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Magisterium Der Weg ins Labyrinth von Clare, Cassandra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.11.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Magisterium

Der zwölfjährige Außenseiter Callum kommt aus einer alten Magierfamilie. Dennoch hat der aufmüpfige Junge mit dem lahmen Bein und dem frechen Mundwerk mit Magie rein gar nichts am Hut. Denn seit dem Tod seiner Mutter hat sein Vater der magischen Welt komplett den Rücken gekehrt und Call voll Ablehnung gegen alles Magische großgezogen. Trotzdem muss Call eines Tages in das Magisterium und an der Aufnahmeprüfung der unterirdischen Schule für Zauberei teilnehmen. Der Junge gibt sich alle Mühe durchzufallen. Doch trotz seines sensationell schlechten Ergebnisses wird er an der Schule bei Meister Rufus aufgenommen. Was steckt dahinter? Was ist der wirkliche Grund für die Ablehnung seines Vaters und wer ist der 'Feind des Todes'? Für Call beginnt mit dem ersten Band der Magisterium-Reihe von Holly Black und Cassandra Clare ein aufregendes Leben voller Magie, neuer Freundschaften und unheimlicher Geheimnisse. Holly Black, Jahrgang 1971, ist bekannt durch ihre international erfolgreiche Fantasy-Reihe 'Die Spiderwick-Geheimnisse', die 2008 auch verfilmt wurde. Cassandra Clare, Jahrgang 1973, feierte große Erfolge mit ihrer Jugendbuch-Reihe 'Chroniken der Unterwelt'. Der erste Teil der Reihe wurde 2013 verfilmt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 14.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732500239
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Magisterium 1
    Originaltitel: Magisterium - The Iron Trial
    Größe: 1021 kBytes
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Magisterium

ERSTES KAPITEL

C allum Hunt war in seinem kleinen Wohnort in North Carolina stadtbekannt, was in diesem Fall nichts Gutes verhieß. Er war berüchtigt dafür, Vertretungslehrer mit ironischen Kommentaren rauszuekeln, und Schulleiter, Aufsichtsschüler sowie die Damen von der Essensausgabe gleichermaßen zu ärgern. Die Vertrauenslehrer, die ihm anfangs zur Seite stehen wollten (schließlich war die Mutter des armen Jungen früh verstorben), hofften irgendwann, dass er nie wieder vor ihrer Tür auftauchen würde. Gab es etwas Peinlicheres, als wenn man einem wütenden Zwölfjährigen nichts entgegenzusetzen hatte?

Calls mürrische Miene, sein unordentliches schwarzes Haar und die misstrauischen grauen Augen waren auch seinen Nachbarn wohlbekannt. Er fuhr gerne Skateboard, obwohl es eine Weile gedauert hatte, bis er es rausgehabt hatte; von seinen ersten Versuchen zeugten noch Dellen in einigen Autos. Oft traf man ihn vor dem Schaufenster des Comic-Shops, der Spielhalle und des Videospielgeschäfts an. Sogar der Bürgermeister kannte ihn. Es wäre auch schwer gewesen ihn zu vergessen, nachdem er sich während der Parade am 1. Mai an dem Verkäufer des Tiergeschäfts vorbeigedrückt und einen Nacktmull mitgenommen hatte, der eigentlich an eine Boa constrictor verfüttert werden sollte. Das blinde, runzlige Tier hatte ihm leidgetan, weil es sich nicht wehren konnte - gerechterweise sollte erwähnt werden, dass er auch die weißen Mäuse befreit hatte, die als Nächste auf der Speisekarte der Schlange gelandet wären.

Call hätte nie gedacht, dass die Mäuse zwischen den Beinen der Paradeteilnehmer Amok laufen würden, doch Mäuse sind nicht sonderlich schlau. Er hätte allerdings auch nicht erwartet, dass die Zuschauer vor den Mäusen flüchten würden, aber auch die Menschen sind nicht die Schlauesten, wie sein Vater ihm später erklärt hatte. Es war nicht Calls Schuld, dass die Parade danach vorbei war, doch alle - vor allem der Bürgermeister - taten so. Und dann hatte Calls Vater ihn auch noch gezwungen, den Nacktmull zurückzugeben.

Calls Vater hielt nichts vom Stehlen.

Seiner Meinung nach war es fast so schlimm wie Magie.

Callum zappelte auf dem harten Stuhl vor dem Sekretariat und fragte sich, ob er am nächsten Tag noch zur Schule gehen und ob ihn andernfalls überhaupt jemand vermissen würde. Unaufhörlich ging er die verschiedenen Methoden durch, mit deren Hilfe er durch die Magierprüfung rasseln wollte - am besten so spektakulär wie möglich. Sein Vater hatte seine Ratschläge gebetsmühlenartig wiederholt: Denk an gar nichts. Oder konzentrier dich auf das Gegenteil dessen, was diese Ungeheuer von dir verlangen. Oder konzentrier dich auf den Test eines anderen Kandidaten. Call rieb sein Schienbein, das schon den ganzen Morgen krampfte und wehtat; so war das manchmal. Je größer er wurde, umso mehr tat es weh. Immerhin würde es ihm deswegen leichtfallen, den körperlichen Teil der Prüfung zu verhauen - wie immer der aussah.

Weiter vorne im Gang hörte er die anderen Schüler, deren Turnschuhe im Sportunterricht auf dem polierten Holzboden quietschten und die sich lauthals gegenseitig herausforderten. Call wünschte, er dürfte nur ein einziges Mal mitspielen. Auch wenn er nicht so schnell war wie die anderen und schlechter das Gleichgewicht halten konnte, hatte er doch Energie für zwei. Wegen seines Beins hatte er ein Attest für den Sportunterricht, und schon in der Grundschule war sofort ein Lehrer herbeigeeilt, sobald er in der Pause rennen, springen oder klettern wollte. Ständig musste er sich anhören, dass er langsamer machen musste, weil er sich sonst wehtat. Wenn er nicht auf sie hörte, würden sie ihn reinschicken.

Als gäbe es nichts Schlimmeres als ein paar blaue Flecke. Als könnte es seinem Bein noch schlechter gehen.

Seufzend starrte Call durch die Glastüren der Schule auf den Parkplatz, wo sein Vater gleich vorfahren würde. Sein

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