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Schwarze Stunde von Fehér, Christine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.09.2011
  • Verlag: cbt Jugendbücher
eBook (ePUB)
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Schwarze Stunde

Ihre Liebe schmerzt - bis in den Tod
Zwölfte Klasse, Studienfahrt. Eine Schülerin fehlt, als alle am Frühstückstisch sitzen: die gerade 18 gewordene Valerie, der man nachsagt, zwischen ihr und dem Englisch-Referendar Corvin Schwarze sei was am Laufen. Da kommt die Polizei in den Raum: Valerie wurde schwer verletzt gefunden - jemand hat sie von einer Klippe gestürzt. Aber wer? War es ihr Ex-Freund Manuel, der nie über die Trennung hinwegkam? Ihre Freundin Alena, die ihr die Heimlichtuerei verübelt? Die Klassenlehrerin Frau Bollmann, die selbst in Corvin Schwarze verliebt war? Oder etwa Corvin selbst, der nicht akzeptieren wollte, dass Valerie Abstand von ihm suchte?

Christine Fehér wurde 1965 in Berlin geboren. Neben ihrer Arbeit als Lehrerin schreibt sie seit Jahren erfolgreich Kinder- und Jugendbücher und hat sich einen Namen als Autorin besonders authentischer Themenbücher gemacht. Für ihr Jugendbuch 'Dann mach ich eben Schluss' wurde sie 2014 mit dem Buxtehuder Bullen ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 19.09.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641045272
    Verlag: cbt Jugendbücher
    Größe: 906kBytes
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Schwarze Stunde

19. (S. 198-199)

Du hast Schluss gemacht?" Alena steht in ihrer Wohnungstür und starrt mich an, als könne sie nicht glauben, was ich eben erzählt habe. "Bist du ganz sicher, dass du das wirklich wolltest? Du liebst ihn doch so. Wie du aussiehst, ganz dunkle Ringe unter den Augen." "Kein Wunder, ich hab kaum geschlafen", antworte ich und fühle schon wieder Tränen in mir aufsteigen. Nach der ersten Erleichterung darüber, dass ich die Trennung von Corvin hinter mich gebracht hatte, überkam mich ein grenzenloses Gefühl von Trauer, das auch jetzt noch anhält; mir ist zumute, als ob ich in einen Krater stürze oder in einen leeren Brunnen, von Treibsand verschluckt werde.

Erst ganz allmählich ist mir klar geworden, dass er wirklich weg ist, fort aus meinem Leben, von der Schule einmal abgesehen. Ich habe ihm gesagt, es sei vorbei, und noch am selben Abend hat er angefangen, mir so sehr zu fehlen, dass es schmerzt, mein ganzer Körper brennt innerlich. Irgendwie habe ich die Nacht herumbekommen, die meiste Zeit davon wach, nur ab und zu bin ich in eine Art Halbschlaf gefallen, und die ganze Zeit fühlte ich selbst dann und sofort wieder beim Aufwachen dieses schwarze Gefühl von Leere und Hoffnungslosigkeit.

Es gibt nichts mehr, auf das ich mich freuen kann. Auch beim Frühstück wurde es nicht besser, und ich war froh, endlich aufstehen und aus dem Haus gehen zu können, nachdem ich nur ein paar Schluck Tee getrunken und eine Scheibe Toastbrot gegessen habe. Meiner Mutter habe ich etwas von einer leichten Magenverstimmung erzählt. Auf die Idee, zu Alena zu gehen, bin ich erst draußen gekommen. Mit irgendjemandem muss ich jetzt reden, und außer ihr gibt es niemanden, der mich auch nur halbwegs verstehen könnte.

Es widerstrebt mir, ausgerechnet dies mit ihr zu teilen, ausgerechnet jetzt. Aber ich kann so nicht zur Schule gehen, kann Corvin nicht unter die Augen treten, solange ich noch so verheult bin. Alena hat gesagt, dass sie mich liebt. Sie muss mir helfen, mich irgendwie auffangen. "Komm erst mal rein", sagt sie, ich zögere, will nicht so gesehen werden, ungeschminkt, weil jede Farbe in meinem Gesicht sowieso verlaufen würde, rot geweint, klein und wie zertrümmert.

Alena bemerkt meinen Blick. "Hier ist niemand, der überflüssige Fragen stellen könnte, wir sind ganz unter uns." Sie nimmt mich am Arm und lotst mich durch die Tür, dieses Mal bleibt sie behutsam, umschlingt mich nicht, drückt mir keine Küsse ins Gesicht und auf die Lippen. Sobald sie die Tür hinter uns geschlossen hat, geht sie mir voraus in die Küche und setzt die Padmaschine in Gang, wenig später durchströmt ein anregender Duft nach frischem Kaffee den Raum. Sie nimmt die zwei fertig gefüllten Tassen heraus, schüttet ein paar Pralinen aus einer angebrochenen Packung in ein Schälchen und stellt alles auf den Tisch, rückt Zuckerdose und Milchkanne neben einer Blumenvase mit Astern zurecht.

Der Anblick tut gut, alles wirkt so aufgeräumt, so unschuldig, als gäbe es kein zerstörtes Leben wie meines, kein Mobbing, keine Todesdrohungen, keinen Liebeskummer. Gleichzeitig schmerzt es nur umso mehr. "Der Kaffee wird dich ein bisschen klarer sehen lassen", ermuntert sie mich. "Und weißt du was: Zur Schule müssen wir beide heute überhaupt nicht gehen. Wir bleiben einfach hier und du erzählst mir alles in Ruhe."

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