mist!" Ich hob die rechte Hand über den Kopf und stieß mir das Handgelenk an dem Haltegriff über der Tür. Dann beschloss ich, dass es besser wäre, die Klappe zu halten.

Eine Weile lang fuhren wir schweigend durch die Innenstadt von Boston.

"Ich hasse die Vorstellung, dass sie und du - auf Sorrow ..."

"Ich habe nicht vor, nach Sorrow zu fahren", unterbrach er mich.

Klang er angespannt? Ich war mir nicht sicher. Ich hatte die Augen geschlossen, weil die Sonne mich blendete, aber jetzt öffnete ich sie wieder. "Warum hast du mir nichts davon erzählt, dass dein Vater fünfzig wird?" Er hatte den bevorstehenden Geburtstag einmal kurz erwähnt, doch ich hatte keine Ahnung gehabt, dass es sich dabei um einen runden handelte.

Davids Hand in meiner verkrampfte sich. "Weil ich nicht vorhabe hinzufahren."

Ich musste an Davids Vater denken. Er war ein etwas lauter, typisch amerikanischer Selfmademan, einer von der Sorte, die erst lospolterte und danach überlegte. Jason Bell war reich. Und er war ein totales Arschloch. Jedenfalls nach der Art zu schließen, wie David jedes Mal reagierte, sobald auch nur die Rede auf seinen Vater kam. Ich überlegte, ob ich dieses Gespräch weiterverfolgen sollte. Ich wusste, dass David nicht gern über sein Verhältnis zu seinem Vater sprach, und normalerweise versuchte ich, dieses Thema zu vermeiden. Aber ich hatte mich schon so oft gefragt, was genau zwischen den beide

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