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Mein Feuer brennt im Land der Fallenden Wasser von Schröder, Rainer M. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.08.2014
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Mein Feuer brennt im Land der Fallenden Wasser

Pennsylvania 1758: Mary Jemison überlebt als Einzige den Indianerüberfall auf die Farm ihrer Eltern und wird verschleppt. Bei den Irokesen fällt es ihr im Lauf der Monate immer schwerer, ihre eigene, in der Welt der Weißen verwurzelte Identität aufrechtzuerhalten. Doch dann bietet sich ihr die Chance zur Flucht. Rainer M. Schröder, 1951 in Rostock geboren, in Ostberlin aufgewachsen und mit seiner Familie kurz vor dem Bau der Mauer in den Westen geflohen, absolvierte parallel zum Abitur eine dreijährige Operngesangsausbildung in Düsseldorf. Nach zwei Jahren bei der Luftwaffe und Tätigkeit als Lokalreporter bei einer Düsseldorfer Tageszeitung studierte Rainer M. Schröder Jura sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Köln. Kurze Gastspiele als Autor für das Stadttheater in Nürnberg und als Verlagslektor folgten. Seit 1977 arbeitet er als freischaffender Schriftsteller. Nach ersten Bucherfolgen ließ sich Rainer M. Schröder 1980 mit seiner Frau Helga in den USA nieder und verbrachte die nächsten Jahre auf seiner Farm in der Halbwildnis von Süd-Virginia am Smith Mountain Lake als Autor und Hobbyfarmer. Von dort führten ihn zahlreiche Abenteuerreisen in viele Teile der Welt. Heute zählt Rainer M. Schröder zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftstellern von Jugendbüchern sowie historischen Gesellschaftsromanen für Erwachsene. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet - unter anderem im Oktober 2005 mit dem 'Buxtehuder Bullen'. Das Ehepaar Schröder lebt in Woodstock, Georgia, USA.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 25.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401804194
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 1131 kBytes
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Mein Feuer brennt im Land der Fallenden Wasser

Zweites Kapitel

"Matthew, du kannst schon auf die Veranda hinausgehen und die Männer mit der Glocke ins Haus rufen!", forderte Jane Jemison ihren zweitjüngsten Sohn auf, während sie fingerdicke Speckscheiben in brutzelndem Fett wendete. "Das Frühstück ist gleich fertig."

"Ja, Mom!" Matthew riss die Tür auf und lief auf die mit dicken Bohlen ausgelegte Veranda hinaus, um seinem Vater und seinen Brüdern das vertraute Signal zu geben.

Gerade hatte Matthew das Seil ergriffen, das vom Klöppel der alten Eisenglocke herabhing, als die ersten Schüsse fielen und der trügerische Frieden der frühen Morgenstunde damit sein jähes Ende fand.

Der scharfe Knall von Gewehrschüssen kam von jenseits der Waldzunge, hinter der James Fitzgerald auf dem Weg zu seiner Blockhütte vor kaum mehr als einer Viertelstunde verschwunden war. Und im nächsten Moment sah Matthew einen Reiter im Galopp hinter den Bäumen hervorkommen, bei dem es sich nur um James Fitzgerald handeln konnte. Ja, es war der Rotfuchs, der da im gestreckten Galopp über den staubigen Weg jagte! Tief über den Hals des Pferdes gebeugt und die Zügelenden als Peitsche benutzend, holte James Fitzgerald das Letzte aus seinem prächtigen Rotfuchs heraus. Er ritt, als wäre der Leibhaftige hinter ihm her - oder die Indianer, was hier im Grenzgebiet am Marsh Creek fast auf das Gleiche hinauslief.

Augenblicklich tauchten seine Verfolger hinter dem Waldgürtel auf - drei, nein, vier an der Zahl. Sie waren unberitten und kamen aus dem Wald gerannt, Gewehre im Anschlag. Erneut krachten Schüsse aus schweren Büchsen. Pulverdampf stieg in die klare Luft auf. Eine der Kugeln traf ihr Ziel. James Fitzgerald wurde durch die Wucht des Einschlags beinahe aus dem Sattel gerissen, krallte sich jedoch geistesgegenwärtig in die Pferdemähne und hielt sich auf dem Rücken seines Rotfuchses, wenn auch mit gefährlich starker Neigung nach links. Bis zum Blockhaus hatte er vielleicht noch achtzig, neunzig Pferdelängen. Mit Schaum vor dem Maul, der dem Tier vom Wind in Flocken davongerissen wurde, flog der Rotfuchs heran.

Matthew, sekundenlang vor Entsetzen wie gelähmt, riss das Seil mit dem Glockenklöppel wild hin und her, obwohl es nach den Schüssen eines Alarms nicht mehr bedurfte, um alle Bewohner der Jemison-Farm in Angst und Schrecken zu versetzen.

Nun überschlugen sich die Ereignisse.

Von einer Kugel tödlich getroffen, brach der prächtige Rotfuchs keine fünfundzwanzig Schritte vor der Blockhütte zusammen. James Fitzgerald wurde aus dem Sattel geschleudert und stürzte in den Sand des Vorhofes. Als er sich mit schmerzverzerrtem Gesicht aufzurichten versuchte, feuerte einer der Verfolger mit einer Muskete auf ihn. Das Geschoss traf ihn in den Rücken. Er fiel mit dem Gesicht nach vorn in den Staub und blieb reglos liegen.

Entsetzt und verstört zugleich, riss Matthew die Augen auf.

Die Männer, die Mister Fitzgerald zu Fuß verfolgt und soeben getötet hatten, waren gar keine Indianer, sondern Weiße! Aber drüben beim Schuppen tauchten plötzlich zwei Indianer auf und stürzten sich mit Kriegskeule und Tomahawk auf seinen Vater. Sofort erinnerte er sich an die grausigen Geschichten über mordende und plündernde weiße Banditen, zumeist mit den Engländern verfeindete Franzosen, die oftmals mit verbündeten Indianern gemeinsame Sache machten, indem sie abgelegene Farmen und Handelsposten überfielen.

"Indianer! ... Indianer und weiße Banditen!", brüllte Matthew aus Leibeskräften, ließ das Seil los, wirbelte herum und rannte zur Tür zurück, um sich in Sicherheit zu bringen. Doch dafür war es schon zu spät.

Gellend vor Todesangst, schrie er auf, als er vier halb nackten Indianern in voller Kriegsbemalung und vollem Waffenschmuck direkt in die Arme lief. Wie aus dem Nichts standen sie plötzlich auf der Veranda. Sie mussten sich auf ihren weichen Mokassins lautlos von hinten an das Blockhaus herangeschlichen haben.

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