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Jonathan Harkan und das Labyrinth der Hydra Band 2 von Ahner, Dirk (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.11.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Jonathan Harkan und das Labyrinth der Hydra

Jonathan hat einen aufregenden Sommer hinter sich: Nachdem seine Mutter von einem Fremden entführt wurde, erfuhr er von seinem Vater ein unglaubliches Geheimnis: Seine Eltern gehören dem 'Großen Kreis' an, der dafür sorgt, dass die insgesamt sieben Welten friedlich nebeneinander existieren können. Doch es gibt boshafte Kreaturen, die andere Pläne und nun auch seinen Vater in ihrer Gewalt haben. Gemeinsam mit seinem Onkel Cassius begibt sich Jonathan in eine fremde Welt, in der es vor Gefahren nur so wimmelt. Jonathan muss erneut eine Menge Mut aufbringen, um seine Eltern zu befreien ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 14.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838759944
    Verlag: Bastei Lübbe
    Serie: Jonathan Harkan Bd.2
    Größe: 1066 kBytes
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Jonathan Harkan und das Labyrinth der Hydra

Erstes Kapitel

Siltskin

Schwere Schritte ließen das Glas in den Vitrinen klirren. Ein Mann betrat die Halle, gekleidet in ein Jackett mit roter Weste und Melonenhut, unter dem er eine hässliche, lange Narbe verbarg. Vier Söldner waren in seiner Begleitung, Hünen mit verwitterten Gesichtern, die Waffen unter ihren Mänteln verborgen hielten. Ihre Blicke zuckten nervös umher, ihre Mienen waren von Fragen gezeichnet: Was suchten sie hier, in den Ausstellungshallen eines historischen Museums, mitten in der Nacht?

Der Mann mit dem Melonenhut führte sie in einen fensterlosen Saal. Puppensoldaten hielten Wache vor jahrtausendealten ägyptischen Artefakten, die hinter Sicherheitsglas ausgestellt waren. Die Söldner hatten kein Interesse an den historischen Schätzen. Sie wollten nur eines: ihren Auftrag erledigen und dann schnell wieder verschwinden. Ihr Anführer genoss das Gefühl der Überlegenheit, den süßen Honig der Macht, der aus ihrer Angst troff. Er war durch die Weiten von Nimbus gewandert, er hatte den Wüsten von Iridionh getrotzt und mit den tödlichsten Kreaturen von Alg'hran gerungen. Jede seiner Reisen hatte Narben hinterlassen, auf die er stolz war, weil sie ihn stark gemacht hatten. Mochte sein Herz auch kalt sein, vom Gefühl der Macht konnte er niemals genug bekommen. Das war etwas, das er mit seinem Herrn gemeinsam hatte.

Er schloss die Augen. Seine Nasenflügel bebten, als er die abgestandene Museumsluft einatmete. Zwischen all den muffigen, sandigen Gerüchen, durchmischt mit Schweiß, Staub und den verblassenden Düften von Parfums der Besucher, versteckte sich noch etwas anderes. Etwas, das nicht von dieser Welt kam.

"Lasst uns allein!", befahl er den Söldnern.

Uns? Die Männer tauschten verstörte Blicke. Es war weit nach Mitternacht, sämtliche Besucher und Angestellte hatten das Gebäude schon vor Stunden verlassen, und der arme Trottel vom Sicherheitsdienst schlief in seinem Büro, betäubt von Schlafmitteln; sie waren hier ganz allein.

"Hier ist niemand", gab ein breitschultriger Mann zurück, der sich nervös an seine Waffe klammerte.

Der Mann mit dem Melonenhut knurrte ungeduldig. "Fürs Denken werdet ihr nicht bezahlt. Tut, was ich sage. Geht, verschließt die Türen hinter euch und sorgt dafür, dass sie verschlossen bleiben. Niemand verlässt diesen Ort ohne meine Erlaubnis."

Die Söldner tauschten vielsagende Blicke, gehorchten aber und verließen den Raum.

Als sie verschwunden waren, stapfte der Hüne mit dem Melonenhut zwischen den Vitrinen umher. In der Mitte der Halle blieb er stehen. Er wusste, dass er beobachtet wurde. Lächelnd entblößte er eine Reihe goldener Zähne.

"Deine Kunst ist legendär. Doch vor mir kannst du dich nicht verstecken", sagte er.

Ein Kichern war zu hören, hell wie das Lachen eines Kindes. Die Stimme kam aus dem Nirgendwo, nah und zugleich entfernt.

"Wenn du so schlau bist, dann fang mich doch!"

"Auch nach so vielen Jahrhunderten kannst du nicht von deinen dummen Spielchen lassen?"

"Nein, nein, nein, wo bleibt sonst der Spaß? Es muss doch Spaß machen." Die Stimme kicherte und hetzte durch den Raum, versteckte sich hinter Säulen und Vitrinen. "Warum hast du nach mir suchen lassen, Riot Narbengesicht?"

Riot machte keine Anstalten, auf das Spiel einzugehen. Er blieb an Ort und Stelle. "Weil ich dir ein Angebot machen will, Siltskin."

Ein wütendes Kreischen war zu hören. "Wer hat dir meinen Namen verraten? Mein Name ist ein Rätsel, das du lösen musst ..."

"Für diesen Unsinn ist jetzt keine Zeit." Mit hinter dem Rücken verschränkten Armen stapfte Riot durch den Saal und hielt dabei die Augen offen. Kein verräterischer Schatten war zu sehen, keine Unebenheit, nichts. Er konnte nicht anders, als die Tarnkunst des seltsamen Fremden zu bewundern. "Zurück zu meinem Angebot ..."

Siltskin gab einen zornigen Laut von sich. "Pah, A

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