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Kill All Enemies von Burgess, Melvin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.02.2015
  • Verlag: Carlsen
eBook (ePUB)
10,99 €
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Kill All Enemies

Diese Kids bedeuten Ärger, ganz klar! Ganz klar? Billie drischt auf alles ein - sogar ihre Pflegeeltern fürchten sich vor ihr. Doch ihre Betreuerin sieht ein Mädchen, das nichts als Abweisung kennt! Rob walzt mit seiner schieren Masse jeden platt - er ist der geborene Bully. Doch sein Stiefvater sieht ein perfektes Opfer für seine Wutausbrüche! Chris ist faul und streikt im Unterricht - seit Jahren macht er keine Hausaufgaben. Doch sein wahres Problem sieht kein Mensch! Denn jede Geschichte hat zwei Seiten. Welche davon glaubst du? --- In "Kill All Enemies" erzählt der preisgekrönte Autor Melvin Burgess von drei Jugendlichen in Schwierigkeiten, von Wut und Verletzlichkeit, von Schwäche und Stärke und von Freundschaft, Hoffnung und der Gründung einer Band. --- Ein echter Burgess: realistisch, authentisch und ganz nah dran.

Melvin Burgess wurde in London geboren und ist in Surrey und Sussex aufgewachsen. Er hat als Journalist gearbeitet, bevor er sich der Schriftstellerei zuwandte. Seine Jugendbücher wurden unter anderem mit dem Guardian Fiction Award und mit der Carnegie Medal ausgezeichnet. Burgess lebt in Hebden Bridge, in der Nähe von Manchester.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 26.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783646926743
    Verlag: Carlsen
    Größe: 1082 kBytes
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Kill All Enemies

CHRIS

Diesmal habe nicht ich angefangen. Diesmal war es Alex. Montag, letzte Stunde. Wir haben gesummt.

Ich weiß, ich weiß. Es liegt nicht an den Lehrern, dass sich in den vergangenen zweihundert Jahren niemand auch nur im Entferntesten dafür interessiert hat, was die da vorne labern. Das liegt an der Schule. Schule ist eben langweilig. Aber die Lehrer könnten sich Mühe geben. Wie zum Beispiel Mrs Connelly, unsere Englischlehrerin. Ich meine, Bücher von toten Leuten sind nur unwesentlich interessanter als der Querschnitt einer toten Froschhaut, den Mr Wikes an dem Tag an die Tafel malte, aber Mrs Connelly gibt sich wenigstens Mühe. Bloß, jetzt hatten wir NaWi. Und zwar bei Mr Wikes, dem langweiligsten Menschen des gesamten bekannten Universums, dessen Vorstellung von Unterricht darin besteht, dass er sich mit dem Rücken zu uns an die Tafel stellt und zeichnet.

Das ist kein Unterricht. Das ist Betrug. Wären es nicht Kinder, die er quält, würde er vor Gericht gestellt werden.

Langeweile dieser Größenordnung kann richtig schädlich sein. Wer auf Chris Trents Langweilometer über hundert kommt, muss umgehend aus dem Klassenzimmer entfernt werden und Erbsen zählen. Bei über zweihundert kehrt sich der Lernprozess um. Bei dreihundert altert dein Bild im Spiegel und du verlierst die Fähigkeit, Pizza zu verdauen. Ab fünfhundert frisst sich dein Hirn auf.

Wikes schafft regelmäßig mehrere Tausend. Also diente das Summen eigentlich nur dem Schutz unserer Gesundheit.

Der Witz beim Summen ist, dass der Lehrer nicht weiß, von wem es kommt. Ein paar Minuten lang tut Wikes so, als hörte er nichts, aber dann dreht er sich um und wagt einen schnellen Blick. Natürlich sieht er nur unsere gebeugten Köpfe und wie wir eifrig kritzeln. Wenn er auch nur ein Fünkchen Verstand hätte, würde er einfach die Klappe halten - denn dies ist eigentlich der einzige Zeitpunkt, an dem seine Klasse wirklich was tut. Aber er kann nicht anders. Ihm reicht nicht, dass wir uns langweilen, wir müssen uns auch noch schweigend langweilen.

"Also gut, meine Herrschaften, ihr könnt jetzt damit aufhören, danke", sagt er müde, dreht sich wieder zur Tafel um und macht weiter, als wäre nichts geschehen. Aber das ist bloß Fassade. Innerlich kocht und brodelt er vor Abscheu und Wut. Diesmal war er ziemlich gut - er hielt ungefähr fünf Minuten durch, bevor er schließlich explodierte. Der Marker flog durch die Luft, Wikes sprang von der Tafel weg und geiferte wie ein Büffel in der Brunst.

"Gut! Das reicht jetzt! Wer ist das? Hört sofort auf mit dem Lärm! Wer ist das?", brüllt er. Ist schon ein Anblick, wenn Wikes sich so richtig aufplustert. Er schäumt, markiert sein Terrain. Wer zu nah dran sitzt, kann Sabber abkriegen.

"Ich war das nicht, Sir ... Ich auch nicht ... Ich doch nicht ...", sagen alle. Aber wenn einer spricht, summen die anderen natürlich weiter, so dass der Lärmpegel gleich bleibt.

Als es Wikes schließlich dämmert, dass ihm sein Wutausbruch nichts nützt, versucht er es auf die schlaue Tour. Er schlendert zwischen den Reihen auf und ab und lehnt sich leicht zu einer Seite. Wem er zu nahe kommt, der hört einfach auf, und das Summen geht einen Meter vor Wikes weiter. Wikes sieht aus wie ein Hund, der seinem Schwanz nachjagt.

Dann schlägt er zu.

WIKES

Chris, wie geht's dir heute?

[Plötzlich und schnell]

CHRIS (das bin ich)

Sehr gut, danke, Sir, und wie geht's Ihnen?

[genauso schnell]

WIKES

Danke, gut.

Das Summen schwankt ein bisschen, weil die ande

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