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Nichts ist gut. Ohne dich. Roman von Coplin, Lea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.04.2018
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Nichts ist gut. Ohne dich.

Unsagbar intensiv, ergreifend echt: Lea Coplin Sechs Jahre lang haben sich Jana und Leander nicht gesehen. Als Kinder waren sie unzertrennlich - bis zu diesem einen, verhängnisvollen Abend im August, als Janas Bruder Tim bei einem Autounfall ums Leben kam. Leander fuhr den Wagen. Und verschwand danach aus Janas Leben. Kein Wort haben sie seitdem gewechselt, wissen nichts mehr voneinander. Und jetzt steht er plötzlich vor ihr. Mit seinen hellblauen Augen. Und die Anziehungskraft ist so viel größer als Jana wahrhaben will. Sechs Jahre hat sie versucht, ihn zu hassen. Und nun ist er da, aus einem wirklich guten Grund: Er ist hier, damit sie ihn rettet. Nur weiß er das selbst noch nicht. Lea Coplin ist das Pseudonym einer Autorin, die mit ihren gefühlvollen Romanen bereits auf der Spiegel-Bestsellerliste stand. Mehr als fünfzehn Jahre arbeitete sie als Journalistin, bevor sie sich für die Schriftstellerei entschied. 'Nichts ist gut. Ohne dich.' ist ihr erstes Buch, das in ihrer Wahl-Heimatstadt München spielt, wo sie mit Mann und Katzen ganz in der Nähe der Schauplätze lebt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 20.04.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423433556
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Größe: 1178 kBytes
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Nichts ist gut. Ohne dich.

10
Leander

"Oh, das wird Bela ihm nie verzeihen." Meine Mutter lacht und schüttelt gleichzeitig den Kopf. "Dieser Junge. Was stimmt nicht mit ihm? Er kommt aus der besten Familie und hat nur Blödsinn im Kopf."

"Nur, weil Max' Familie reich ist, muss sie nicht zu den besten gehören", erinnere ich sie, während ich die Platten aus meinem Rucksack ziehe und auf ihren Nachttisch lege.

"Sein Vater sitzt im Bundestag."

"Ja, ganz genau."

"Ich verstehe, was du meinst." Sie greift nach dem obersten Album und studiert das Cover. "Gott, es sieht so traurig aus", sagt sie. "Und es ist so tragisch. Ich bin immer noch nicht darüber hinweg."

"Ich weiß." Ich nehme ihr das schwarze Album aus der Hand und gehe damit zum Plattenspieler. "Ich bin mir nicht sicher, ob dir das hier gefällt", sage ich. "Es klingt schon ziemlich düster. Das hat nicht mehr viel mit dem Bowie aus deiner Jugend zu tun."

"Danke, dass du sie besorgt hast, Leander."

"Klar", sage ich. "Ich hab noch ein paar andere mitgebracht. Unter anderem die erste von Lenny Kravitz, die du haben wolltest."

"Ah, Lenny." Meine Mutter seufzt und ich grinse den Plattenspieler an, bevor die ersten Töne von Bowies schwermütigem Abschiedsalbum mir die gute Laune vom Gesicht wischen. Es ist wirklich fraglich, ob das die richtige Untermalung für den heutigen Tag ist, denn dieser Tag ist einer der guten. Meine Mutter wirkt frisch und erholt, sie hat gerade keine Schmerzen, ist neugierig und wach. Ich sehe zu ihr hinüber und sie lächelt mich an. "Erzähl mir von dem Leben da draußen", sagt sie und klopft auf die Matratze, damit ich mich zu ihr setze.

Meine Mutter ist 52 Jahre alt, süchtig nach Büchern und Musik, sie ist ein herzensguter Mensch, ohne meinen Vater besser dran und sie hat Krebs im Endstadium. Ich kämpfe jedes Mal um meine Fassung, wenn ich auch nur daran denke, also vermeide ich den Gedanken weitgehend und tue in der übrigen Zeit so, als wären das hier ganz normale Besuche, in denen sich ein Sohn mit der Mutter austauscht, über Musik, Literatur, das WG -Leben, mein nicht vorhandenes Studium und den ganzen sinnlosen Rest. Denn sinnlos ist so gut wie alles, etwa nicht? Zumindest wenn man es im Verhältnis betrachtet, wenn man es in die richtige Perspektive rückt.

Ich setze mich neben sie aufs Bett und greife nach ihrer Hand. "Wie wäre es mit einem iPod?", frage ich, zum gefühlt hundertsten Mal. "Ich kann dir all deine Musik draufspielen, und du kannst von wo auch immer du gerade bist steuern, was du hören willst." Vom Bett aus ist das, was ich lieber nicht aussprechen will, obwohl es kein Geheimnis ist, dass meine Mutter kaum mehr aufsteht, dass sie sich maximal zwischen Bett und Sofa hin- und herbewegt und die Wohnung nur noch selten verlässt, es sei denn, Lotta fährt sie zu ihrer Behandlung ins Krankenhaus. Zum gefühlt hundertsten Mal antwortet sie: "Das ist nicht das Gleiche", und damit ist das Thema erledigt.

"Hast du deinen Vater in letzter Zeit gesehen?"

Ich lasse ihre Hand los und fahre mir stattdessen durch die Haare. "Nein."

"Nein?" Meine Mutter sieht mich überrascht an. "Er wollte sich eigentlich bei dir melden", erklärt sie. "Er fand, ihr hättet euch schon viel zu lange nicht mehr getroffen."

"Nun", sage ich, während ich aufstehe, nach Lenny Kravitz greife, zum Plattenspieler gehe und die Musik wechsle, "ich hab ihn weder gesehen noch gesprochen." Was nicht heißt, dass er nicht angerufen hat, aber das weiß meine Mutter nicht.

"Also hat er dich angerufen, aber du bist nicht ans Telefon gegangen", stellt sie fest und ich atme einmal tief ein. Dann mache ich mich weiter am Plattenspieler zu schaffen.

"Leander."

"Mmh?"

"Was ist los?"

"Nichts." Ich zucke mit den Schultern, während ich mich umdrehe, zu ihr zurückgehe und mich auf den Sessel neben dem Bett fallen la

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