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Ithaka von Hohlbein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.10.2016
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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Ithaka

Eine Fahrt, die zur Legende wurde: Die Odyssee nach 'Ithaka' neu erzählt von Wolfgang Hohlbein und Dieter Winkler jetzt als eBook bei dotbooks. Einst hat der kluge Odysseus mit einer List den Ausgang des Trojanischen Krieges besiegelt und so Ruhm und Ehre erlangt. Doch jetzt scheint ihm und seinen Getreuen das Glück nicht mehr hold: Schon lange ist der Krieg vorbei, aber immer noch irren die Gefährten über das Meer. Vergeblich versuchen sie, endlich das heimatliche Ithaka zu erreichen - höhere Mächte mischen unerbittlich ihre Hand ins Spiel und steuern das Schiff in immer gefährlichere Gewässer: Haben die Götter sie verflucht? Die Suche nach einer Antwort führt Odysseus bis in das Reich der Toten ... Das uralte Epos der Odyssee ganz neu erzählt von Bestsellerautor Wolfgang Hohlbein: Hochspannung garantiert! Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Ithaka' von Wolfgang Hohlbein und Dieter Winkler für Leser ab 12 Jahren. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Wolfgang Hohlbein, 1953 in Weimar geboren, ist Deutschlands erfolgreichster Fantasy-Autor. Der Durchbruch gelang ihm 1983 mit dem preisgekrönten Jugendbuch MÄRCHENMOND. Inzwischen hat er 150 Bestseller mit einer Gesamtauflage von über 44 Millionen Büchern verfasst. 2012 erhielt er den internationalen Literaturpreis NUX. Der Autor im Internet: www.hohlbein.de Bei dotbooks veröffentlichte Wolfgang Hohlbein die ELEMENTIS-Trilogie mit den Einzelbänden FLUT, FEUER und STURM, die große ENWOR-Saga sowie die Romane DAS NETZ, IM NETZ DER SPINNEN und FLUCH - SCHIFF DES GRAUENS.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 238
    Erscheinungsdatum: 07.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958247291
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 628kBytes
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Ithaka

Die Irrfahrt beginnt

Seit sechs Tagen war das Meer so glatt wie ein Spiegel und der Himmel darüber so leer, wie er nur leer sein konnte: wie eine azurblaue, umgestülpte Riesenschüssel hing er über dem Ozean, und nicht die allerkleinste Wolke war zu sehen. So, wie sich auch seit sechs Tagen nicht der mindeste Windhauch regte.

Die Flotte lag still.

Die Segel der gut einhalb Dutzend Schiffe hingen schlaff an den Masten. Dann und wann knarrte Holz oder spannte sich ein Tau, und manchmal, wenn eine einsame Welle herangerollt kam, hob und senkte sich die ganze Flotte wie ein Schwarm hölzerner, schreiend bunter Riesenfische, die ein vergeßliches Götterkind auf der hohen See zurückgelassen hatte.

Über den in lockerer Unordnung nebeneinander dümpelnden Schiffen lag eine tiefe Stille. "Als wären wir eine Flotte von Toten, die den Styx überquert und sich dabei gründlich verirrt hat, und nicht die sieben gewaltigen Kriegsschiffe Ithakas", überlegte Odysseus düster. Natürlich war die endlose Wasserwüste vor ihnen nicht der Styx, aber das war auch so ungefähr das einzige, was er mit Bestimmtheit wußte. Und daß dieser Ozean gut und gerne zu ihrer aller Grab werden konnte, wenn die Götter nicht bald ein Wunder geschehen ließen, das wußte er auch.

Verärgert wandte er sich um, spie in hohem Bogen ins Wasser und stieg steifbeinig von seinem Aussichtsplatz im Bug des Schiffes herunter auf das Deck. Er hatte Durst, und seine Augen brannten vom langen, angestrengten Starren. Was er auf dem Weg zu dem kleinen hölzernen Aufbau im Heck des Schiffes sah, hob seine Laune auch nicht gerade. Kaum einer der Männer an Bord hatte noch genügend Energie, sich auf den Beinen zu halten, geschweige denn die zentnerschweren Riemen zu heben und das Schiff damit von der Stelle zu rudern. Die meisten hatten versucht, irgendwo ein Stückchen Schatten zu ergattern oder sich irgendeinen Stofffetzen über das Gesicht zu ziehen, um wenigstens der ärgsten Sonnenhitze zu entgehen. Die wenigen, die noch aufrecht saßen, hockten teilnahmslos da und hatten kaum die Kraft, seinen Gruß zu erwidern. Und auf den anderen sechs Schiffen sah es kaum besser aus, wie Odysseus wußte. Ganz im Gegenteil. Am Morgen hatte es den ersten Toten gegeben, einen Mann, der einfach eingeschlafen und nicht wieder aufgewacht war. Er würde nicht der letzte bleiben, wenn nicht das Wunder geschah, um das er die Götter gebeten hatte: Regen und Wind.

Nein, dachte Odysseus, während er - sehr vorsichtig, um nicht auf einen der schlafend daliegenden Männer zu treten - das Schiff durchquerte. Wenn dieser Haufen zerlumpter, zu Tode erschöpfter Männer der Stolz Ithakas sein sollte, dann mußte er sich überlegen, ob er nicht das falsche Königreich sein eigen nannte.

Natürlich war er sich darüber im klaren, daß solcherlei Gedanken ungerecht waren, denn die Männer hatten wirklich alles gegeben, wozu sie imstande waren, und noch ein gehöriges bißchen mehr - aber zum Hades, er war selbst müde und erschöpft und enttäuscht und hatte Durst und eine ohnmächtige Wut. Und all dies zusammen gab ihm wohl das Recht, ungerecht zu sein - zumal er keinen dieser Gedanken laut ausgesprochen hätte, und wenn sein Leben davon abhinge.

Aufgebracht wie er war, stieß er sich kräftig den Kopf an der niedrigen Tür zu seiner Kajüte, aber er unterdrückte den Fluch, der ihm auf den Lippen lag. Nach dem grellen Sonnenlicht draußen war er im ersten Moment fast blind und fiel mehr auf sein Lager, als daß er sich setzte.

Daß er nicht allein in der Kabine war, merkte er erst, als er sich seufzend auf seinem Lager ausstreckte und ein halblautes Lachen zur Antwort bekam. Halb erschrocken, halb verärgert setzte er sich kerzengerade hin, riß die Augen auf und sah, wie sich ein Schatten neben der Tür bewegte. Metall klirrte leise, und ein verirrter Sonnenstrahl spiegelte sich auf einer Oberarmspange.

"Bist du das, Eurylochos?" fragte Odysseus.

"Ich bin es", a

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