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Nearly Dead Am Ende stirbst du von Cosimano, Elle (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.03.2017
  • Verlag: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG
eBook (ePUB)

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Nearly Dead

Nearly Boswell, 16 Jahre, Ausnahmeschülerin, lebt in einem Trailer-Park, Mutter Stripperin, Vater verschwunden. Ihre einzige Chance ist das Highschool-Stipendium für die beste Schülerin des Jahrgangs. Doch dann tötet ein Serienkiller Nearlys Nachhilfeschüler und hinterlässt ihr mysteriöse Botschaften. Sie muss um jeden Preis versuchen das Rätsel zu lösen, denn nicht nur Nearlys Schüler sind in Gefahr: Auch ihr eigenes Leben steht auf dem Spiel ... Übersetzt von Stefanie Frida Lemke.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 09.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783440156469
    Verlag: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG
    Größe: 4503 kBytes
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Nearly Dead

Kapitel 1

"W er kann mir Dr. Schrödingers Experiment erklären?" Mr Rankin ging zwischen den Tischreihen auf der anderen Seite des Klassenzimmers auf und ab.

Ich saß über mein aufgeschlagenes Lehrbuch gebeugt, unter dem ich den Teil der Zeitung mit den Kontaktanzeigen verborgen hatte, und analysierte die Worte auf eine versteckte Botschaft. Newton hat sich geirrt. Wir stehen Gelb gegenüber. Triff mich heute Abend unter der Tribüne. Es klang wie ein wissenschaftliches Rätsel und ich konnte nicht aufhören, daraufzustarren. Blöd .

"Niemand?" Rankin blieb mit seiner kreidebeschmierten Hose neben mir stehen. Langsam legte ich den Arm über die Anzeigen. Ich war noch nie so unvorsichtig gewesen, sie im Unterricht zu lesen. Vor allem nicht so kurz vor Schuljahresende, wenn es bis zu den Abschlussprüfungen nur noch ein paar Wochen waren. Blöd . Keine Kontaktanzeige war es wert, deswegen ein Stipendium zu verlieren.

Er ging weiter und ich schob das Lehrbuch ganz über die Zeitung.

An der Tafel unterstrich Rankin die Worte TOT ODER LEBENDIG . Er hatte sie gestern am Ende der Stunde zusammen mit unserer Hausaufgabe, einem verstörenden Vorgeschmack auf den heutigen Unterricht, dort hingeschrieben.

"Tot oder lebendig? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Quantenphysik, seit Erwin Schrödinger das Experiment 1935 erstmals aufgestellt hat. Mr Petrenko, würden Sie uns vielleicht aufklären?"

Alle Köpfe drehten sich nach hinten, wo Oleksander Petrenko mit ausgestreckten Beinen und im Nacken verschränkten Händen zurückgelehnt auf seinem Stuhl saß. Die Schnürsenkel seiner schwarzen Sneakers waren rot, was, wie ich fand, irgendwie nicht zu ihm passte. Alles andere an ihm - die kurz geschorenen Haare, der kantige Unterkiefer, der schroffe ukrainische Akzent - wirkte abgehackt, karg und asketisch.

Er zuckte unter seiner Kapuze mit den Schultern. "Und zu welchem Zweck?" Die Konsonanten rollten von seiner Zunge und krachten dann gegen die quadratischen weißen Zähne. Er blinzelte mit seinen grauen, von dunklen Wimpern scharf umrandeten Augen. Er hatte die Augenlider gesenkt und sah ziemlich gelangweilt aus, als er schließlich sagte: "Schrödinger war Physiker. Wir haben gerade Chemie."

Ich unterdrückte ein Lächeln. Ich hatte überhaupt nichts mit Oleksa gemein, aber in dieser Sache konnte ich ihm nur recht geben. Schrödingers Experiment hatte nichts mit Chemie zu tun, noch nicht einmal mit Physik. Es war eine philosophische Frage, und Philosophie hatte hier nichts zu suchen. Die Naturwissenschaft folgt Regeln. Die aufgestellten Behauptungen sind messbar und konkret. Wenn man die Fakten vor eine helle Lampe hält und zehnfach vergrößert, bis die Details absolut klar sind, muss man über die Wahrheit nicht mehr diskutieren. Sie ist einfach.

Rankin zog eine Augenbraue hoch, ging zu Oleksas Tisch und trommelte mit den Fingern darauf. Oleksa betrachtete sie, als würde er sich gerade genüsslich vorstellen, Rankin die Finger zu brechen.

"Wie immer mangelt es Ihnen an Fleiß, aber nicht an schlauen Kommentaren, Mr Petrenko. Das hier ist in der Tat Chemie, und zwar ein Chemie-Vorbereitungskurs fürs College. Weswegen ich auch davon ausgehe, dass Sie in der Lage sind, die weitreichenden Implikationen von Schrödingers Experiment zu erfassen. Ich bin immer wieder erstaunt, dass jemand mit einem so großen Gehirn so engstirnig sein kann." Ich zuckte innerlich zusammen. Ich war nicht engstirnig.

Oleksa verschränkte die Arme vor der Brust und ließ sich auf seinem Stuhl noch tiefer sinken.

"Anh Bui, wollen Sie es mal versuchen?" Rankin drehte sich um und meine Mitschüler wandten die Köpfe wieder nach vorn. Anh neben mir räusperte sich.

"Es ist ein Gedankenexperiment", sagte Anh. "Schrödinger hat ein Szenario präsentiert, bei dem eine Katze zusammen mit einer tödlichen Substanz in eine Kiste gesperrt wird, um zu beweisen, da

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