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Mein fantastisches Leben - von wegen! von Søndergaard, Sanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.05.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Mein fantastisches Leben - von wegen!

Agnes Jacobsen hat von ihrem Leben die Nase voll. Für ihre Mitschüler ist sie nur der seltsame Freak und Außenseiter, ihren Lehrern ist sie nicht 'normal' genug, und selbst von ihren Eltern fühlt sie sich nicht richtig verstanden. Weil sie keinen anderen Ausweg weiß, beschließt Agnes, sich an ihrem 15. Geburtstag das Leben zu nehmen. Ausgerechnet dann passiert etwas, womit niemand gerechnet hätte: Agnes beginnt, sich gegen ihre Mobber zu wehren und die Dinge plötzlich mit anderen Augen zu sehen ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 15.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732506767
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Kaere Dodsbog
    Größe: 1524 kBytes
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Mein fantastisches Leben - von wegen!

Sonntag, 21. Oktober

9:23

In exakt 12 Tagen, 1 Stunde und 55 Minuten wird mein Leben enden. Exakt 15 Jahre, nachdem es begonnen hat. Am 2. November lösche ich alle Spuren, die Agnes Jacobsen in dieser Welt hinterlassen hat.

Das hier wird so eine Art Nachruf ... Heißt das nicht so? Ich kenn mich mit so was nicht wirklich aus. Jedenfalls soll es eine Beschreibung meiner letzten Tage und Gedanken werden, damit meine Hinterbliebenen - Mama, Papa und so weiter - verstehen, dass mein Beschluss zu sterben die einzig richtige Lösung für mich ist. Und damit sie nicht ein größeres Drama daraus machen, als es ist.

Zuerst zum Praktischen: Ich möchte gerne verbrannt und im Wald verstreut werden, wo wir Fnuller begraben haben, mein Meerschweinchen. Wenn das erlaubt ist. Sonst gerne auf dem Wasser - irgendwo auf der Nordsee. Aber schüttet mich nicht gegen den Wind aus!

Ich will auf keinen Fall ein Grab haben! Mit verwelkten Blumen auf mir drauf. Ich sehe Mama schon vor mir, wie sie es hegt und pflegt wie ihren Garten, aber das will ich nicht. Außerdem sind Grabsteine, auf denen man sehen kann, dass die "Bewohner" (so kann man es wohl nennen) noch keine achtzehn waren, als sie gestorben sind, todtraurig. Und bitte auch keine von diesen Todesanzeigen in der Zeitung nach dem Motto: Elias, plötzlich aus unserer Mitte gerissen - 12.3.1994-2.2.2007. Da denkt man doch gleich an einen schrecklichen Verkehrsunfall oder Krebs oder so was.

Am 2. November wird mein Leben zu Ende sein. Kein Grund, sich aufzuregen!
11:54

Okay, Nachruf. Ich habe keinen Bock, einen Abschiedsbrief zu schreiben. Ich konnte mich noch nie kurzfassen, und damit will ich weniger als zwei Wochen vor meinem Tod auch nicht anfangen. Nein, das hier wird so lang, wie es eben wird, auf alle Fälle länger als ein Brief. Eher wie eine Art Tagebuch, oder sollte ich besser Todesbuch sagen? Jedenfalls mega-melodramatisch.

Um es von Anfang an klarzustellen, ich begehe nicht Selbstmord, weil ich eins dieser aufmerksamkeitsheischenden Anorexie-Mädels bin, die sich von Äpfeln und null Selbstwertgefühl ernähren und hoffen, dass irgendjemand es noch rechtzeitig mitkriegt und ihre geschiedenen Eltern dazu bringt, sie zu retten. Ich leide noch nicht mal ansatzweise an Essstörungen, fast schon unnormal für einen Jugendlichen. Dafür mag ich viel zu gerne Süßes, Kuchen und Chips. Und natürlich bin ich zu dick. Egal, was die anderen sagen. Babyspeck, sagt Mama und behauptet, das wächst sich raus. Aber mal ehrlich, hat sie in letzter Zeit mal in den Spiegel geguckt? Sie ist 43 und hat immer noch Babyspeck. Und wir besitzen noch nicht mal eine Waage. Ich muss mich in der Schwimmhalle wiegen - wo man in seinem Badeanzug und den Dellen im Oberschenkel am verwundbarsten ist. 61 Kilo.

Aber das mit meinem Kampfgewicht ist mir eigentlich egal. Mit delligen Oberschenkeln könnte ich gut weiterleben. Vielleicht könnte ich sogar lernen, mein strähniges, pflaumenmusfarbenes Haar zu mögen, wenn es sein müsste. Aber das ist nicht das Problem. Es geht nicht um unterdurchschnittliches Selbstbewusstsein, Komplexe über mein Aussehen oder so was. Ich rufe nicht um Hilfe, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich will einfach nicht länger leben. Weil mein Leben von Anfang bis Ende beschissen ist.
15:45

Ich denke, es ist sinnvoll, vorweg ein bisschen was zum Hintergrund meines Todes zu erzählen. Damit du (zukünftiger Leser dieses Todesbuches) dich selbst davon überzeugen kannst, warum ich genauso gut jetzt aus meinem Irdenleben auschecken kann. Dafür gibt es jede Menge Gründe, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Also, zuerst einmal wäre da Sebastian. Sebastian ist ein Kapitel für sich. Ein Kapitel, das rosarot und schwindelerregend beginnt und mit Übelkeit, Hass und klebrigen Papierkugeln im Nacken in der Chemieklasse endet. Ic

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