text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

SOS. Gefährlicher Zauber von Bosch, Pseudonymous (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.02.2015
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
12,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

SOS. Gefährlicher Zauber

Magie gibt es nicht, davon ist Clay überzeugt. Doch dann tauchen auf mysteriöse Weise Worte aus seinem Notizbuch als Graffiti in seiner Schule auf und er wird in ein Camp für problematische Jugendliche auf einer einsamen Vulkaninsel verbannt. Hier jagt eine seltsame Überraschung die nächste, und schließlich weiß Clay überhaupt nicht mehr, was er denken soll. Spricht er allen Ernstes mit einem Lama? Hat er wirklich einen Geist gesehen? Was ist das gruselige Geheimnis der verlassenen Bibliothek? Nur einer Sache ist sich Clay ganz sicher: Hinter den Wolken aus Vulkanasche ist nichts, wie es scheint. Pseudonymous Bosch ist das Pseudonym des Autors der GEHEIMNIS-Serie. Es ist nicht viel über ihn bekannt, außer dass er eine Passion für Schokolade und eine ebenso große Abneigung gegen Mayonnaise hat. Gerüchte über Bosch-Erscheinungen sind so häufig und so verlässlich wie Meldungen über UFOs. Sollten Sie jemals eine Person treffen, die erklärt, Pseudonymous Bosch zu sein, handelt es sich mit Sicherheit um einen Hochstapler. Angeblich verbirgt sich der echte Pseudonymous momentan in einem abgelegenen Dschungel - es gibt aber auch Stimmen, die behaupten, er halte sich irgendwo in Grönland auf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 02.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401804439
    Verlag: Arena Verlag
    Serie: Bad Magic Bd.1
    Originaltitel: Bad Magic
    Größe: 5437 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

SOS. Gefährlicher Zauber

Kapitel 2

Eine Schulaufführung

D as Graffiti stammte zwar nicht von Clay, aber die an der Mauer verewigten Worte Magie ist Scheiße waren tatsächlich auf seinem Mist gewachsen. Allerdings hatte er sie ganz woanders hingeschrieben.

Nämlich auf Papier. Nicht auf Putz.

Wie viele andere große Werke der Literatur - und wohl auch viele große Werke der Graffiti-Kunst - waren Clays Worte (und zwar alle drei!) vom größten aller Wortschöpfer, William Shakespeare, inspiriert.

Nicht dass du denkst, ich will damit Eindruck schinden.

Okay, vielleicht will ich das. Aber es stimmt trotzdem.

Lass es mich erklären:

Jedes Jahr im Frühling studierten die Sechstklässler an Clays Schule ein Shakespeare-Stück ein - wobei es auf den jeweiligen Schüler ankam, ob dies zum Höhepunkt seiner schulischen Laufbahn oder zum reinsten Albtraum wurde.

Für Clay traf, wie du dir sicher denken kannst, Letzteres zu.

Am häufigsten wählten die Sechstklässler Macbeth, weil darin Hexen und blutige Hände eine Rolle spielen, oder Ein Sommernachtstraum, weil darin Feen und ein Mann mit Eselskopf vorkommen.

In diesem Jahr war ein neuer Sprachkundelehrer, Mr Bailey, an die Schule gekommen. Zum Leidwesen der Schüler hatte er darauf bestanden, selbst das Stück auszusuchen. Dann hatte er sich für Der Sturm entschieden. Und zu allem Überfluss wollte er auch noch persönlich die Hauptrolle übernehmen. Das war nicht gerade fair.

DER STURM.

Von William Shakespeare.

Mit E. BAILEY

und seinen Sechstklässlern

Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass du sämtliche Stücke von Shakespeare gelesen hast, und das sogar mehr als einmal. (Falls nicht, solltest du unverzüglich dieses Buch beiseitelegen und damit anfangen.) Nur für den Fall, dass dir die Einzelheiten unerklärlicherweise entfallen sind, möchte ich dir ins Gedächtnis rufen, dass es in dem Stück Der Sturm um einen Zauberer namens Prospero geht, der mit seiner Tochter auf einer tropischen Insel gestrandet ist.

Es kommt ein Sturm darin vor. Schiffbrüchige. Ein Ungeheuer. Eine Romanze. Magie. Und lauter Durcheinander.

Das Übliche eben.

Clay gefiel das Stück recht gut. Zumindest der Anfang mit lautem Blitz und Donner und dem großen Pappschiff, das schon in den ersten paar Minuten der Aufführung kaputtging. (Obwohl Clay das Schiff selbst bemalt hatte, empfand er bei dessen Zerstörung ein Gefühl der Befriedigung.)

Die Rolle, die man ihm zugeteilt hatte, gefiel ihm weniger: Antonio, Prosperos hinterhältiger jüngerer Bruder.

Clays Meinung nach waren die besten Rollen die von Ariel, dem Baumgeist, der alle mit einem Zauber belegt, und die von Caliban, dem Ungeheuer, das für Prospero Sklavendienste leistet. Um die grünen Glitzerstrumpfhosen beneidete er den Ariel allerdings nicht.

Die Rolle des Caliban hatte Gideon bekommen. Bei der Premiere sah Clay neidisch zu, wie sein Freund, dessen Gesicht mit herrlich scheußlicher Halloween-Schminke zugekleistert war, knurrend und grollend über die Bühne fegte und dabei die fürchterlichsten Flüche ausstieß.

Als Antonio hatte Clay nicht viel zu tun. Im letzten Akt des Stücks verzeiht Prospero seinem Bruder, der unrechtmäßig das Herzogtum an sich gerissen hat, woraufhin Antonio sich weder entschuldigt noch verteidigt, ja nicht einmal wie Caliban flucht.

Stattdessen musste Clay etwas abseits neben der Rauchmaschine stehen, sich die hochtrabenden Reden des alten Zauberers anhören und dabei versuchen, nicht an das Publikum zu denken, das ihn ständig im Blick hatte.

Während der Aufführung brannte der Theaterrauch in Clays Augen und er verspürte zunehmend eine innere Unruhe und überhaupt ein seltsames Gefühl.

Immer wenn er Mr Bailey anblickte, sah Clay nicht seinen Lehrer vor sich und auch nicht Prospero, Antonios älteren Bruder,

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen