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Sturmgeflüster von Engelmann, Gabriella (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.06.2015
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Sturmgeflüster

Für Tinka sollte es der coolste Sommer ever werden. Doch wenn einen die beste Freundin versetzt, sind Ferien auf Sylt einfach nur noch langweilig. Bis Tinka Kitesurfer Sven kennenlernt, der sie in seine Clique aufnimmt und mit seinem durchdringenden Blick ihr Herz sofort zum Kentern bringt. Bald aber merkt Tinka, dass er und die anderen ihr etwas verschweigen. Es ist fast zu spät, als Tinka begreift, dass sie selbst die dunkle Vergangenheit wieder heraufbeschworen hat. Die gebürtige Münchnerin Gabriella Engelmann entdeckte in Hamburg ihre Freude am Schreiben. Nach Tätigkeiten als Buchhändlerin, Lektorin und Verlagsleiterin genießt sie die Freiheit des Daseins als Autorin von Romanen, Kinder- und Jugendbüchern. Märchen stand sie bisher skeptisch gegenüber - was sich mit 'Weiß wie Schnee, rot wie Blut, grün vor Neid' schlagartig geändert hat. Foto: © by Peter Wolff Fotodesign

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 08.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401804743
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 3021 kBytes
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Sturmgeflüster

1

E cht doof, dass du nicht mitkommst. Ich werde garantiert vor Langweile sterben. Und du bist schuld daran", maulte ich zum x-ten Mal, seit meine beste Freundin Jule mir kurz vor knapp abgesagt hatte. Eigentlich hatten wir gemeinsam zu meinen Großeltern fahren wollen. Doch irgendwelche Reitturniere, an denen sie unbedingt teilnehmen musste, hatten unsere gemeinsamen Ferienpläne geschreddert und ich guckte jetzt dumm in die Röhre.

"Stell dich nicht so an. Es gibt ja wohl Schlimmeres, als den Sommer auf Sylt zu verbringen", konterte Jule, ihrerseits genervt von meiner Leier. "Du wirst den ganzen Tag am Strand abhängen, Natursträhnen kriegen, mit denen du wie ein cooles Beach-Babe aussiehst, super Typen kennenlernen und jede Menge Spaß haben."

"Weil es in diesem verschlafenen Nest ja auch sooooo viele heiße Jungs und jede Menge Clubs gibt, in denen man Leute kennenlernen kann", sagte ich im gleich lamentierenden Ton, obwohl ich mich selbst allmählich unausstehlich fand. "Morsum ist weder Kampen noch Westerland. Da gibt es nichts außer Kühen, Schafen, Misthaufen und Bauern. Und das Meer musst du auch suchen, das ist nämlich ständig weg."

Jule grinste. "Oh, ist das Meer auf der Flucht? Ach komm schon, Süße, du wirst es überleben. Und wenn nicht, kannst du ja immer noch zurück nach Berlin fahren. Zwingt dich ja keiner, die gesamten Sommerferien dort zu verbringen."

"Nur meine Eltern, die froh sind, dass sie mich mal los sind", fuhr ich mit meiner Nölerei fort. Keine Ahnung, was heute mit mir los war.

Im Grunde hatte ich einfach nur gechillt mit Jule frühstücken wollen, bevor sie mich zusammen mit Mum zum Bahnhof Südkreuz brachte, von wo aus der ICE nach Hamburg fuhr. In Altona musste ich dann in die NOB umsteigen mit Ziel Westerland auf Sylt. Am späten Nachmittag würden Opa und Oma mich in Morsum abholen. "Und wehe, ihr schafft es, morgen ins Berghain zu kommen, dann kille ich dich", sagte ich in spielerisch drohendem Ton. Seit unserem sechzehnten Geburtstag träumten Jule und ich nämlich davon, uns an dem gefürchteten Türsteher des angesagtesten Techno-Clubs in Berlin vorbeizumogeln.

"Mann, du bist ja heute echt übelst drauf!" Jule schnappte sich den Rest meines Croissants mit Himbeermarmelade und aß ihn auf. "Wenn du deine miese Laune beibehältst, wird der Urlaub garantiert 'ne Pleite. Freust du dich denn gar nicht auf deine Oma und deinen Opa? Wie lange ist es her, dass du sie zuletzt gesehen hast?"

Ich dachte nach. So vier, fünf Jahre waren es bestimmt, wenn nicht gar länger, weil immer irgendetwas dazwischengekommen war. Was schade war, denn damals hatte ich viel Spaß mit Oma Inken und Opa Eycke gehabt.

"Doch", antwortete ich und beschloss, mich am Riemen zu reißen. "Okay, okay, ich habe die Botschaft verstanden. Ich nehme mir fest vor, den Sommer meines Lebens zu haben. Und zwischendurch werde ich dich bedauern, weil du dich auf irgendwelchen Turnieren langweilst, statt mit mir auf Sylt Spaß zu haben."

"Jaja, streu nur Salz in meine Wunden." Jule zog spielerisch einen Flunsch. "Wenn ich gewusst hätte, dass das mit dem Reiten so anstrengend werden würde ..."

"... hättest du trotzdem damit begonnen", vollendete ich ihren hypothetischen Satz, den ich schon zigmal gehört hatte. "Du bist eine Pferdenärrin, wie sie im Buch steht, warst es immer und wirst es immer bleiben."

"Bist du startklar, Tinka?", hallte es auf einmal durch mein Zimmer in der Berliner Altbauwohnung mit den dunklen Dielenböden und hohen Stuckdecken. Auftritt Mum.

"Glaub schon", murrte ich und schaute auf die Uhr. Tatsächlich. Wir mussten schleunigst los, wenn ich den Zug nach Hamburg nicht verpassen wollte. Gut, dass ich schon vor dem Frühstück fertig gepackt hatte.

Keine vierzig Minuten später saß ich im ICE und versuchte, gegen den Kloß anzukämpfen, der sich in meinem Hals bildete, auch wenn ich gar nicht genau wusste, woher der p

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