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Herz zu Asche von Lange, Kathrin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.07.2015
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Herz zu Asche

Juli kann es kaum fassen: Charlie ist am Leben! Endlich braucht David sich nicht länger zu quälen. Endlich kann Juli mit ihm glücklich werden. Doch Charlie setzt alles daran, David zurückzuerobern. Und auch der Geist von Madeleine Bower treibt Juli mehr und mehr in die Verzweiflung. David sieht nur eine Möglichkeit, seine Freundin zu schützen: Er muss sie verlassen. Aber Julis Visionen werden immer düsterer und so beschließt sie, dem Fluch für immer ein Ende zu setzen - auch wenn sie dafür opfern muss, was sie am meisten liebt ...

Kathrin Lange wurde 1969 in Goslar am Harz geboren. Obwohl sie sich beruflich der Hundestaffel der Polizei anschließen wollte, siegte am Ende ihre Liebe zu Büchern, und sie wurde zuerst Buchhändlerin und dann Schriftstellerin. Heute ist sie Mitglied bei den International Thriller Writers und schreibt sehr erfolgreich Romane für Erwachsene und Jugendliche. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in einem kleinen Dorf bei Hildesheim in Niedersachsen.

Foto © www.susanne-krauss.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 08.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401804774
    Verlag: Arena Verlag
    Serie: Herz-Trilogie Bd.3
    Größe: 2411kBytes
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Herz zu Asche

1

W as ist es für ein Gefühl, wenn alles, was du zu wissen glaubst, von einem Moment auf den anderen zu Staub zerfällt?

Wenn Dinge, die dir Angst gemacht haben, plötzlich nicht mehr gelten. Weil plötzlich alles noch viel schlimmer ist, als du es dir selbst in deinen unheimlichsten Albträumen jemals hättest ausmalen können.

Heute frage ich mich manchmal, warum ich in diesem Augenblick, als wir alle zusammen dort oben auf der Klippe standen, nicht meinen Mut zusammengenommen habe. Ich hätte schon an diesem Tag einfach in die Tiefe springen sollen. Der Impuls war da, das muss ich zugeben.

Aber ich war zu feige dazu.

Dumm?

Auf jeden Fall hätte es mir eine Menge Leid erspart, wenn ich tatsächlich gesprungen wäre. Und einigen Menschen, die ich liebte, auch ...

"Hallo, David", sagte Charlie.

Einfach nur diese zwei Worte, als sei es das Normalste der Welt. Als hätten wir alle sie nicht seit Monaten für tot gehalten.

Und nun stand sie da, auf den Klippen von Gay Head, während sich weit draußen auf dem Meer dicke Wolkenberge vor der Sonne türmten. Sie hatte die Arme um ihren Oberkörper geschlungen, wie um sich vor einem kommenden Sturm zu schützen. Sie trug nicht das rote Kleid, in dem ich sie in meinen Träumen immer gesehen hatte, sondern ausgebleichte, zweimal umgekrempelte Jeans und ein knappes T-Shirt. Mein Blick blieb an ihren eleganten, hochhackigen Pumps hängen und sonderbarerweise waren die es, die mir klarmachten, dass sie kein Geist war.

David fand als Erster von uns seine Stimme wieder. "Nein!", wisperte er. Durch Walts Konfrontationstherapie war er sowieso schon blass gewesen, aber jetzt schien auch noch der allerletzte Tropfen Blut aus seinem Gesicht zu weichen. Fahl sah er aus. Wie tödlich verwundet, dachte ich und schämte mich nicht, weil es so melodramatisch klang. Die Situation war melodramatisch.

Und sie fühlte sich völlig irreal an.

David starrte Charlie ins Gesicht - er schwankte dabei. Wie wir alle sah er minutenlang einfach nur zu, wie der Wind mit ihren langen schwarzen Haaren spielte. Er wiegte den Oberkörper vor und zurück, vor und zurück und der Anblick sandte ein schmerzhaftes Brennen durch mein Herz. "Nein!", wiederholte er.

Charlies Augen waren weit aufgerissen. Sie streckte die Hand nach David aus, aber sie war zu weit entfernt, sie konnte ihn nicht erreichen. Sie stand noch immer bei dem Findling neben dem Pfad.

"Nein!", flüsterte David ein drittes Mal und jetzt wich er zurück.

"Charlie." Auch Jason konnte nur flüstern. "Du ... du lebst? Wie ist das ..." Er stöhnte auf. Tief und qualvoll, sodass ich fürchtete, er würde einen neuen Herzinfarkt erleiden.

Walt hingegen wirkte ruhig, sehr ruhig. Wenn ich nicht so von der Rolle gewesen wäre, hätte ich ihn für seine Selbstbeherrschung vermutlich bewundert. "David", mahnte er. "Nicht weitergehen!"

Seine Worte machten mir klar, dass David viel zu dicht am Abgrund stand. Die Felsen unter seinen Füßen knisterten bedrohlich, doch er schien es nicht wahrzunehmen. Noch immer starrte er Charlie an wie eine Erscheinung.

Walt packte ihn am Ellenbogen und zog ihn auf sicheren Boden.

Ich versuchte, Luft zu holen. Es ging nur mühsam. Mir war schwindelig. So schrecklich schwindelig.

"Charlie." Davids Stimme kam wie aus einem tiefen Grab.

Charlie nickte. Sie atmete schnell und schwer und ich erinnere mich daran, dass ich mich wunderte, warum nicht auch sie blass war. Ihre Wangen hatten eine lebendige rosige Färbung, ihre Lippen ebenfalls.

Schließlich war es Miley, die mit ihrem trockenen und wütend klingenden Tonfall den Bann brach: "Ich fasse es einfach nicht!"

Plötzlich kam Leben in uns alle. David verschränkte die Hände im Nacken. Ich vermutete, dass er die Augen schloss, aber sehen konnte ich es nicht, weil er den Kopf senkte und seine Haare sein Gesicht vers

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