text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Serafina Black, Band 02 und die Tiere der Nacht von Beatty, Robert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.04.2017
  • Verlag: Egmont Schneiderbuch
eBook (ePUB)
12,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Serafina Black, Band 02

Eine Kutsche, von vier Hengsten gezogen, fährt durch die Nacht - doch der Kutschersitz ist leer! Serafina sträuben sich die Nackenhaare. Das unheimliche Gefährt hält direkt auf Biltmore zu, wo alle fest schlafen! Plötzlich stoppt die Kutsche, und ein seltsamer Mann steigt aus, gefolgt von einem Rudel angriffslustiger Wolfshunde. Nur mit knapper Not kann Serafina entkommen. Sie findet heraus, dass es ein mächtiger Zauberer ist, der es auf die Bewohner von Biltmore abgesehen hat. Doch um ihn aufzuhalten, muss Serafina erst ihre eigenen Kräfte entdecken und das Schicksal annehmen, das die ganze Zeit auf sie gewartet hat...

Robert Beatty lebt mit seiner Frau und den drei Töchtern in Asheville im Herzen der Blue Ridge Mountains/North Carolina. In der Nähe seines Wohnortes liegt das Biltmore House, ein von der Familie Vanderbilt im 19. Jahrhundert errichtetes Herrenhaus mit riesigen Ländereien. Dies ist der Schauplatz der 'Serafina'-Reihe, über die Robert sagt: 'Mein Wunsch war es, für meine Töchter eine Geschichte über ein außergewöhnliches und heldenhaftes Mädchen zu schreiben.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 06.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783505139352
    Verlag: Egmont Schneiderbuch
    Serie: Serafina Black Bd.2
    Originaltitel: Serafina and the Twisted Staff
    Größe: 1494 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Serafina Black, Band 02

1

S erafina pirschte durch das Unterholz des mondhellen Waldes. Sie lief geduckt und hielt den Blick fest auf die Beute gerichtet. Wenige Schritte von ihr entfernt nagte eine große Buschratte an einem Käfer. Serafinas Herz schlug ruhig und gleichmäßig in ihrer Brust, während sie sich behutsam und lautlos an die Ratte heranschlich. Ihre Muskeln zuckten, bereit zum Sprung. Aber sie überstürzte nichts. Sie wartete auf den richtigen Moment. Als die Ratte sich vorbeugte, um einen weiteren Käfer aufzulesen, schlug sie zu.

Die Ratte sah sie aus den Augenwinkeln heranspringen. Es überstieg Serafinas Verstand, warum so viele Tiere des Waldes vor Angst erstarrten, wenn sie zuschlug. Wenn der Tod in Gestalt von Reißzähnen und Klauen aus dem Dunkeln auf sie zugesprungen käme, hätte sie um ihr Leben gekämpft. Oder sie wäre davongerannt. Irgendetwas hätte sie jedenfalls getan. Kleine Waldtiere wie Ratten, Kaninchen und Streifenhörnchen waren nicht gerade bekannt für ihre Tapferkeit, aber was brachte es, vor Angst zu erstarren?

Als sie sich auf die Ratte fallen ließ, packte sie in Sekundenschnelle zu und hielt sie fest umklammert. Und jetzt, da es viel zu spät war, begann das Rattenmännchen sich zu wehren, zu beißen und zu kratzen. Sein kleiner behaarter Körper wurde zu einer sich windenden Schlange, das winzige Herz schlug rasend schnell. Na endlich , dachte sie, während sie das Klopf-klopf-klopf seines Herzens in der Handfläche spürte. Endlich beginnt der Kampf!

Natürlich war alles nur Übung, das Anschleichen und Zuschlagen, die Beute zu verfolgen und sie zu packen. Serafina brachte die Tiere nicht um, die sie jagte, dazu bestand kein Grund. Aber das wussten die doch nicht, verflixt nochmal! Sie war der Schrecken! Sie war der Tod! Also warum erstarrten sie im Moment ihres Angriffs? Warum flohen sie nicht vor ihr?

Serafina setzte sich auf den Waldboden und lehnte sich mit dem Rücken an eine alte, knorrige und mit Efeu überwucherte Eiche. Die Ratte hielt sie in der geballten Faust.

Dann öffnete sie die Hand langsam.

Sofort schoss die Ratte davon, so schnell sie konnte, aber Serafina schnappte sie sich und hielt sie wieder fest in ihrer Hand.

Sie ließ die Faust einige Sekunden geschlossen, dann öffnete sie sie erneut.

Dieses Mal rannte die Ratte nicht los. Sie saß zitternd und hechelnd auf Serafinas Handfläche, zu verwirrt und erschöpft, um erneut loszuspringen.

Serafina hob den verängstigten Nager etwas näher an ihr Gesicht, neigte den Kopf zur Seite und studierte ihn. Die Buschratte sah nicht so aus wie die fiesen grauen Kanalratten, die sie üblicherweise im Keller des Biltmore Anwesens fing. Diese spezielle Ratte hatte einen vernarbten Riss am linken Ohr. Sie war also schon einmal in Ungnade gefallen. Und mit den dunklen Knopfaugen und den bebenden Schnurrhaaren besaß sie mehr Ähnlichkeit mit einer niedlichen, pummeligen, braunen Maus als mit den üblen Schädlingen, deren erfolgreiche Bekämpfung Serafina den Titel der Obersten Rattenfängerin eingebracht hatte. Ihr schlechtes Gewissen meldete sich, weil sie sie gefangen hatte, aber sie wusste auch, dass sie instinktiv zuschnappen würde, falls die Ratte erneut zu fliehen versuchte. Sie hatte keine Wahl. Es war ein Reflex.

Während die kleine Ratte wieder zu Atem kam, suchte sie mit hastigen Blicken nach einem Ausweg. Aber sie wagte es nicht. Sie wusste, dass Serafina sie fangen würde, sobald sie zu fliehen versuchte; dass es ihre Natur war, mit ihr zu spielen, mit der Pfote nach ihr zu schlagen und sie mit den Krallen zu verletzten, bis sie am Ende tot war.

Doch dann setzte Serafina die Ratte auf den Waldboden. "Entschuldige, Kleiner, ich perfektioniere nur meine Fähigkeiten."

Die Ratte blickte verwirrt zu ihr hoch.

"Lauf schon", sagte Serafina sanft.

Die Ratte warf einen Blick zum Distel

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen