text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

The Shadow of a Fire von Bosshard, Samira (eBook)

  • Verlag: Ravensburger Buchverlag
eBook (ePUB)
3,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

The Shadow of a Fire

Wenn dir das Feuer alles nimmt, scheint nur die Liebe hell genug, um dich aus der Dunkelheit zu befreien. Doch die Schatten der Vergangenheit lauern unentwegt und brennen auf Rache... Avalee steht vor den Trümmern ihrer Existenz, als sie eines Tages von der Schule kommt und ihr Zuhause in Flammen auffindet. Ihre Familie - spurlos verschwunden... Trauer und Schuldgefühle drohen sie zu überrollen, als sie auf den mysteriösen, arroganten und zudem unglaublich gut aussehenden Damon trifft. Jede Begegnung wirft Avalee aufs Neue aus der Bahn und doch scheint sich ihre Verzweiflung in seine grünen Augen endlich zu lösen. Bliebe da nicht das Gefühl, ständig beobachtet zu werden. Als die Polizei neue Erkenntnisse über das Unglück gewinnt, ist klar: Avalee schwebt in Lebensgefahr! Samira Bosshard schrieb ihren Debüt-Roman 'The Shadow of a Fire' mit gerade mal 14 Jahren und konnte direkt überzeugen: 2017 gewann sie mit ihm den YA Schreibwettbewerb #SchreibmitRavensburger vom Ravensburger Buchverlag und der mobilen Schreib- und Leseplattform Sweek. Nur als eBook verfügbar

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 389
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783473478941
    Verlag: Ravensburger Buchverlag
    Größe: 3218 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

The Shadow of a Fire

Kapitel 2

Gegen sechs Uhr richtete ich mich auf und streckte mich. Ich hatte die Nacht bei offenem Fenster am Boden verbracht, weswegen die Zimmertemperatur nun auf geschätzte zehn Grad gesunken war. Der kühle Wind streifte sanft meine nackte Haut und zauberte eine Gänsehaut herbei. Ich entledigte mich meines Nachthemds, zog mir mein schwarzes Sweatshirt über den Kopf und krempelte es mir mit steifen Fingern über die Hände. Dann fuhr ich mir kurz durchs Haar und verließ das Zimmer.

Unten im Speisesaal herrschte wenig Betrieb. So früh an einem Samstag waren nur die wenigsten Jugendlichen wach, die meisten nutzten das Wochenende, um den verpassten Schlaf nachzuholen.

Ich steckte eine halbe Scheibe Brot in den Toaster und goss mir ein Glas Wasser ein, ehe ich zu dem üblichen Tisch in der hintersten Ecke schlurfte. Während ich den paar anderen zusah, wie sie Berge von Rührei und Speck in sich hineinschaufelten, zerkrümelte ich meinen Toast zwischen den Fingern. Seit drei Wochen war ich nun schon hier in einer betreuten Wohngemeinschaft für Jugendliche in Belham und ich wünschte mir nichts sehnlicher, als aus diesen trostlosen, kargen Mauern verschwinden zu können. Alles hier erinnerte mich an das, was ich verloren hatte.

Hier ging es jedem so. Das Jugendheim war wie eine Sammelstelle für vergessene, liegen gebliebene Kinder. Restmüll. Alles Menschen, die verlassen wurden, ungewollte Leute, verborgen hinter der Liebe, die sie nie bekommen hatten. Oder verloren - so wie ich.

Ich hatte alles gehabt, liebende Eltern, Geschwister. Ein sicheres Zuhause. Manch einer hier beneidete mich darum, doch für mich war meine liebevolle, behütete Vergangenheit ein Fluch. Du kannst dich nicht verloren fühlen, wenn du nie wusstest, wie sich Liebe anfühlt. Aber ich wusste, wie es war, wenn Dad mich mit stolzem Blick betrachtete oder meine Mutter mir, als ich klein war, die Haare flocht. Ich wusste alles. Und jetzt war alles weg.

Abwesend zupfte ich eine Serviette aus dem Serviettenbehälter, als mein Blick auf die spiegelnde Oberfläche traf. Für einen Augenblick war ich wie gelähmt. Ich sah fürchterlich aus. Meine Wangen waren fahl und blass, das Haar stumpf und platt. Als mein Blick zu meinen Augen wanderte, schaute ich weg. Ich wollte mir nicht in die Augen sehen, ich konnte es nicht. Konnte die unerträgliche Schuld nicht ertragen, die mir entgegenblicken würde. Denn ich war es. Die Schuldige. Ich war diejenige, die den Bus verpasst hatte und zu spät nach Hause zurückgekehrt war. Zu spät für meine Familie. Zu spät, um sie zu retten. Meine Schuld. Vier Leben, die auf meine Kosten gingen.

Ich spürte die Wut und den Hass auf mich selbst in mir pulsieren. Mit einer solchen Wucht, dass er polternd umkippte, schob ich den Stuhl nach hinten und hastete die Stufen zu meinem Zimmer hinauf. Das Wasser und das Stück Brot ließ ich unberührt liegen. Es kümmerte doch eh niemand, wenn ich verhungerte.

Der Duft von Leder und Earl Grey schlug mir entgegen, als ich die Tür zu Irinas Büro öffnete. Sie saß am Schreibtisch, vertieft in ihre Notizen, und blickte auf, als ich den Raum betrat. Mit der einen Hand legte sie ihre Notizblätter in ein Ablagefach, mit der anderen bedeutete sie mir, mich zu setzen.

"Schön, dass du hier bist, Avalee. Möchtest du eine Tasse Tee?"

Ich schüttelte schwach den Kopf und ließ mich auf einen grünen Polstersessel sinken. Während ich mich in dem kleinen Büro umsah, goss sie sich die heiße Flüssigkeit in eine Tasse. Das Zimmer war klein, kaum größer als eine Abstellkammer, aber gemütlich eingerichtet. Dicke Perserteppiche bedeckten den Boden, auf einem antiken Beistelltisch standen kakifarbene Vasen mit Wildblumen und zwei grüne Samtsessel luden zum Teetrinken ein. Die Untertasse klapperte, als Irina ihre Porzellantasse auf dem Tisch abstellte

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen