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Schurkenstraße 7 von Haas, Meike (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.09.2015
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Schurkenstraße 7

In dieser Straße stimmt was nicht! Als Lina neu in die Schurkenstraße zieht, merkt sie gleich, dass hier etwas nicht stimmt. Das reizende Lächeln der Nachbarin ist eigentlich ein fieses Haifischgrinsen, und der angeblich so nette Edi Ebsbeck kann seine Finger beliebig verlängern und zu einem Schlüssel verformen. Wie gut, dass Lina den Jungen Wendelin trifft, der auch schon gemerkt hat, dass die Bewohner etwas im Schilde führen. Zusammen ersinnen die Kinder einen Plan. Meike Haas, 1970 geboren, studierte Germanistik, Philosophie und Buchwissenschaften und arbeitete als Journalistin. Heute lebt sie mit ihrer Familie als Kinder- und Jugenbuchautorin in München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 22.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423428194
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Serie: dtv junior
    Größe: 31500 kBytes
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Schurkenstraße 7

Die Nachbarin

"Ich will aber nicht!" So tönte es am ersten Mittwoch der Sommerferien durch eine schmale Straße in einem hübschen Vorort von Hannover. Die Stimme drang aus dem Innern eines blauen Kleinwagens, der sich gerade in Bewegung setzte. Er zuckelte einem großen Umzugslaster hinterher, und zwar in Richtung Autobahn. "Keiner hat mich gefragt!"

Die Stimme gehörte Lina Schmidt. Lina war zehn Jahre alt, hatte fast genau 17 Sommersprossen auf der Nase, trug die dunkelblonden Haare in einem Pferdeschwanz und saß auf der Rückbank.

Halt, das war es eben: Lina saß nicht, sie war festgeklemmt. Eingepackt zwischen dem Rest-Mobiliar, das nicht mehr in den großen Umzugslaster gepasst hatte. Von rechts drückte eine Pappkiste, links schob sich ein Stuhlbein in ihre Seite. Auf Linas Schoß lag ein Sofapolster, ein kleiner Teppich, ein Beutel mit einzelnen Socken und schließlich - direkt vor ihrem Gesicht - ihre Bettdecke mit dem Sternenmuster.

Sie fühlte sich wie ein gefesselter Schwerverbrecher. Das lag nicht nur am Festgeklemmtsein. Viel schlimmer war, dass sie gegen ihren Willen in dieses Auto verfrachtet worden war. Dass sie in ein neues Haus gebracht wurde. Wie in ein Gefängnis. Das fand Lina unglaublich gemein!

Dabei hatte sie nichts verbrochen. Gar nichts. Was konnte denn sie dafür, dass ihr Vater eine neue Stelle angenommen hatte? Und dann noch in einer Stadt mit dem furchtbaren Namen Würgelsheim an der Graus?

"Papa hätte doch auch daheim am Museum bleiben können!", rief sie nach vorne.

"Lina. In Würgelsheim wird er Direktor!", antwortete die blonde Frau auf dem Beifahrersitz mit säuselnd sanfter Stimme. Sie hieß Katja Schmidt und war Linas Mutter. Katja sprach oft säuselnd und sanft.

Lina mochte das nicht. Sie hatte längst herausgefunden, dass diese sanfte Stimme nur eine Tarnung war, um möglichst unauffällig unangenehme Befehle zu geben.

"Na und?"

"Du musst das verstehen: Für ihn ist das eine einmalige Chance."

"Für mich ist es eine einmalige Katastrophe!"

Lina drehte ihren Kopf zur Seite und wollte sauer aus dem Fenster schauen. Sie sah aber nur ein mittelbraunes Quadrat aus Holz. Das war die Unterseite des Hockers, dessen Bein ihr in die Seite stach. Auf der anderen Seite sah sie ein hellbraunes Rechteck aus Pappe. Das war der Umzugskarton.

Also schloss Lina die Augen und war im Dunkeln sauer.

Der Umzugslaster und das kleine blaue Auto tuckerten unterdessen weiter. Sie fuhren auf die Autobahn hinauf und 219 Kilometer später verließen sie sie wieder. Sie erreichten Würgelsheim, fuhren auf der Ringstraße um die Altstadt herum und näherten sich der Brücke über die Graus. Kurz danach wurde Lina seitlich gegen die Pappkiste gepresst. Offenbar hatte ihr Vater das Auto in eine Kurve gelenkt.

Sie öffnete die Augen und knurrte leise in die Sternendecke hinein: "Wo sind wir?"

"Schon fast da! Wir biegen gerade in die Schurkenstraße ein."

"In die ... was?" Es war das erste Mal, dass Lina den Namen hörte.

"In die Schurkenstraße."

"Schurkenstraße?!"

"Genau: In die Schurkenstraße", bestätigte ihre Mutter.

"Was ist denn das für ein Gruselname! Da will ja wohl keiner wohnen! Das ist schauderhaft und unheimlich und ...!"

"Ach Lina! Schurken hat doch nichts mit Schurken im Sinne von Ganoven zu tun! Nein. Karl Friedrich Schurken war ein ganz berühmter Arzt und Wissenschaftler im 18. Jahrhundert." Katja kannte bei fast jedem Straßennamen den dazugehörigen Menschen und seine Bedeutung, denn sie war nicht nur Linas Mutter, sondern auch Dozentin für Geschichte. Kurz blitzte in Lina die Frage auf, wo denn ihre Mutter jetzt arbeiten würde, wenn sie nicht mehr an der Universität in Hannover unterrichtete? Aber dann fand sie das sehr nebensächlich.

"Egal! Ic

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