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Heute trägt der Himmel Seide von Alpsten, Ellen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2015
  • Verlag: Coppenrath Verlag
eBook (ePUB)
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Heute trägt der Himmel Seide

Der Stoff aus dem Träume sind! Alice' Leben startet jetzt! Mit einem Studienplatz an der renommierten 'London School of Art & Fashion' scheint ihr die Welt zu Füßen zu liegen. Und dann lernt sie auch noch den gut aussehenden Musiker Ned kennen. Hals über Kopf stürzt Alice sich ins Leben und in eine neue Liebe. Doch der Konkurrenzkampf an der Uni ist enorm, ihre Mitbewohnerin Kim will sie offensichtlich loswerden und auch Ned verhält sich seltsam. Alice lässt nicht locker, aber der Blick hinter die Fassade bringt ihre perfekte Welt plötzlich dramatisch ins Wanken. Der große Traum vom Erfolg und eine dunkle Liebe vereint an einem spannenden Setting: Der Modemetropole Londons! Der neue Jugendroman von der Erfolgsautorin Ellen Alpsten. Ellen Alpsten wurde 1971 als Tochter eines deutschen Tierarztes in Kenia geboren und studierte nach ihrem Abitur zwei Jahre Jura in Köln, ehe sie an das französische 'Institut d'Etudes Politiques de Paris' wechselte. Nach ihrem Diplom arbeitete sie in London bei den Wirtschaftssendern Bloomberg TV und N24 als Produzentin und Moderatorin und veröffentlichte 2002 ihr Debüt 'Die Zarin' bei Eichborn. Seit 2004, nach der Geburt ihres ersten Sohnes, ist sie als freie Journalistin und Schriftstellerin tätig, u. a. für die FAZ, Spiegel Online und Madame. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 01.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783649621973
    Verlag: Coppenrath Verlag
    Größe: 2637 kBytes
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Heute trägt der Himmel Seide

Die grosse, weite Welt

In der Nacht vor ihrer Abreise nach London konnte Alice nicht schlafen. Sie war zu aufgeregt, oder um ehrlich zu sein, hatte sie zu viel Angst.

Wie fühlte sich die Raupe im Kokon, gerade wenn er aufbrach? Die Flügel verklebt und noch nie geflogen - kurz, bevor sie zum Schmetterling wurde?

Alice wälzte sich im Bett herum und starrte in ihr dunkles Zimmer, das ihr plötzlich noch kleiner erschien. Der Gedanke an das, was morgen begann, schien ihr plötzlich überwältigend: ihr Leben!

Dies musste die größte Verwandlung von allen sein: Die Raupe wird der Schmetterling. Der Schmetterling. Alice drehte sich auf den Rücken, um sich das Gefühl besser vorstellen zu können. Dort draußen warteten auf den frisch geschlüpften Falter Lagen an Luft, bereit, ihn nach oben in höchste Höhen zu tragen. Denn das wollte doch jeder Schmetterling, oder? So wie sie selbst auch. Draußen auf der Landstraße, die das kleine fränkische Dorf, in dem sie wohnte, wie ein Schnitt trennte, brauste ein Auto vorbei. Der Lärm sprang zwischen den engen Hauswänden hin und her. Die Scheinwerfer des Wagens zeichneten kurz Muster an ihre Zimmerwand, dort, wo die immer schönen, immer jungen Gesichter von Grace Kelly und Ava Gardner neben Keira Knightly und Emma Watson hingen.

Das würde liegen bleiben. Der Kokon. Unabänderlich. Sicher, in ihrer Erinnerung und ihren Erzählungen könnte sie es sich schönreden. Aber es blieb dennoch, was es war - der verlassene Kokon: ihre Schultage. Die Bewerbung und das Warten auf die Zusage der Universität in London, der School of Art & Fashion . Das Kofferpacken in den letzten Tagen. Für immer vergangen.

Vielleicht grübelte sie einfach zu viel, aber so war sie nun mal. Von Zeit zu Zeit wünschte sie sich, leichtherziger zu sein. Carpe diem . Mach Heu, solange die Sonne scheint, und so weiter und so fort. All die Sprüche, von denen einem doch kein einziger verriet, wie es sich eigentlich anfühlte. Dieses kribbelige Heute zwischen dem langen Gestern und dem hoffentlich großen Morgen. Alice versuchte, ein Wort dafür zu finden. Es war: roh. Unvermittelt. Angsteinflößend. Eben einfach verdammt großartig.

Über diesem Gedanken schlossen sich ihre Augen dann schließlich doch.

"Hier. Ich habe dir doch noch eine Stulle gemacht. Wer weiß, wann du wieder etwas bekommst. Echte fränkische Wurst, mit ganz viel Butter. So was Gutes gibt es im Ausland gar nicht. Geld für das Taxi zum Hostel in der Oakley Street hast du ja. Lass dich von niemandem ansprechen, ja? Wenn du dann ein anderes Zimmer hast, sende uns bitte sofort die Adresse ..." Die Stimme von Alices Mutter verwandelte sich in ein Rauschen und die Worte gingen in ein Ohr hinein und aus dem anderen wieder heraus.

Sie standen vor dem Check-in-Schalter des Nürnberger Flughafens. Alice hatte auf einmal das Gefühl, dass sich die Augen aller Passagiere auf sie richteten. Sie zog die Schultern hoch. Wohin jetzt mit diesem dicken Paket in Alufolie gewickelter Wurstbrote? In die Vintage - Designer-Handtasche, die sie in letzter Sekunde und von ihrem Ersparten auf eBay ersteigert hatte, passte das gewiss nicht! Die war schon mit ihrem Pass, Geldbeutel und der zerlesenen Ausgabe von Daphne du Mauriers "Rebecca" vollgestopft. Das Buch würde sie auf keinen Fall aufgeben - ohne Buch in ihrer Tasche war sie nur ein halber Mensch.

"Mama, ich will keine Stulle. Ich kann mir doch was kaufen ..." Sie hielt ihrer Mutter die Brote hin. Umsonst. Die verschränkte die Arme vor der Brust.

"Kaufen! Weiß doch jeder, wie teuer die Sachen am Flughafen sind. Geld wächst nicht auf Bäumen! Es genügt schon, dass wir uns jetzt für dieses Schulgeld für London krummlegen! Dieses Jahr ist reine Verschwendung, sage ich. Dein Bruder dagegen ..."

Alices Vater unterbrach seine Frau: "Ist schon gut, Maria. Wir wollen uns doch vor der Ab

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