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Maika bleibt bei mir von Ørjasæter, Elin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.08.2015
  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
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Maika bleibt bei mir

Die 13-jährige Eva kümmert sich rührend um ihre kleine Schwester Maika. Die Mutter der beiden Mädchen ist drogensüchtig und somit nicht in der Lage, sich um ihre Töchter zu kümmern. Hinzukommt, dass der neue Freund der Mutter gewalttätig ist. - Kein leichtes Leben für die beiden. Doch zum Glück gibt es da noch Marianne, Evas beste Freundin. Als Mariannes Familie von dem Schicksal der beiden Mädchen hört, nimmt sie Eva und Maika ohne zu zögern bei sich auf. Doch alle wissen, dass dies nur eine Übergangslösung und keine Lösung auf Dauer ist. In Mariannes Haus ist der Platz begrenzt. Es gibt kaum Privatsphäre. Das bekommen auch Eva und Marianne zu spüren. Immer öfter streiten sich die beiden, auch, weil Eva ihre Macht über Maika nicht an jemand anderen abtreten möchte. Die Freundschaft zwischen Eva und Marianne wird so auf eine harte Probe gestellt. Rezensionszitat 'Die Geschichte zeigt, wie eine Dreizehnjährige liebevoll ein wenig aus ihrer Überforderung befreit wird. Sie enthält zwar eine fast unglaubwürdige Häufung von familiärem Unglück und Zufällen, ist in ihrer Problemstellung aber realistisch genug.' - Verena Stössinger, www.sikjm.ch 'Mega schönes Buch über Freundschaft, Verantwortung und das Erwachsen werden.' - Omnibus, www.mamikreisel.de Biografische Anmerkung Elin Ørjasæter wurde 1962 im norwegischen Oslo geboren und ist eine norwegische Schriftstellerin. Nach einem Wirtschafts- und Geografiestudium begann sie zu schreiben. Für ihr erstes Buch 'Larry' erhielt sie 1992 den Preis des norwegischen Kulturministeriums.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 21.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711446690
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 1072 kBytes
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Maika bleibt bei mir

1.

Es war in einer Nacht Anfang Dezember. Ich konnte nicht schlafen.

"Wir müssen ausziehen", sagte Papas Stimme im Wohnzimmer. Mama und er sprachen leise und ernst miteinander. Ich versuchte zu lauschen, bekam aber nur mit, dass wir nicht mehr in Skiferlia wohnen können und dass Mama weinte, weil sie der Meinung war, es wäre hier doch schon eng genug.

Eng genug? Sollten wir etwa in eine kleinere Wohnung ziehen? Mikkel schnarchte neben mir. Ich wollte endlich ein eigenes Zimmer.

Ich hörte, wie Papa herumlief, die Türen zumachte und abschloss, alles noch mal kontrollierte, wie immer. Von hier fortziehen?

Gegen fünf muss ich eingeschlafen sein, denn ich wachte von Evas Zeitungskarren auf. Eva trägt jeden Morgen die Zeitung aus, obwohl sie eigentlich noch nicht alt genug dafür ist. Wir sind beide gerade dreizehn geworden.

Ich stürzte in die Küche und lief auf den Balkon. Der Karren stand da. Da entdeckte ich etwas. Mai-Katrin saß oben auf dem Karren, lutschte am Daumen und schlief. Evas kleine Schwester.

Ich lief auf den Flur, zog mir die Jacke über und sprang die Treppen hinunter. Eva war herausgekommen und versuchte, den Karren in dem dichten Neuschnee zu wenden.

"Ich bin's, Marianne", rief ich, als sie mich entdeckte. "Warum hast du Mai-Katrin mitgenommen?"

"Ich will sie nicht allein zu Hause lassen."

"Ach, Eva, du, wir müssen ausziehen!"

Eva sah mich an.

"Wenn du wegziehst, dann sterbe ich! Dann melde ich Mama der Fürsorge und dann gehen Mai-Katrin und ich ins Kinderheim!"

"Ja", sagte ich, "aber ich ziehe nicht weg. Verdammter Scheiß, ich zieh hier nicht weg."

Wir sahen uns an. Es war, als stünde das ungewohnte Schimpfwort zwischen uns und lachte uns aus, statt den Ernst der Lage zu unterstreichen, wie ich es gedacht hatte. Wer waren wir denn, dass wir uns einbildeten, irgendwas verhindern zu können?

Mai-Katrin begann im Schlaf zu weinen. Ich war barfuß und hatte eiskalte Zehen. Dennoch blieb ich stehen und sah, wie Eva mit dem Karren weiterstapfte, mit der nuckelnden Schwester und all den Zeitungen.

"Eva", rief ich ihr halblaut nach, "ihr könnt hinterher zu uns hochkommen!"

Aber Eva antwortete nicht. Sie stapfte einfach weiter, in die Dunkelheit hinein, ohne sich umzudrehen. Mit Mai-Katrin.

Wie üblich erwachte ich vom Krach. Jeden Tag der gleiche Krach oder genauer gesagt der gleiche Schrei von Mons im Zimmer nebenan.

Ich habe zwei Brüder, Mons, acht Jahre alt, und Mikkel, fünf. Mikkel und ich teilen uns ein Zimmer, weil niemand es aushält, das Zimmer mit Mons zu teilen. Als Belohnung dafür, dass er so schwierig ist, bekommt er also ein eigenes Zimmer.

"Wer hat meinen Hockeyhelm?", brüllte er und trat mit aller Kraft gegen die Schranktür. Padabum, padabum, padabum sagten die Regale im Schrank; sie fallen nämlich immer herunter, wenn sie stärkerer Belastung ausgesetzt sind. Nachher muss Mama aufräumen und Papa reparieren, während Mons glücklich und zufrieden Video guckt und überbackenen Käsetoast isst.

Ich schaute auf den Boden, wo ich die Matratze für Eva und Mai-Katrin hingelegt hatte. Die Matratze lag unberührt da.

"Hast du meinen Hockeyhelm?" Mons steckte wutentbrannt den Kopf durch die Tür.

"Was soll ich denn damit?"

"Ich habe deinen Hockeyhelm nicht", versicherte Mikkel, der auch aufgewacht war.

"OOOOHHH, wir haben heute einen Kampf, ich muss ihn unbedingt finden", jammerte es draußen vom Flur, "ich muss, ich muss, ich muss."

Jetzt hörte ich, wie er mit Gummistiefeln und Schuhen um sich warf. Der Arme.

"Wo hattest du ihn denn zuletzt?"

Das war Mama, mit müder Stimme.

"Hast du ihn gestern vom Training mitgenommen?"

Es kam heraus, dass Mons sich nicht mehr dran erinnern konnte, ob er ihn am Tag zuvor mit nach Hause genommen hatte. Höchstwahrscheinlich lag er da draußen in einer Schneewehe, wenn ihn nic

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