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Weg mit Knut! von Wung-Sung, Jesper (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.01.2017
  • Verlag: Carl Hanser Verlag München
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Weg mit Knut!

An Williams Leben ist gar nichts normal. Denn William hat Krebs. Und William hasst Knut. Knut wohnt unter Williams Bett und kommt nur hervor, wenn die beiden allein sind. Irgendwann kam er einfach durchs Fenster geklettert, kugelrund und mit perfektem Seitenscheitel. Inzwischen denkt Knut gar nicht mehr daran, wieder zu verschwinden. Aber William muss Knut loswerden, egal wie. Denn Knut ist nicht irgendwer. Er verkörpert Williams Krankheit und damit auch den Tod. Solange Knut bei ihm ist, kann William nicht gesund werden. Doch William wächst über sich selbst hinaus und befreit sich: von Knut und dem Krebs. Wunderbar feinfühlig fängt dieses Jugendbuch die Gedankenwelt des kranken William ein. Jesper Wung-Sung, 1971 geboren, studierte Literatur, Englisch und Dänisch an der Universität von Kopenhagen. Seit 1998 veröffentlichte er zahlreiche Kurzgeschichtensammlungen und Jugendbücher, für die er mit den wichtigsten Preisen seines Landes ausgezeichnet wurde, u. a. mit dem Staatspreis für Literatur des dänischen Kulturministeriums. Seine Jugendromane gehören zu den meistgelesenen Werken in dänischen Schulen. Der Autor beteiligt sich regelmäßig an sozialen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten und ist ein gefragter Redner zu Themen wie Gewalt, Toleranz, männliche Identität, soziale Ungerechtigkeit etc. Opfer - Lasst uns hier raus! (2016) war sein erstes Jugendbuch bei Hanser. 2017 folgte sein Jugendroman Weg mit Knut!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 30.01.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783446255937
    Verlag: Carl Hanser Verlag München
    Originaltitel: Ud med Knud / Boot Canute
    Größe: 1906 kBytes
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Weg mit Knut!

3

"Einmal Krosser Schweinebauch mit Petersiliensoße ", sagt Papa und stellt das Tablett mit dem Teller aufs Bett.

"Danke."

Es ist nicht mal eine Stunde vergangen, seit William zwei große Portionen Abendessen in der Küche verdrückt hat. Sie wissen beide, wieso er schon wieder Hunger hat, aber Papa spielt den diskreten Kellner, als wäre William ein Gast, der sich eben erst an den Tisch gesetzt hat.

"Haben Sie sonst noch einen Wunsch, der Herr?"

"Nein danke."

"Soll ich Ihnen Gesellschaft leisten, während Sie speisen?"

"Nein danke. Ich bringe das Tablett dann zurück."

"Sie können einfach rufen."

"Ja, danke."

"Gerne." Papa fällt aus der Rolle und streicht dem Gast über den Kopf, bevor er geht.

William würde sich am liebsten sofort über das Essen hermachen, aber er beherrscht sich. Er wartet, und tatsächlich taucht erst eine teigige Hand mit Würstchenfinger auf dem Bett auf, dann die andere, und schließlich hat Knut sich am Fußende auf das Bett gewälzt. Er ist so außer Atem, als hätte er einen Berg bestiegen.

"Du kannst mich einfach Sonntag nennen", sagt er.

"Wieso denn?"

"So wie Robinson Crusoe, der hat den Wilden 'Freitag' genannt, weil er ihm an einem Freitag begegnet ist."

William überlegt und zählt. "Aber sind wir uns denn an einem Sonntag begegnet?"

"Das habe ich nie behauptet, aber von allen Wochentagen klingt Sonntag zweifellos am coolsten."

"Aber wäre das dann nicht verkehrt?"

"Sagt wer? Der, der warmes Essen lieber kalt isst?", fragt Knut und schnappt sich ein Stück Schweinebauch.

William isst auch eins. Irgendetwas passiert mit William, wenn Knut da ist. Er kann es sich selbst nicht erklären. Es ist, als wäre man sehr, sehr froh und ein bisschen traurig zugleich.

"Ich wünschte, ich könnte dich meinen Eltern zeigen."

"Wofür hältst du mich? Denkst du, ich bin ein Haustier?" Knut ist gekränkt. Das nächste Stück Schweinebauch schmeckt ihm offensichtlich nicht mehr, so verletzt ist er.

"Wenigstens an meinem Geburtstag", versucht William es noch einmal.

" Dein Geburtstag! Was ist mit meinen Geburtstagen?"

"Hast du mehr als einen?"

"Mehr! Ha! Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht Geburtstag habe." Knut schiebt eine Kartoffel durch die Petersiliensoße, als würde er einen Kalender durchsehen.

"Du hast jeden Tag Geburtstag?"

"Ja, natürlich. Oder besser: hatte ."

William weiß nicht, was er davon halten soll. Er weiß nicht, ob er es versteht. So ist es oft, wenn Knut etwas sagt, aber trotzdem hilft es. Zumindest gibt es so viel anderes, an das er dann nicht denken muss.

"Ich weiß, was du jetzt denkst", sagt Knut, den Mund voller Kartoffeln, krossem Schweinebauch und Petersiliensoße.

"Was denn?"

"Du denkst: Was soll ich ihm nur schenken? Was zum Henker soll ich ihm nur schenken? "

"Nein, ich denke eher darüber nach, jeden Tag Torte zu essen."

Es sollte ein Witz sein, aber Knut findet es nicht lustig. Er runzelt die Augenbrauen und schnappt sich noch ein Stück Schweinebauch.

"Okay, Geizhals", sagt er. "Du hast mir also keinen ferngesteuerten Hubschrauber gekauft. Dann lass uns etwas machen, das unseren Prinz Knausrig nichts kostet." Er hält etwas hoch.

Es ist Splat Zombie , ein Spiel, das William sich von seinem Cousin ausgeliehen hat - von dem Cousin mit dem Spanienurlaub und der Freundin mit Sonnenbrille und engen Jeans -, vor ein paar Jahren schon, aber er hat es noch nicht getestet. Es lag unter dem Bett versteckt.

"Ich darf das nicht spielen."

"Warum nicht?"

"Weil ich Albträume davon bekommen kann. Ich muss warten, bis ich vierzehn bin. Ich darf nicht."

Knut knabbert noch ein Stück krossen Speck. "Entweder du bist vierzehn oder du spielst mit einem Erwachsenen."

"Bist du denn erwach

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