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Sommernachtszauber von Alpsten, Ellen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.06.2013
  • Verlag: Coppenrath Verlag
eBook (ePUB)
13,99 €
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Sommernachtszauber

Seit ihrer ersten Begegnung mit dem jungen Schauspieler Johannes ist das Leben für Caroline wie ein Rausch. Tagsüber gibt sie auf der Bühne alles, um ihre erste große Rolle als Julia perfekt zu spielen. Nachts trifft sie sich heimlich mit ihm für weitere Proben im dunklen Theater. Johannes holt aus ihr und der Rolle das Beste heraus und die beiden verlieben sich haltlos ineinander. Doch Caroline wagt nicht, irgendjemandem von ihrem Glück zu erzählen. Denn Johannes dürfte gar nicht existieren. Er wurde während einer 'Romeo und Julia'-Inszenierung in den 30er-Jahren grausam auf der Bühne erstochen und mit einem Fluch belegt. Und langsam erkennt Caroline, dass ihre Liebe zu Johannes sie vor eine unmögliche Wahl stellt ...

Ellen Alpsten wurde 1971 als Tochter eines deutschen Tierarztes in Kenia geboren. Nach ihrem Abitur in Deutschland studierte sie zwei Jahre Jura in Köln, ehe sie an das französische 'Institut d'Etudes Politiques de Paris' wechselte. Nach ihrem Abschluss im Jahr 1998 arbeitete sie in London als Produzentin bei dem Wirtschaftsssender Bloomberg TV, ehe sie als Live-Markt-Reporterin für den deutschen Sender N24 vor die Kamera wechselte. Zur selben Zeit unterschrieb Ellen Alpsten ihren ersten Verlagsvertrag mit Eichborn für den Roman 'Die Zarin'. Seit 2004, nach der Geburt ihres ersten Sohnes, ist Ellen Alpsten als freie Journalistin und Schriftstellerin tätig, u. a. für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Spiegel Online und Vogue. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 15.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783649615309
    Verlag: Coppenrath Verlag
    Größe: 3146 kBytes
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Sommernachtszauber

Berlin, im Juni 1935

Bis zur Aufführung blieb Johannes noch eine halbe Stunde. Heute Abend ging sein Leben los. Die Zukunft war jetzt! Er blickte in den gut beleuchteten Spiegel, der die enge Garderobe vollkommen beherrschte, und versuchte, seine Gefühle auszuloten. Wer kein Lampenfieber hat, der macht seine Sache nicht gut, hatte Max Reinhardt, sein Lehrer an der Schauspielschule, immer wieder gesagt. Sah er aus wie Romeo, ein junger Mann aus Verona im 14. Jahrhundert? Er setzte sich gerade auf, sein Atem kam jetzt tief aus dem Bauch; mit einem Summen legte er seine Stimme tiefer. Das Herz schlug dennoch zu hart in seiner Brust. Du musst loslassen, Johannes. Erst dann bist du groß. Erst dann bist du frei. Frei von dir selbst. Auch das hatte Max Reinhardt immer wieder zu ihm gesagt, der, bei allem Respekt, auch ganz schön nerven konnte!

Loslassen. Was für ein Unsinn! Er musste sich im Griff haben, darauf kam es doch an, oder? Dann würde er ein ganz Großer werden. Im Geist sah er die künftigen Plakate vor sich: Johannes Steiner ist Macbeth ... ist Hamlet ... ist Faust ... ist König Lear! Ihm wurde angenehm schwindelig.

Es klopfte an die Tür. War es schon Zeit?

"Herein", sagte er.

Zuerst schoben sich mehrere Blumensträuße und dann die Garderobenhilfe durch die Tür. "Noch mehr Aufmerksamkeiten für Sie, Herr Steiner", sagte sie. "Ich habe mir Vasen in der Kantine geliehen." Sie hielt die Wasserkrüge der Belegschaft hoch.

"Na, hoffentlich hat niemand Durst. Stellen Sie sie bitte hin, wo Sie Platz finden."

Sie zeigte auf einen großen Strauß. "Der hier ist von Ihrer Frau Mutter. Sie sitzt in der ersten Reihe, Herr Steiner. Elegant sieht sie aus! Könnten Sie mir vielleicht ein Autogramm besorgen? Ich habe ihren letzten Film fünfmal gesehen!"

Johannes las die Karte am Strauß seiner Mutter. " Toi, Toi, Toi, mein Schatz! Ich drücke Dir die Daumen ."

Die Garderobenhilfe wollte gerade noch etwas sagen, doch eine zierliche junge Frau pochte mit dem Knöchel an den Türrahmen und unterbrach sie selbstbewusst.

"Klopf, klopf! Ist das die Garderobe des großen Johannes Steiner? Ich habe allllllllllle Ihre Stücke gesehen und ..."

"Mach dich nicht über mich lustig, Judith!", unterbrach Johannes sie, konnte sich aber ein geschmeicheltes Grinsen nicht verkneifen. Die Garderobenhilfe drückte sich gegen die Wand, um ihnen nicht im Weg zu sein. Schließlich war Judith Goldmann die Tochter des Hauses und schon auf dem besten Weg, eine Berühmtheit zu werden. Dieser stumme Respekt Judiths Familie gegenüber beeindruckte Johannes immer wieder. Da wollte er auch hin. Seine Mutter war zwar ein Filmstar, aber Judith kam aus einer Familie, die bei der göttlichen Verteilung des Genies zweimal HIER! geschrien hatte. Er umarmte sie, ehe er sie etwas von sich schob und musterte.

"Du musst dich umziehen, Judith. In zwanzig Minuten geht der Vorhang auf."

Sie zuckte mit den Schultern. "Gleich. Ich habe im Gegensatz zu dir schon auf der Bühne gestanden."

Von ihrer Gelassenheit hätte er sich gern eine Scheibe abgeschnitten. Er wollte so viele Dinge so sehr!

"Ich wollte dir noch ein besonderes Toi Toi Toi wünschen!"

Judith ging auf die Zehnspitzen und küsste ihn. Ihre Lippen waren voll und rot, auch ohne Schminke. Sein Schneewittchen: so weiß wie Schnee, so rot wie Blut, so schwarz wie Ebenholz. Er erwiderte ihren Kuss zärtlich und fuhr durch ihre langen Haare.

"Deine Haare sind ja noch nass!", wich er entsetzt

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