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Miss Apfelblüte von Bullen, Sonja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2015
  • Verlag: Pink
eBook (ePUB)
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Miss Apfelblüte

Landlust, Liebe, Lockenkopf Feli ist mit ihrer Familie von Hamburg aufs platte Land gezogen. Hier ist wirklich gar nichts los, weit und breit nur Kuhställe, Matschpfützen und Apfelbäume. Na großartig! Ohne ihre Clique fühlt Feli sich total einsam - und ausgerechnet jetzt macht auch noch ihr Freund Ben Schluss. Klar, dass Feli sich in richtiger Weltuntergangsstimmung befindet. Aber dann gibt es doch einen Lichtblick: den süßen Peer aus dem Tanzkurs. Feli ist allerdings nicht die Einzige, die gerne mit ihm beim Blütenfest des Dorfes tanzen würde ...

Sonja Bullen, geboren 1977, studierte am Institute of Children's Literature in Connecticut 'Writing for Children and Teenager'. Ihr Jugendbuch-Debüt 'Easy going - Sydney' erschien beim Oetinger Taschenbuch Verlag. Die Autorin lebt mit ihrem Mann, ihren zwei Kindern und einer treuen Labradorhündin in der Nähe von Bremen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 01.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864560354
    Verlag: Pink
    Größe: 2494kBytes
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Miss Apfelblüte

EIGENTLICH REICHT ES doch schon, dass die Halbjahrespause vorüber ist. Zu allem Übel muss ich heute auch noch in die neue Schule und über eine Stunde eher aufstehen als normalerweise. Ich fühle mich wie ein Zombie - müde, missgelaunt und irgendwie untot. Außerdem bin ich total aufgeregt, wie der erste Schultag wird und mit was für Leuten ich in einer Klasse bin.

In diesem Zustand fällt mir alles schwer, sogar das Zähneputzen und ganz besonders, etwas Passendes zum Anziehen zu finden. Ich stehe eine Ewigkeit vor meinem Kleiderschrank, der bisher nicht mal fertig eingeräumt ist, und gehe die verschiedensten Outfits durch. Letztendlich nehme ich das, worin ich mich einfach am wohlsten fühle - die enge, ausgewaschene Jeans, mein schwarzes Lieblingsshirt mit der Glitzeraufschrift "Hamburg, meine Perle" und meine grüne Strickjacke. Vielleicht kann mir das heute Kraft geben, selbst wenn es nicht das coolste Outfit ist, das ich habe.

Auch mit meinem Haar ist um diese Uhrzeit nichts anzufangen. Meine rotblonden langen Haare gleichen in der Lampe, die noch nicht richtig angebracht ist, dem Kobold Pumuckl. Ich quäle sie mit meinem Zopfband hoch, sodass sie mich wenigstens nicht im Gesicht nerven.

Auf der Treppe treffe ich Pa. Ihm macht das Frühaufstehen scheinbar überhaupt nichts aus, er hat sogar ein entspanntes Lächeln auf den Lippen. Leider kann er mir davon nichts abgeben. Ma hat besonders gute Laune. Sie muss ja auch nur in die Grundschule direkt in Sauenstedt. Pa legt ihr einen Arm um die Schulter. Ich glaube, er ist sehr erleichtert, dass es ihr so gut geht. Denn früher hat er immer mitgelitten, wenn sie uns täglich von dem Stress an ihrer alten Schule berichtet hat.

Ma hat ein duftendes Pfannkuchen-Frühstück gezaubert, doch leider schaffen Pa und ich es nicht mehr, davon zu essen. Bei mir wird es sowieso schon knapp, also stürme ich an Ma vorbei zur Garderobe.

"Ich muss los, sonst komme ich zu spät", rufe ich ihr zu.

Sie läuft mir hinterher. "Soll ich dir ein paar Pfannkuchen einpacken?"

"Sorry, keine Zeit. Sonst erreich ich den Schulbus nicht mehr." Das Wort Schulbus habe ich dabei besonders betont, denn wenn meine Mutter nicht wäre, müsste ich auch nicht mit dem Schulbus fahren. Und schon gar nicht mit dem Fahrrad über dunkle und vereiste Wege schlittern, um überhaupt erst mal den Bus zu erreichen. Ich hasse es, wenn der Tag verschwitzt und unentspannt beginnt.

An der Haltestelle steht eine Traube Jungs und Mädchen, aber keiner beachtet mich. Ich kenne niemanden außer Sara, und die ist gerade in ein Gespräch mit zwei Mädels vertieft. Sie winkt mir kurz zu, trotzdem traue ich mich nicht, zu ihr und den anderen rüberzugehen.

Während ich mein Fahrrad anschließe, kommt zum Glück bereits der Bus, sodass ich nicht zu lange im Abseits stehen muss. Es fühlt sich richtig mies an, überhaupt nicht dazuzugehören.

Im Bus ergattere ich einen Platz für mich allein. Sonst fingen meine Tage immer schön an, wenn ich Lisa in der U-Bahn getroffen habe, wir quatschen konnten und vor allem an den U-Bahn-Stationen all die Menschen beobachtet haben. Nun fährt der Bus an Feldern, Wiesen und Höfen vorbei. Lange Zeit suche ich vergeblich nach Farben. Alles ist grau in grau. Wenn ein Maler ein Bild zu meiner Stimmung malen müsste, dann würde es diese Landschaft gut treffen. Irgendwann sieht es wieder nach Stadt aus, wenigstens ein kleines bisschen.

Mittlerweile kann ich auch die Jungs hinter mir nicht mehr ausblenden, die sich schon die gesamte Fahrt lautstark unterhalten. Jetzt hat sich auch noch ein Mädchen eingeschaltet. Bisher hab ich nicht kapiert, worüber sie reden. Neugierig höre ich genauer hin.

"Also für mich ist und bleibt Fendt der Favorit."

"Aber mit John Deere kann der ja wohl nicht mithalten."

Fendt? John Deere? Sind das Klamottenmarken?

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