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Nichts ist okay! von Reynolds, Jason (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.08.2016
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Nichts ist okay!

Zwei Stimmen, zwei Autoren, schwarz und weiß.. Eigentlich wollte Rashad nur eine Tüte Chips kaufen, doch kaum hat er den Laden betreten, wird er von einem Polizisten brutal niedergeschlagen. Beobachtet hat den Vorfall ein anderer Junge: Quinn, der ausgerechnet mit der Familie des Angreifers befreundet ist. Rashad ist schwarz, der Polizist weiß. Ein weiterer rassistischer Übergriff? Wie so viele? Rashad landet im Krankenhaus, und Quinn steht zwischen den Fronten. Er muss sich entscheiden: Tritt er als Zeuge auf und wird zum Verräter? Oder hält er den Mund und schweigt zu Diskriminierung und Gewalt. Derweil organisieren Rashads Freunde eine Demonstration gegen Rassismus und Polizeiwillkür. Eine Stadt gerät in Ausnahmezustand. Und zwei Jugendliche mittendrin. Brendan Kiely studierte am City College in New York und erhielt für seine Bücher zahlreiche Auszeichnungen. Er lebt mit seiner Familie in Greenwich Village.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 26.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423430401
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Originaltitel: All American Boys
    Größe: 825 kBytes
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Nichts ist okay!

FREITAG

RASHAD

Und links! Und links! Und links, rechts, links! Und links! Und links! Und links, rechts, links!

Ist gut, ist ja schon gut.

Hab 'nen Abgang gemacht und sie links liegen lassen. Links, links, links, diese beknackte Schule und diesen noch beknackteren Jungoffiziers-Drill. Es war Freitag, und das bedeutete für mich und praktisch jeden anderen Menschen auf der Welt, dass Party angesagt war. Okay, vielleicht nicht für jeden. Sicher gab es irgendwo einen Mönch auf seinem Berg, der vielleicht an was anderes dachte. Aber 'n Mönch war ich nicht. Gott sei Dank. Für mich und meine Freunde jedenfalls war "Freitag" nur ein anderes Wort für "Party". Montag, Dienstag, Bald-geschafft-Tag, Donnerstag und Party. Oder, wie mein Bruder Spoony immer sagt: "Paah-ty". Und nichts anderes hatte ich im Kopf, als ich mich nach der Schule in eine Klokabine zwängte - Party machen und möglichst schnell raus aus dieser spießigen Uniform.

Gut, dass wir sie nicht jeden Tag tragen mussten. Nur an Freitagen, den "Uniformtagen". Ausgerechnet freitags! Wer war eigentlich auf diese bescheuerte Idee gekommen? Jedenfalls lief ich schon den ganzen Tag in dieser Uniform rum, ab dem ersten Klingeln um zehn vor neun, weil wir ja exerzieren mussten, was letztlich Brüllen und Umhermarschieren bedeutete. Und das ist immer ein tolles Erlebnis, kurz bevor du dich mit dreißig Mitschülern ins Klassenzimmer setzt, wo die Lehrerin entweder am Rand eines Nervenzusammenbruchs steht oder einen Schüler anschreit, er soll sich sofort beim Direktor melden. Ein echter Spaß.

Eines möchte ich klarstellen: Ich hatte dieses Offizierszeugs, diese Kadettenausbildung, wirklich nicht nötig. Ich wollte nicht zu einem Militärverein gehören. Nicht, dass es schlimm gewesen wäre. Eigentlich war es genau wie jeder andere Unterricht auch, nur dass uns Chief Killabrew - der hat ja wohl den komischsten Nachnamen überhaupt - alles über die wichtigen Dinge im Leben beibrachte und wie man ein guter Mensch wird und so Sachen eben. Besser als Mathe war das allemal, und wenn dieser Drillscheiß und die Uniform nicht gewesen wären, dann hätte ich da ganz locker eine Eins gemacht, mit der ich ein paar Dreien hätte ausgleichen können. Ich wusste, dass mein Vater mich schon auf dem besten Weg zum Militär sah. Ohne mich. Dieses Nachwuchsoffiziers-Training war nicht mein Ding. Aber ich zog es durch, und zwar richtig, weil er mich letztlich dazu drängte. Dad gehört zu den Menschen, die glauben, dass ein schwarzer Junge in diesem Land keinen besseren Start kriegen kann, als zur Armee zu gehen. Das war genau das, was er immer behauptete, und zwar wortwörtlich.

"Eines sag ich dir, mein Junge", sagte er immer und lehnte am Türrahmen meines Zimmers. Ich lag auf dem Bett, kritzelte in meinem Skizzenbuch und musste mich echt am Riemen reißen, um mir nicht einfach die Stifte in die Ohren zu stopfen. Dann fuhr er fort: "Zwei Wochen nachdem ich die Highschool geschafft hatte, kam mein Vater zu mir und sagte: 'Die Einzigen, die von nun an in diesem Haus leben werden, sind die Menschen, mit denen ich Liebe mache.'"

"Ich weiß, Dad", stöhnte ich dann immer und wusste genau, was als Nächstes kommen würde, denn das Ganze hörte ich mindestens einmal im Monat. Mein Vater ist berechenbar wie ein Uhrwerk, wahrscheinlich hat er das bei der Armee gelernt. Oder bei der Polizei. Jep, mein alter Herr hat nach nur vier Jahren die grüne Uniform eines Soldaten gegen die blaue Uniform eines Polizisten eingetauscht - obwohl er vom Militär redet, als ob er zwanzig Jahre dabei gewesen wäre. Und die blaue Uniform hat er auch nach vier Jahren an den Nagel gehängt und in einem Büro angefangen, wo er das macht, was man in einem Büro nun mal macht: gelangweilt rumhängen und sich dafür bezahlen lassen.

"Und ich wusste, was er mir sagen wollte: 'Raus hier!'", tönte Dad weiter. "Aber ich wusste nich

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