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Schwanentod von Bomann, Corina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.07.2016
  • Verlag: Coppenrath, Münster
eBook (ePUB)
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Schwanentod

Ein grausamer Fund erschüttert das Leben auf der beschaulichen Urlaubsinsel Rügen: Die aufstrebende Ballerina Sandrine treibt in einem Schwimmbecken - tot, mit abgeschnittenen Füßen und umgeben von weißen Schwanenfedern. Die 17-jährige Clara liest in der Lokalzeitung von dem Mord. Als sie kurze Zeit später eine bedrohliche anonyme SMS erhält, wird ihr klar, dass es jemand auch auf sie abgesehen hat. Etwa Sandrines Killer? Was plant er als nächstes? Clara beginnt zu recherchieren und schaut hinter die Fassade der Ballettwelt, in der ein harter Konkurrenzkampf herrscht. Dabei ahnt sie nicht, dass ein Spiel begonnen hat, bei dem nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihrer Freunde in tödlicher Gefahr ist.

Schon seit sie lesen kann, ist Corina Bomann den Büchern verfallen. Nachdem sie zahlreiche Romane für Jugendliche und Erwachsene geschrieben hat, unter denen mehrere Bestseller waren, veröffentlicht sie mit dem 'Krähenmann' nun ihren ersten Mädchenthriller. Geboren in Mecklenburg, lebt sie heute mit ihrer Familie in Berlin. Wenn sie nicht gerade schreibt, malt oder liest, unternimmt sie lange Spaziergänge am Meer.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 15.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783649668695
    Verlag: Coppenrath, Münster
    Größe: 2432kBytes
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Schwanentod

Prolog

Leise knarrten die Dielen unter Sandrines Schritten, als sie den Flur durchquerte. Im Tanzstudio war es kühl. Offenbar hatte die Frau, die hier sauber machte, vergessen, die Heizung anzustellen.

Fröstelnd rieb sich das Mädchen die Schultern. Kälte war Gift für die Muskeln einer Tänzerin. Schnell konnte man sich eine Zerrung einfangen. Das war das Letzte, was sie brauchte, denn schon bald würden die großen Proben am Theater beginnen. Aus diesem Grund hatte ihr die Ballettlehrerin erlaubt, im Studio zu üben, wann immer sie wollte. Madame Rosi war mächtig stolz gewesen, dass eine ihrer Elevinnen die Rolle der Odette in "Schwanensee" ergattert hatte. Es war ein harter Wettbewerb gewesen. Jede freie Minute hatte Sandrine trainiert. Aber letztlich hatte es sich ausgezahlt. Odette, die schöne Prinzessin, die vom Zauberer Rotbart in einen Schwan verwandelt und erst von diesem Bann erlöst wurde, als Prinz Siegfried ihr seine ewige Liebe schwor - Sandrine war überglücklich über ihren Sieg im Tanzwettbewerb und ging völlig in ihrer Rolle als verzauberte Odette auf.

Als Sandrine auf der Bühne stand, brauchte sie nicht so zu tun, als wäre sie ein Schwan. Sie war der Schwan. Der gute wie der böse. Die Juroren waren begeistert. Wo die anderen mit dem Satz "Wir melden uns" davongeschickt wurden, durfte sie bleiben und wurde gecastet. Die Tür zur Umkleide knarrte leise beim Öffnen. Der verblassende Duft von Deospray strömte ihr entgegen. Jemand hatte sein Handtuch auf einer der Bänke liegen gelassen. Wahrscheinlich wieder Olga, ging es ihr durch den Sinn. Die hält sowieso nie Ordnung.

Sandrine legte ihre Tasche auf einem der Stühle ab, dann schälte sie sich aus ihren Kleidern. Schlagartig überzog eine Gänsehaut ihren Körper. Zähneklappernd schlüpfte sie in ihr schwarzes Trikot und die weißen Shorts, dann zog sie ihre Legwarmer über. Anschließend betrachtete sie sich im Spiegel.

Die Angst zuzunehmen, saß ihr ständig im Nacken, obwohl es dafür eigentlich keinen Anlass gab. Ihre Taille war gertenschlank, ebenso ihre Beine, kein überflüssiges Gramm saß auf ihren Hüften. Nicht viele Mädchen aus dieser Ballettschule konnten mit ihr mithalten.

Doch der Druck war hoch, nur die besten Mädchen bekamen ein Stipendium und durften auf eine internationale Karriere hoffen. Sandrine gehörte zu ihnen. Die Ballettschule in Bergen war nur eine Zwischenstation. Wenn ihre Eltern wieder zur Vernunft kamen und nach Frankreich zurückkehrten - es konnte nicht mehr lange dauern, denn dieser Teil Deutschlands war einfach zu öde -, würde sie nach Paris zurückgehen und dort in eine der besten Ballettschulen. So lange würde sie eben hier üben. Sich verbessern. Und beim großen Open Air "Schwanensee" tanzen. Die Ballettschulen würde es nicht kümmern, wo sie aufgetreten war, sondern nur, dass sie aufgetreten war. In einer Hauptrolle, bei der sie sich sogar gegen erwachsene Tänzerinnen durchgesetzt hatte.

Ein Geräusch riss Sandrine aus ihren Gedanken. Irgendwo ging eine Tür. Kam die Ballettlehrerin? Oder eine ihrer Mitschülerinnen?

Es war Samstagnachmittag, das reguläre Training begann aber erst um drei. Sandrine blickte auf ihre Uhr, bevor sie sie abnahm und zu ihren Sachen legte. 14:35 Uhr. Ein bisschen Zeit hatte sie noch, bevor sich die Räume füllten und es schwierig wurde, sich richtig zu konzentrieren.

Rasch strich sich Sandrine das Trikot glatt und holte ihre Spitzenschuhe hervor. Rasch überprüfte sie die Einlagen, dann schlüpfte sie hinein und schloss mit geübten Handbewegungen die Schleifen. Als sie diese Schuhe zum ersten Mal trug, hatte sie geglaubt, sich nie daran gewöhnen zu können. Regelrecht gehasst hatte sie sie!

Aber nun wollte sie sie gar nicht mehr von ihren Füßen wegdenken. Immer wenn Sandrine sie ablegte, kam sie sich nackt vor, ihrer Fähigkeiten beraubt. Natürlich konnte sie auch ohne Spitzenschuhe tanzen, aber jede Bewegung wirkte mit ihnen gleich

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