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Podkin Einohr, Band 2: Das Geheimnis im Finsterbau von Larwood, Kieran (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.12.2018
  • Verlag: Ravensburger Buchverlag
eBook (ePUB)
12,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 04.12.2018 per Download lieferbar

Online verfügbar

Podkin Einohr, Band 2: Das Geheimnis im Finsterbau

Der Kaninchenjunge Podkin Einohr findet im alten Finsterbau ein magisches Schmuckstück: eine Silberbrosche, mit der man bei Mondlicht verschwinden kann. Sein Fund erweist sich als überaus nützlich, denn er und seine wachsende Schar von Gefährten haben eine gefahrvolle Aufgabe vor sich: Sie wollen sich den bösen Kaninchen unter Führung des Gormlords Scramashank entgegenstellen ...

Seit Kieran Larwood mit sechs Jahren den Hobbit gelesen hat, begeistert er sich für Geschichten und fürs Geschichtenerzählen. Er hat an der Universität Southampton Englische Literatur studiert und ist Lehrer an einer Grundschule. Mit seiner Familie lebt er auf der Isle of Wight, und seine Arbeit, seine Kinder und das Schreiben lassen ihm kaum genug Zeit zum Schlafen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 04.12.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783473479306
    Verlag: Ravensburger Buchverlag
    Originaltitel: The Five Realms, Book 2: The Gift of Darkhollow
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Podkin Einohr, Band 2: Das Geheimnis im Finsterbau

Kuckuck

Der Dornhag-Bau liegt noch in tiefstem Schlummer, als der Barde auf Zehenspitzen seine Schlafkammer verlässt. Der Krähentraum sitzt ihm noch in den Knochen, und immer wieder glaubt er, eisengefiederte Flügel quietschen zu hören.

Die Langhöhle ist verlassen. Nur ein einsamer Rammler hat den Kopf auf die Vorderpfoten gelegt und schnarcht vor sich hin. Vor ihm steht noch der leere Metbecher, und unter seinem Maul hat sich auf der Tischplatte eine kleine Sabberpfütze gebildet. Das Feuer ist so gut wie heruntergebrannt, die Glut taucht den großen Raum in mattrotes Licht. Der Barde zieht seinen Umhang um sich und huscht an dem Schlafenden vorbei in den zugigen Tunnel, der zum Ausgang führt.

Der Torwächter, ein muskulöser, mürrischer Bursche, ist ebenfalls eingeschlafen. Er atmet schnaufend, und seine Ohren zucken, weil auch er gerade träumt. Der Barde nimmt sich vor, den Pflichtvergessenen dem Stammesführer Hubert zu melden, schleicht sich an ihm vorbei und drückt einen der schweren Torflügel gerade so weit auf, dass er ins Freie schlüpfen kann.

Die Morgendämmerung steht unmittelbar bevor, zwischen den kahlen Ästen der Bäume wird der Himmel schon hell. Der Schnee auf der Erde ist geschmolzen, und hier und da lugen schon ein tapferer Krokus oder ein Schneeglöckchen aus dem kalten, harten Boden und kündigen den Frühling an. Der Barde schlägt den Pfad ein, der zwischen den Bäumen hindurch zum Waldrand führt. Von dort aus blickt man auf die Schroffhöhen, die sich nach Osten erstrecken. Eine Nebeldecke liegt über dem Tal, und die aneinandergereihten Hügelkuppen gleichen einer Riesenschlange, die sich durch ein Meer aus weißem Dunst windet.

Der Barde steht da und schaut nur, atmet die frische, verheißungsvolle Luft in tiefen Zügen ein. Bald werden an den Zweigen die ersten knittrigen Blätter sprießen und mit ihrem leuchtenden Grün die letzte Erinnerung an den Winter vertreiben.

Es ist an der Zeit weiterzuziehen , geht es ihm durch den Kopf. Es kommt nicht oft vor, dass er ein Vierteljahr lang an ein und demselben Ort bleibt (und das aus gutem Grund). Es kommt aber auch nicht oft vor, dass er seinen großen Bruder sieht.

Podkin. Der Barde seufzt. Er bedauert es jetzt schon, ihn wieder verlassen zu müssen. Für alle anderen Kaninchen im Bau ist Pod nur ein alter Graubart wie viele andere. Ein ausgemusterter Krieger, der Abend für Abend in einem Winkel der Langhöhle hockt, mit den anderen Veteranen Fuchspfote spielt oder döst. Wenn sie wüssten ...

Als hinter ihm ein Zweig knackt, wird er aus seinen Grübeleien gerissen. Kleine Pfoten trippeln, und etwas flitzt hinter einen Busch.

"Du kannst ruhig rauskommen", sagt der Barde. "Du bewegst dich ungefähr so lautlos wie ein übergewichtiger Dachs in Steinpantoffeln."

Im Gebüsch raschelt es, und eine kleine Gestalt mit großen Ohren und braungeschecktem Fell kommt zum Vorschein. Es ist der jüngste Sohn des Stammesführers, der jeden Abend gebannt den Geschichten des Barden lauscht und ihn ab und zu mit gescheiten Bemerkungen oder wissbegierigen Fragen unterbricht. "Das kluge Kerlchen" nennt ihn der Barde bei sich, auch wenn er inzwischen weiß, dass der Kleine "Rauke" heißt.

"Bitte sei nicht böse", sagt Rauke kleinlaut. "Ich habe dir nicht nachspioniert, ich wollte nur ..."

"Hinter mir herschleichen und mich beobachten? Wenn das nicht Nachspionieren ist, weiß ich auch nicht."

"Ja ... das stimmt. Bitte sei nicht böse." Der Kleine sieht aus, als wollte er gleich in Tränen ausbrechen. Er hat schon etliche Male verkündet, dass er später auch Barde werden will, und jetzt hat er Angst, dass er es sich mit dem Alten verdorben hat. Doch der hat Mitleid mit ihm.

"Lass gut sein. Ich hatte sowieso nich

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