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Never forget Das Mädchen, das sich nicht erinnern durfte von Henry, April (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.02.2014
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Never forget

Als Cady aufwacht, kann sie sich an nichts erinnern. Nicht woher sie kommt, warum sie auf einem Holzboden liegt und ihr alles wehtut - und auch nicht an ihren Namen. Dann hört sie, wie sich zwei Männer über sie unterhalten, dass sie sie 'loswerden' müssen. Doch Cady gelingt die Flucht. Mit jedem Schritt kommt sie der Wahrheit näher und bald muss sie sich fragen: Wie gefährlich ist es, sich zu erinnern? Mit elf Jahren schickte April Henry eine Kurzgeschichte an Roald Dahl. Dem gefiel der Text so gut, dass er ihr half, ihn in einer Kinderzeitschrift zu veröffentlichen. Inzwischen hat sie viele Thriller für junge Erwachsene geschrieben und war für zahlreiche Preise nominiert. Nach ihrem Studium und einem ein Austauschjahr in Stuttgart lebt April Henry heute mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Portland, Oregon.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 06.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401803326
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 2173 kBytes
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Never forget

11
TAG 1, 21:20 UHR

L angsam, langsam, langsam schließe ich wieder den zentimeterbreiten Spalt, den ich die Toilettentür geöffnet hatte, und achte darauf, dass sie nicht einschnappt und mich durch das Geräusch verrät. Ich kann nirgendwohin fliehen. Die Toilette ist ein gefliester, fensterloser Kasten mit nur dieser einen Tür. Es gibt keinen Ort, an dem ich mich verstecken kann. Ich könnte mich in eine der Kabinen einschließen und mich auf die Klobrille stellen, aber das würde wohl jeder durchschauen. Ich stelle mir vor, wie der Mann mit den Ochsenblutschuhen die Tür eintritt und mich erschießt. Wenn er mich vor ein paar Stunden tot sehen wollte, wie viel mehr wollte er das wohl jetzt, wo ich Brenner umgebracht habe?

Aber etwas ist jetzt anders. Ich habe eine Waffe.

Ich stehe da, die Arme gerade nach vorne gestreckt. In der rechten Hand habe ich die Waffe, mit der linken halte ich sie ruhig. Oder versuche es zumindest. Ich zittere so heftig, dass es ein Wunder ist, dass ich mich aufrecht halten kann. Ich kann nicht zulassen, dass er mich einfach so schnappt. Ich werde sonst als Leiche im Wald enden, so wie er es von Anfang an geplant hatte.

Langsam geht die Tür auf. Warte, sage ich mir. Warte.

Soll ich ihn erschießen oder versuchen, ihn hinzuhalten und abzuhauen? Ich weiß es nicht. Wie auch immer - ich werde jetzt mehr als nur ein bisschen Glück brauchen.

Ein dunkler Haarschopf schiebt sich durch die Tür.

Da trifft mein Körper die Entscheidung. Erschieß ihn!

Meine Finger schließen sich schon um den Abzug, als ich erkenne, dass es Ty ist.

Seine Augen weiten sich und er presst sich gegen die Tür. Mit erhobenen Händen gleitet er zu Boden.

Ich schaue an ihm vorbei in den kurzen Flur. Er ist leer. "Oh, mein Gott! Tut mir leid!" Ich lasse die Hand mit der Pistole an der Seite herunterfallen.

Wir fangen gleichzeitig an zu sprechen.

"Wer zum Teufel bist du?", brüllt er.

"Ist der Mann noch da draußen?" Ich trete einen Schritt zurück, damit ich mehr vom Flur sehen kann. Immer noch leer, abgesehen von einem Wagen mit Putzzeug.

Er stößt einen verärgerten Seufzer aus und senkt die Hände. "Ich habe ihnen gesagt, dass du nie hier warst, da sind sie wieder gegangen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob sie mir geglaubt haben. Deshalb habe ich den Hausmeisterwagen mitgebracht. Damit sie denken, ich mache hier nur sauber."

"Sie? Wie viele waren es?"

"Sie waren zu zweit."

Zwei? Wie in der Hütte. Vielleicht ist Brenner doch nicht tot. Vielleicht hat die Person, die Dillow angerufen hat, gelogen. Seltsamerweise überkommt mich eine Woge der Erleichterung. "War einer von ihnen schlank, etwa eins achtzig groß, mit blauen Augen und kurzem braunem Haar?"

"Was? Nein. Der Kerl, der nach dir gefragt hat, hatte silberfarbene Haare, der andere eine Glatze. Der erste hat gesagt, dass du aus einer psychiatrischen Klinik ausgebrochen wärst." Ty sieht aus, als würde er das für eine plausible Möglichkeit halten.

"Das ist nicht wahr. Aber ich bin mir nicht sicher, was wahr ist. Ich habe mein Gedächtnis verloren."

Ich warte darauf, dass Ty etwas sagt, tut er aber nicht.

"Ich weiß nicht einmal mehr meinen eigenen Namen", fahre ich fort. "Alles, was ich weiß, ist, dass ich vor ein paar Stunden in einer Hütte zu mir gekommen bin. Nicht in einer psychiatrischen Klinik. Einer Hütte. Ich lag dort auf dem Boden und der Mann, der gerade mit dir gesprochen hat, stand neben mir und befahl einem anderen, mich umzubringen."

Tys Augen werden zu schmalen Schlitzen. "Dich umzubringen?", wiederholt er mit ausdrucksloser Stimme.

"Ich weiß, dass das verrückt klingt. Aber ich schwöre, dass es stimmt." Würde ich Ty glauben, wenn er mir dieselbe Geschichte erzählen würde? Das Beunruhigende ist, dass ich das wohl nicht tun würde.

"Warum sollten dich zwei Männer umbringen w

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