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Was Jungs mit 15 wollen und warum ich das weiß von Abidi, Heike (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.11.2018
  • Verlag: Oetinger Taschenbuch
eBook (ePUB)
6,99 €
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Was Jungs mit 15 wollen und warum ich das weiß

Was Mädchen wollen - und Jungs denken.

Justines Leben wird gleich mehrfach auf den Kopf gestellt: Erst muss sie ihr geliebtes Internat verlassen und auf eine normale Schule gehen, dann trifft sie ein Kugelblitz, woraufhin sie die äußerst sonderbare Fähigkeit entwickelt, die Gedanken anderer zu hören. Allerdings nur, wenn sich diese um Gefühle drehen, und von Jungs stammen. Das sorgt für einige erhellende Erkenntnisse, allerdings auch für ziemliches Gefühlschaos, als Justine sich in Lenny verliebt. Denn dessen Gedanken sind ziemlich verwirrend.

Mit Heike Abidis 'Was Jungs mit 15 wollen und warum ich das weiß' können Mädchen nun endlich die Gedanken der Jungs lesen.

Heike Abidi, Jahrgang 1965, studierte Sprachwissenschaften und arbeitet heute als freiberufliche Werbetexterin und Autorin. Sie lebt mit ihrem Mann und Sohn in der Nähe von Kaiserslautern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 15.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864180699
    Verlag: Oetinger Taschenbuch
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Was Jungs mit 15 wollen und warum ich das weiß

01 Eine SMS, eine App und eine neue Adresse

Mürrisch starre ich aus dem Zugfenster. Es sieht aus, als würden Bäume, Getreidefelder, Hügel und Dörfer im Affentempo an uns vorbeirasen. Dabei ist es genau umgekehrt. Wir rasen, und alles andere steht still. Eine optische Täuschung, auf die ich immer wieder reinfalle. Kein Wunder, dass die Menschen früher dachten, die Sonne würde sich um die Erde drehen. Die glaubten einfach, was sie sahen. Man geht eben immer davon aus, selbst der Mittelpunkt des Universums zu sein.

Im Moment ist mein Universum dieser ICE , und ich wünschte, ich könnte mich darauf freuen, bald anzukommen. Doch ehrlich gesagt wäre ich viel lieber geblieben, wo ich herkomme. Im Internat Falkenburg, der weltbesten Schule, in der ich rundum happy war. Bis heute.

Na ja, eigentlich nur bis vor ungefähr drei Wochen, als meine Mutter mir eröffnet hat, dass sie vorhat, unser Leben völlig auf den Kopf zu stellen.

"Du wirst sehen, das wird toll , Justine!", hat sie geschwärmt.

Toll ist ihr Lieblingswort und lässt in meinem Hinterkopf sämtliche Alarmglocken schrillen. Denn sie benutzt es zielsicher für Dinge, die sich hinterher als absolut schrecklich entpuppen. So wie diese Last-minute-Reise, die uns in eine Baustellenhölle geführt hat (aber ein tolles Schnäppchen war). Oder dieser trostlose Kinoabend, bei dem ich vor Langeweile fast eingeschlafen wäre (ein toller französischer Experimentalfilm). Einmal habe ich es sogar gegoogelt und festgestellt, dass toll ursprünglich so etwas wie unsinnig, schlimm, verwirrt bedeutet hat. Na, wenn das nicht passt!

Nun ja. Mein neues Leben wird also toll werden.

Kann ich bitte mein altes zurückhaben?

Zuerst war das Internat zwar nur eine Notlösung für uns gewesen, weil meine Mutter beruflich so viel reisen musste, aber nachdem mein anfängliches Heimweh verschwunden war, habe ich mich in die Falkenburg verliebt! Seitdem genießen Mama und ich die gemeinsamen Ferien und Wochenenden umso intensiver und verstehen uns so gut wie Schwestern. Ob das in Zukunft auch so sein wird, wenn wir uns wieder täglich sehen?

Wir durchqueren jetzt einen Wald, und kurz bevor mir endgültig schwindelig wird, fährt der Zug in einen Tunnel ein. Statt der verschwommenen Tannen sehe ich im Fenster nun ein Mädchen in Jeansjacke und T-Shirt, das trotz des milden Frühlingswetters eine Beanie-Mütze trägt. Darunter kommt eine braune Mähne zum Vorschein, die weder richtig lockig noch schön glatt ist, sondern irgendwie wild und ungezähmt.

Ich betrachte mein Spiegelbild, als sähe ich es zum ersten Mal. Was ziemlich schwierig ist, schließlich kenne ich mich schon seit über fünfzehn Jahren. Da stelle ich mir lieber vor, ich wäre jemand aus meiner neuen Klasse, in die ich ab Montag gehe. Werden meine neuen Mitschüler mich mögen? Oder arrogant finden? Cool? Langweilig? Witzig? Doof?

Ich versuche, mir einzureden, es wäre mir egal.

Doch das stimmt leider nicht ganz.

Na ja, ehrlich gesagt bin ich sogar ein kleines bisschen aufgeregt. Aber nur, weil ich neue Dinge generell spannend finde. Sogar, wenn ich mich null darauf freue. Und sie vorübergehender Natur sind.

"Ein Jahr geht schnell vorbei, Justine", hat meine Mutter gesagt. Ich fürchte, da irrt sie sich. Ein Jahr ist eine halbe Ewigkeit!

Wir kommen wieder ins Tageslicht, und mein Spiegelbild weicht dem Blick auf die ersten Vororte. Jetzt sind es höchstens noch zwanzig Minuten bis zum Bahnhof. Mama wird garantiert am Bahnsteig stehen und mich überschwänglich begrüßen. Sie schafft es immer irgendwie, überall im Mittelpunkt zu stehen. Nicht, weil sie das will, sondern weil es einfach passiert. Sie ist eben ein bisschen ... anders. Etwas lauter, bunter, fröhlicher, rundlicher und verrückter als andere Mütter. Und meistens finde ich das ja auch gut. Aber wenn sie mich vor

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