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Mickey Bolitar ermittelt - Der schwarze Schmetterling Der schwarze Schmetterling von Coben, Harlan (eBook)

  • Verlag: cbt Jugendbücher
eBook (ePUB)
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Mickey Bolitar ermittelt - Der schwarze Schmetterling

Wer das Böse jagt ... Schlimmer geht's nicht, denkt Mickey Bolitar: Sein Vater ist tot, seine Mutter auf Entzug und jetzt muss der 14-Jährige auch noch zu seinem ungeliebten Onkel Myron ziehen! Doch es kommt noch schlimmer: Gerade als er neue Hoffnung schöpft, verschwindet seine Freundin Ashley spurlos! Fest entschlossen herauszubekommen, was mit Ashley passiert ist, findet er sich plötzlich in einem Strudel mysteriöser Ereignisse wieder - die auch mit dem Tod seines Vaters zu tun haben ... Harlan Coben wurde 1962 in New Jersey geboren. Nachdem er zunächst Politikwissenschaft studiert hatte, arbeitete er später in der Tourismusbranche, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Seine Thriller wurden bisher in über 40 Sprachen übersetzt und erobern regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten. Harlan Coben, der als erster Autor mit den drei bedeutendsten amerikanischen Krimipreisen ausgezeichnet wurde - dem Edgar Award, dem Shamus Award und dem Anthony Award - gilt als einer der wichtigsten und erfolgreichsten Thrillerautoren seiner Generation. Er lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern in New Jersey.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641205072
    Verlag: cbt Jugendbücher
    Serie: Mickey Bolitar .1
    Originaltitel: Butterfly Code - Mickey Bolitar
    Größe: 2675 kBytes
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Mickey Bolitar ermittelt - Der schwarze Schmetterling

1

Ich war gerade auf dem Weg zu meiner neuen Highschool und zerfloss in Selbstmitleid - mein Vater war tot, meine Mutter machte einen Entzug, und meine Freundin war verschwunden -, als ich die Hexe zum ersten Mal sah.

Natürlich hatte ich die Gerüchte gehört, die man sich über sie erzählte. Angeblich lebte sie ganz allein in dem heruntergekommenen Haus Ecke Hobart Gap Road und Pine Street, das jeder hier aus der Gegend kannte. Jetzt stand ich direkt davor. Der gelbe Anstrich pellte sich vom Putz wie Haut nach einem Sonnenbrand. Der geteerte Zugangsweg war rissig und in dem ungepflegten Vorgarten wucherte kniehoch der Löwenzahn.

Es hieß, die Hexe sei hundert Jahre alt und würde nur nachts rauskommen. Und wenn ein Kind nicht vor Einbruch der Dunkelheit vom Spielen oder vom Baseballtraining zu Hause war - und so mutig, im Dunkeln heimzulaufen, oder verrückt genug, die Abkürzung durch ihren Garten zu nehmen -, dann holte sie es sich.

Was sie dann mit ihnen machte, hatte mir niemand sagen können. Kinder waren in der Stadt jedenfalls seit Jahren keine verschwunden. Bei Jugendlichen, wie zum Beispiel meiner Freundin Ashley, sah die Sache schon anders aus. Die konnten am einen Tag noch da sein, deine Hand halten, dir tief in die Augen schauen und dein Herz dazu bringen, Trommelwirbel zu schlagen - und am nächsten waren sie verschwunden. Aber kleine Kinder? Nö. Die hatten nichts zu befürchten, noch nicht einmal von der Hexe.

Ich wollte gerade auf die andere Straßenseite wechseln, weil selbst mir als frischgebackenem Zehntklässler bei der Vorstellung mulmig wurde, zu dicht an dem unheimlichen Haus vorbeizugehen, als sich knarzend die Eingangstür öffnete.

Ich erstarrte.

Einen Moment lang passierte gar nichts. Die Tür stand sperrangelweit offen, aber es war niemand zu sehen. Ich blieb stehen und wartete. Gut möglich, dass ich blinzelte, aber beschwören kann ich es nicht.

Jedenfalls stand plötzlich die Hexe da.

Sie hätte tatsächlich hundert Jahre alt sein können. Oder sogar zweihundert. Ihre hüftlangen silbergrauen Haare weh ten im Wind und verbargen ihr Gesicht wie ein Schleier. Sie trug ein weißes Kleid, das an ein Hochzeitskleid aus einem alten Horrorfilm oder Heavy-Metal-Video erinnerte, und ihr Rücken war gekrümmt wie ein Fragezeichen.

Die Hexe hob langsam ihre rechte Hand, die so blass war, dass sich überdeutlich die blauen Adern auf dem Handrücken abzeichneten, und zeigte mit knochigem, zitterndem Zeigefinger in meine Richtung. Ich sagte nichts. Ihr Finger verharrte auf mir, bis sie sich sicher war, dass ich sie ansah. Dann breitete sich auf ihrem von Falten zerfurchten Gesicht ein Lächeln aus, bei dem es mir eiskalt den Rücken hinunterlief.

"Mickey?"

Ich hatte keine Ahnung, woher die Hexe meinen Namen wusste.

"Dein Vater ist nicht tot", sagte sie.

Ihre Worte durchfuhren mich wie ein Stromstoß und ließen mich einen Schritt zurückweichen.

"Er lebt."

Ich stand immer noch wie vom Donner gerührt da, als sie wieder in ihrem abbruchreifen Hexenhaus verschwand, aber ich wusste, dass das, was sie gesagt hatte, nicht stimmte.

Ich hatte nämlich mit eigenen Augen gesehen, wie mein Vater starb.

Okay, das war wirklich schräg.

Ich blieb vor dem Haus der Hexe stehen und wartete ab, ob sie vielleicht noch mal herauskam. Fehlanzeige. Nach einiger Zeit ging ich den Weg zur Tür hinauf und suchte nach einem Klingelknopf. Es gab keinen. Ich hämmerte gegen die Tür. Sie erbebte unter der unsanften Behandlung, und das Holz war so rau, dass es wie Schmirgelpapier über meine Fingerknöchel schrappte. Farbsplitter rieselten zu Boden, als hätte die Tür ziemlich übel Schuppen.

Aber die Hexe ließ sich nicht blicken.

Tja, und was jetzt? Die Tür eintreten und die komische alte Frau in dem merkwürdigen weißen Kleid dazu auffordern, ihr wirres Gerede zu erklä

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