text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Schmetterlingswochen von Combs, Sarah (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.03.2018
  • Verlag: cbt Jugendbücher
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Schmetterlingswochen

Die Magie der Schmetterlinge Als die 17-jährige Gloria im Sommercamp zum ersten Mal auf Mason trifft, hält sie ihn für einen egozentrischen Schwachkopf. Überhaupt, wo ist sie hier bloß gelandet, wenn ihr gemeinsamer (anonymer!) Literatur-Dozent sie auf seltsame Schnitzeljagden schickt? Doch was turbulent beginnt, wird zu einem unvergesslichen Sommer der überraschenden Freundschaften und der beflügelnden Selbstfindung. Sarah Combs gibt Schreibseminare an einem gemeinnützigen Literacy Center in Lexington, Kentucky, wo sie mit ihren zwei kleinen Söhnen, zwei pazifistischen Jagdhunden und ihrem Mann lebt, den sie in einem Sommercamp kennengelernt hat, das durchaus gewisse Ähnlichkeit mit dem aus Schmetterlingswochen hat. Bevor sie begann, Seminare zu geben, hat sie als Lateinlehrerin und Bibliothekarin gearbeitet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 12.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641160920
    Verlag: cbt Jugendbücher
    Originaltitel: Breakfast Served Anytime
Weiterlesen weniger lesen

Schmetterlingswochen

Ins kalte Wasser

Die Schmetterlinge zeigten sich zum ersten Mal in der Nacht, bevor ich ins Strebercamp fuhr. Der erste tauchte völlig unerwartet auf: ein blauer Bote aus einer anderen Welt, der auf der Windschutzscheibe des röchelnden Chrysler LeBaron, den ich erst vor ein paar Monaten von meiner Großmutter geerbt hatte, seine Flügel hob und senkte. Carol saß neben mir auf dem Beifahrersitz, und als ich sie am Knie anstupste und darauf deutete, rückte sie ihre Sonnenbrille nur ein Stück nach vorne, starrte den Schmetterling an, als könnte er eine ansteckende Krankheit übertragen, und meinte: "Die sind überall, Glo. Es ist eine richtige Plage."

Danach begann ich, die blauen Schmetterlinge auf einmal allerorten zu entdecken, wohin ich auch sah - ein bisschen wie wenn man ein neues Wort aufschnappt und es einem plötzlich ständig über den Weg läuft.

Allerdings kann ich mich nicht erinnern, wann ich mal nicht nach Zeichen Ausschau gehalten hätte. Mit zwölf schlich ich zum Beispiel in regelmäßigen Abständen auf Zehenspitzen zu unserem mondbeschienenen Briefkasten hinaus, weil ich allen Ernstes erwartete, darin (um Mitternacht an einem x-beliebigen Dienstag!) einen Liebesbrief in ägyptischen Hieroglyphen oder eine Einkaufsliste in der zittrigen, unleserlichen Handschrift des Geists von Boo Radley zu finden. Gebt mir einen Glückskeks, einen Magic-8-Ball, eine Blaue-Schmetterlings-Plage und ich erkenne darin hundertpro irgendeine dringende Botschaft des Universums. Fragt Carol: Ihr zufolge bin ich eine Meisterin in der Kunst der geheimen Kommunikation, aber die volle Nullcheckerin, wenn abzusehen ist, dass sich wirklich was zusammenbraut. Was im Strebercamp geschah? Genau das. Ich habe es null kommen sehen, nicht mal ansatzweise.

Dieser erste magische blaue Schmetterling blieb die komplette Fahrt bis zum Dairy-Queen-Schnellimbiss auf der Windschutzscheibe des Münchs sitzen. Das ist eine Erfindung von Carol: der Münch wie in LeBaron - der Baron - von Münchhausen. Carols Vater ist Psychologe, deshalb spricht sie immer über Zeug wie das Münchhausen-Syndrom. Sie hat schon Diagnosen für unsere halbe Klasse erstellt, und das Münchhausen-Syndrom ist allem Anschein nach das, was Sophie Allen hat, weil sie ständig Krankheiten vortäuscht, um sich vor dem Sportunterricht zu drücken. Laut Carol bin ich ziemlich normal, habe aber einen Hang zur Übertreibung und sollte an meiner Impulskontrolle arbeiten. Impulskontrolle? Im Ernst? Wir saßen gerade mal zehn Minuten im Auto, und Carol hatte ihrem Freund Oscar, der wie ein kubanischer Halbgott aussieht, mindestens 4000 SMS geschrieben.

Nicht zuletzt deshalb konnte ich es kaum erwarten, dass das Strebercamp losging: Ich war verpflichtet, meinen ganzen Kommunikationstechnikkram abzugeben, wenn ich dorthin ging. Laut der Hochglanzbroschüre verfolgt das Strebercamp das Konzept, Kentuckys "hellsten und klügsten Köpfen" unter den angehenden Zwölftklässlern einen Vorgeschmack auf das Collegeleben zu vermitteln. Deshalb muss man sich auch einen Kurs aussuchen und all so was. Erst habe ich mit Forensik geliebäugelt (zu unappetitlich), dann kurz über Theaterwissenschaften nachgedacht (zu naheliegend), um mich schließlich als erste Wahl für den Kurs mit dem kryptischen Titel Geheimnisse des geschriebenen Wortes einzuschreiben. Der Kursleiter - ein Typ namens Dr. Weston A. Xavier - hatte in der Hochglanzbroschüre keinerlei Infos über seinen Kurs zur Verfügung gestellt. Nichts als ein Titel und ein Name, hier ankreuzen und gut. Dieser mysteriöse Mangel an Informationen war es, der letztendlich den Ausschlag gab. Ich kreuzte das Kästchen an, schickte meine Bewerbung weg und hoffte auf etwas Wunderbares. Dr. Weston A. Xavier enttäuschte mich nicht: Mehrere Wochen später erhielt ich einen Brief in wunderschöner Handschrift, der sogar mit echtem Wachs versiegelt war.

Liebe Teilnehmer,

ich freue mich darauf, euch im J

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen