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Versteck dich! Ich schütze dich von Bote, René (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.12.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Versteck dich!

Die Mutter: säuft wie ein Loch. Der Stiefvater: kann nur prügeln. Kein Wunder, dass Julia da abgehauen ist. Und wer stolpert im Park fast über sie? Genau. Eigentlich hätte ich aus der Sache schnell wieder raus sein können, das Jugendamt ist ja da gleich um die Ecke, aber nee, lieber nicht. Was, wenn sie die Kleine wieder zurückschicken? Ich will sicher sein, dass sie nie wieder zu ihrer versoffenen Mutter und ihrem prügelnden Stiefvater muss. Bloß, jeder Erwachsene, den ich einweihe, wird sie sofort zum Jugendamt schleifen. Also muss ich sie verstecken und mich selbst um sie kümmern. Eine echte Herkulesaufgabe, aber ich werde es schaffen, weil ich es schaffen muss.

René Bote ist ein Kind der siebziger Jahre und des Ruhrgebiets. Er machte seine ersten Versuche als Autor schon in der Grundschule mit Fortsetzungen zu bekannten Kinderbuchreihen. Heute schreibt er überwiegend Bücher und Kurzgeschichten für junge Leser. Die Themen sind von Freundschaft und Romantik bis zu Spannung und Abenteuer breit gestreut.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 88
    Erscheinungsdatum: 14.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743107625
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 462kBytes
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Versteck dich!

Der Fund im Park

D er Einsatzwagen nähert sich der letzten Haltestelle vor dem Rathaus, wenn alles gut geht, bin ich in einer Minute raus aus diesem Irrenhaus. Es ist fünf nach halb acht, der Bus gesteckt voll, Gespräche, die sich gegenseitig zu übertönen versuchen, das Geschrei der Fünftklässler und Musik aus viel zu weit aufgedrehten mp3-Playern und Smartphones vermischen sich zu einer gehörtötenden Geräuschkulisse. Von hinten drückt mir einer, der noch nie was davon gehört hat, dass alle mehr Platz haben, wenn jeder seine Tonne abnimmt, seinen Rucksack ins Kreuz, und vom Festhalten an der Stange unter der Decke tut mir allmählich der Arm weh, aber was mich wirklich nervt, sind die seichten Witze unseres Klassenkaspers. Einmal in Fahrt gekommen, kennt Daniel einfach keine Grenzen mehr, und seit Steffi mich gefragt hat, warum ich mich gestern nicht bei ihr und den anderen aus der Clique hab blicken lassen, und ich wahrheitsgemäß zugegeben hab, dass ich mal wieder bei Jana war, malt er den Umstehenden in den schillerndsten Farben eine lesbische Beziehung aus.

Dabei weiß er ganz genau, dass Jana mir Mathe-Nachhilfe gibt, weil ich nach einer Drei minus in der Fünften im letzten Jahr auf eine Vier abgerutscht bin. Nachdem ich die erste Arbeit in diesem Schuljahr komplett verhauen hab, wollten meine Eltern mir einen Nachhilfelehrer aufs Auge drücken, um, wie sie's ausdrücken, den freien Fall zu stoppen, und mit jemandem aus meiner Klasse zu lernen, ist ein Kompromiss, den ich ihnen mühsam abgerungen hab. Jana macht das auch nicht aus Freundschaft, denn so dicke sind wir wirklich nicht miteinander, sondern weil meine Eltern dafür ihr Taschengeld ganz ordentlich aufstocken, und ich halte durch, weil das immer noch besser ist als irgend so ein verknöchertes Fräulein, das meine Eltern sonst wohl auftreiben würden. Immerhin hilft es, denn im Gegensatz zu unserem Mathelehrer kann Jana mir den Stoff so erklären, dass ich ihn verstehe, und in der letzten Arbeit hatte ich eine glatte Drei.

Das jetzt Daniel zu erklären, kann ich mir aber schenken, denn der hat sich in einen Rausch geredet, und die einzige Möglichkeit, ihn zu stoppen, würde die Mordkommission auf den Plan rufen. Naja, noch eine Haltestelle, dann bin ich ihn vorerst los.

Doch als der Bus hält, sehe ich Unheil nahen: Zweihundert Meter weiter springt die Ampel auf Rot, und da wir mitten im dicksten Berufsverkehr sind, stauen sich natürlich innerhalb kürzester Zeit etliche Autos vor der Kreuzung, die den Halt genutzt haben, um den Bus zu überholen. Mit der nächsten Grünphase kommt der Bus da bestimmt nicht rüber, sondern wohl erst mit der dritten, das sagt mir meine Erfahrung aus mehr als zwei Jahren, die ich nun schon um diese Zeit in die Innenstadt zur Schule fahre. Also noch fünf oder sieben Minuten Daniels blödes Gerede ertragen? Nein!

Kurz entschlossen dränge ich mich zum Ausgang durch, ignoriere den Protest von Bianca aus der Parallelklasse, als ich sie versehentlich mit dem Ellbogen ramme, und schiebe zwei Fünftklässler, die auf ihren Handys irgendwas zocken und nicht merken, dass ich durch will, mit der Schulter zur Seite. Beschwert euch bei Daniel, der bettelt ja förmlich um Ärger, und einen, der so energisch auf seine Ziele hinarbeitet, sollte man doch unterstützen, oder? Ich schaffe es gerade noch rechtzeitig nach draußen, es hat schon angefangen, zu piepen, als Warnung, dass die Türen gleich zugehen.

Während hinter mir der Bus anfährt und keine fünf Meter weit kommt, atme ich erst mal tief durch. Endlich Ruhe! Falls Daniel begriffen hat, dass ich seinetwegen ausgestiegen bin, freut er sich jetzt wahrscheinlich eine Lampe ans Knie, aber das interessiert mich im Moment herzlich wenig.

In normalem Gehtempo überquere ich den Platz vor dem Finanzamt, an dessen Rand die Bushaltestelle liegt, und erreiche durch einen Durchgang in der Häuserzeile die Parallelstraße. Zum Rennen gibt e

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