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Uhrwerk der Unsterblichen von Kopainski, Alexander (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.12.2018
  • Verlag: Drachenmond Verlag
eBook (ePUB)

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Uhrwerk der Unsterblichen

Der letzte Sekundenschlag deiner Taschenuhr markiert den Zeitpunkt, ab dem du unsterblich bist. Averys Alterungsprozess wurde für immer eingefroren, als seine Uhr wie bei allen Unsterblichen aufgehört hat zu ticken. Heute führt er ein zurückgezogenes Leben in Paris, fern des Übernatürlichen. Einzig die stillstehenden Zeiger erinnern ihn daran, dass er magische Kräfte besitzt. Als die menschliche Giulia seine Identität aufdeckt und kurz darauf ein unerklärlicher Mord die Menschenwelt in Aufruhr versetzt, schließt er sich notgedrungen mit ihr zusammen, um den Täter zu finden. Doch trotz seiner Kräfte birgt die Suche nach dem Mörder unüberwindbare Gefahren, die die magischen Gesetze einzureißen drohen. Alexander Kopainski wurde 1996 nahe Saarbrücken geboren. Durch seine Begeisterung für Fantasyliteratur und Thriller hat er schon früh eigene Schreibversuche gewagt. Während seiner Arbeit als Coverdesigner hat er bereits in seinem Kopf die Geschichte zu seinem Debüt 'Uhrwerk der Unsterblichen' gesponnen. Wenn er nicht gerade Bücher in Kleider hüllt oder selbst welche schreibt, kocht und reist er für sein Leben gern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 450
    Erscheinungsdatum: 08.12.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959914970
    Verlag: Drachenmond Verlag
    Größe: 2025 kBytes
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Uhrwerk der Unsterblichen

Kapitel Sieben


Ein paar Minuten später drückte er die Klinke hinab. Kurz nachdem er die Tür hinter sich geschlossen hatte und sich sicher war, dass ihn niemand mehr sehen konnte, schnippte er mit den Fingern, woraufhin ihn heiße Luft umhüllte, um die Feuchtigkeit aus seinen wuscheligen Haaren und seiner Kleidung zu ziehen.

Er betätigte den Kippschalter an der Wand und das harte Licht der Deckenlampe flutete den Raum mit den verhältnismäßig schmalen Fenstern. Sein Blick wanderte von seinem Bücherregal zu seinem einfachen Bett, auf dem er nicht mal gut schlafen konnte. Das Gefühl von Geborgenheit verflog genau hier in der Einzimmerwohnung, in der er lebte, sich aber kein Stück zuhause fühlte. Damit schafften es die heutigen Ereignisse erneut, seine positiven Gefühle zu verdrängen.

Bei dem Gedanken daran, dass er würde fliehen müssen, wenn Giulia wirklich hinter sein Geheimnis kam, drehte sich sein Magen um.

Bei Giulia hatte Avery nie ein Glühen sehen können - geschweige denn eine Krone der Magie oder magische Flügel der Freiheit. Konnte dennoch die Chance bestehen, dass sie eine Sapye war und es nur nicht wusste?

Behutsam schob er mit einem Finger die Vorhänge beiseite. Durch die Mosaikscherben der Fenster sah er die Menschen, wie sie sich durch die Gassen schoben. Was wäre, wenn sie ihn jetzt alle entlarven konnten? Wenn Paris zum Minenfeld wurde? Und wie Kinder bei "Der Boden ist Lava" fürchtete er nun die Straßen unter ihm.

Im siebten Stock des Altbaus zurückgezogen grübelte Avery über die nächsten Tage nach. Thérèse zählte auf ihn. Er musste den nächsten Morgen wieder zur Schicht antreten. Dass er dabei Giulia höchstwahrscheinlich über den Weg laufen würde, ließ ihn frösteln. Würde er sich nun zurückziehen und nie wieder ins Theater gehen, fand er womöglich nie heraus, was Giulia meinte und wieso sie offenbar seine Kräfte sehen konnte.

In dem Mosaik spiegelte sich das Foto seiner Mutter an der gegenüberliegenden Wand wider. Er drehte sich zu dem Bild um und seufzte.

Verdammt. Wenn ich dich doch nur um Rat fragen könnte, dachte er und fühlte, wie die Wärme aus seinen Fingern verschwand.

Er rieb seine Hände aneinander und zog dann die Ärmel seines Pullovers weiter hinab. Seine Mundwinkel zogen sich tiefer nach unten und seine Lider sanken ein Stück.

"Die Menschen wollen uns nichts Gutes. Wenn der Schleier fallen sollte ... dann renn! Renn vor den Menschen weg und schau nicht zurück", hallte die Stimme Célestines in seinem Kopf nach.

Obwohl seine Familie früher sogar enge Freundschaften mit Menschen gepflegt hatte und seine Eltern unauffällige Berufe angenommen hatten, war ihnen stets bewusst gewesen, dass es Wege gab, den magischen Schleier zu brechen. Wenn die Sapye den Schutz erschaffen konnten, konnten sie ihn auch wieder niederreißen. Diese Vorstellung trieb eine Gänsehaut über seinen Körper, ließ ihn wieder gedankenverloren aus dem Fenster starren.

Nachdem ein Mann auf der Straße jemanden angerempelt und damit das organische Bild der sich ein- und ausschiebenden Menschenmassen durchbrochen hatte, rührte sich Avery. Er ging zu seiner winzigen Küchenzeile und füllte Wasser in seine Teekanne.

Was, wenn seine Mutter damals recht gehabt hatte? Avery hatte die Zeit des großen Umsturzes nicht erlebt. 1920 hatten die Sapye bereits für eine Ewigkeit im Untergrund gelebt - nur wenige, wie seine Eltern, hatte es zu den Menschen getrieben.

Seine Eltern hatten geglaubt, was zerstört worden war, könne auch wieder aufgebaut werden. Die Menschen trugen Böses in sich und waren zum eigenen Leid verdammt - doch sie hatten auch das Licht in ihnen gesehen. Das Licht, das jeder Mensch in sich trug und das er nur der Welt zeigen musste.

Auch Giulia trug dieses Licht. Avery hatte ihr Licht schon gespürt, als er zum ersten Male die Treppen der O

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