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Nichts als überleben Roman von Bodeen, S. A. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.08.2015
  • Verlag: Beltz Juventa
eBook (ePUB)
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Nichts als überleben

Niemand weiß, dass sie in dem Absturzflugzeug war. Niemand wird kommen, um sie zu suchen ... "Und in dem Moment wurde mir klar, dass mir niemand sagen konnte, was schlimmer war. Weil es nicht schlimmer werden konnte. Ich war allein. In einem Rettungsfloß. Mitten auf dem Meer." Robie stürzt mit einem Flugzeug über dem Pazifik ab. Max, der Co-Pilot, rettet sie in ein aufblasbares Rettungsfloß - dann stirbt er. Robie muss ihn über Bord werfen und treibt tagelang auf dem Meer. Allein. Gnadenlos den Naturgewalten ausgeliefert. Bis Max plötzlich wieder da ist. In ihrer Einsamkeit klammert sich Robie an ihn. Sie hat Angst. Hunger. Durst. Panik. Hoffnung? Nur ein Gedanke lässt sie nicht aufgeben: Sie will nichts als überleben ... Ein aufwühlender Action-Thriller um einen dramatischen Überlebenskampf - nervenzerreißend bis zur letzten Seite. S.A. Bodeen wuchs auf einer Farm in Wisconsin/USA auf. Sie unterrichtet Kreatives Schreiben und veröffentlicht seit zehn Jahren Bilder- und Kinderbücher, die mit vielen Preisen ausgezeichnet wurden. Drei Jahre lang lebte sie auf Hawaii, inzwischen ist sie wieder in Wisconsin heimisch.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 221
    Erscheinungsdatum: 18.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783407745828
    Verlag: Beltz Juventa
    Serie: Gulliver
    Originaltitel: The Raft
    Größe: 4204 kBytes
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Nichts als überleben

Eins

Der Typ mit dem limonengrünen Irokesenschnitt und den dunklen Holzsteckern in den Ohrläppchen sah auf mich hinab, die lange silberne Nadel in seiner gummibehandschuhten Hand zeigte mitten in mein Gesicht.

"Warte mal." Ich schluckte und klammerte mich an den Armlehnen des Stuhles fest.

Er schob eine Hüfte vor und verdrehte die Augen. "Willst du jetzt ein Nasenpiercing oder nicht?"

"Doch, schon ... aber fällt dir vielleicht noch was Schlimmeres ein?" Ich zeigte auf die Nadel. "Was Schlimmeres als die da?"

Wahrscheinlich fand er meine Bitte einfach nur bescheuert, aber das war nun mal mein Trick, mit unangenehmen Sachen fertigzuwerden. Wenn mir etwas Schlimmeres einfiel, konnte ich besser damit umgehen. Ob es eine Füllung beim Zahnarzt war oder der Physiktest zum Schuljahresabschluss, mir Sachen auszudenken, die schlimmer waren, half mir bei neuen Herausforderungen.

Der grüne Irokese sah sich um und dachte anscheinend darüber nach. Eine blonde Schwangere in hohen Wildlederstiefeln und einem fuchsiaroten, schulterfreien Kleid wühlte in einer Kiste mit Goldkreolen, die vor der Theke stand. Mit einem behandschuhten Finger deutete er auf sie. "Entbindung. Das ist mit ziemlicher Sicherheit schmerzhafter."

"Ich bin fünfzehn." Diesmal verdrehte ich die Augen. "Geht's vielleicht ein bisschen verhältnismäßiger? Nicht so total unwahrscheinlich?" Ich machte mich bereit zu gehen.

Er deutete nach unten auf seine schwarzen Flip-Flops. "Siehst du meine großen Zehen?"

Mein Blick wanderte abwärts und ich zuckte zusammen. Seine Zehen waren groß und schwielig mit gelben Nägeln. Eindeutig die hässlichsten Zehen, die ich je gesehen hatte.

Der grüne Irokese sagte: "Letztes Jahr bin ich auf den Kilimandscharo geklettert. Beim Abstieg habe ich mir die großen Zehen in den Stiefelspitzen gequetscht. Ich musste mir die Zehennägel ziehen lassen. Hat elf Monate gedauert, bis sie wieder nachgewachsen waren."

Ich fragte: "Und das war schmerzhafter als ein Nasenpiercing?"

"Würde ich sagen." Er zuckte mit den Schultern. "Können wir jetzt anfangen?"

Ich nickte und schloss die Augen, als er die Nadel in meine Haut bohrte.

Ein stechender Schmerz jagte durch meine Nase. "Verfluchter Mist!" Meine Augen tränten so sehr, dass ich wie verrückt blinzeln musste, dann gab ich auf und schloss die Lider. Als ich sie wieder öffnete, sah ich erst den grünhaarigen Lügner vor mir stehen, dann blickte ich in den Spiegel, um den Diamanten zu betrachten, der meine Nase zierte. "Krass."

"Du darfst einen Monat lang nicht ins Schwimmbad gehen. Das Wasser ist zwar gechlort, trotzdem könnten Bakterien drin sein. Seen und Flüsse solltest du ebenfalls meiden. Das Meer auch, nur zur Sicherheit. Damit sich nichts infiziert." Er reichte mir ein Plastiktütchen mit Desinfektionstupfern und einer Anleitung auf einem schlecht kopierten Zettel. "Jetzt kannst du mit deinem neuen Look aus Honolulu aufs Festland zurück."

"Hm, na ja", sagte ich, als ich mich plötzlich fragte, wie viel Ärger meine Eltern wohl machen würden, wenn sie meine Nase sahen. "Ich komme gar nicht vom Festland. Ich wohne in der anderen Richtung, draußen auf den Midway Inseln."

"Die Inseln aus der Schlacht um Midway?"

Ich nickte.

Er zog die Augenbrauen hoch und nickte auch. "Wie cool. Du Glückliche."

Glücklich.

Wenn ich von jedem, der mir das sagte, einen Dollar kriegen würde, wäre ich reich, denn das bekam ich immer zu hören, wenn ich Leuten von meinem Leben erzählte.

Wenn ich ihnen erzählte, dass ich auf einem Korallenatoll mitten im Pazifik lebte.

Glücklich.

Wenn ich ihnen sagte, dass ich nicht in eine normale Schule ging.

Glücklich.

Wenn ich ihnen sagte, dass ich mit Delfinen und Mönchsrobben und nistenden Albatrossen abhing.

Glücklich.

Seit drei Ja

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