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Welcome to Reality von Vlahos, Len (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.01.2019
  • Verlag: cbt Jugendbücher
eBook (ePUB)
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Welcome to Reality

500 Millionen Dollar für ein Leben Die 15-jährige Jackie erfährt, dass ihr Vater einen Hirntumor hat. Fast noch schockierender: Um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern, hat er die Fernsehrechte am Rest seines Lebens verkauft. Ein TV-Team hält Einzug ins Haus, alles wird gefilmt und zu einer geschmacklosen Reality-Show geschnitten. Jackie beschließt, den Wahnsinn zu stoppen und ihrem Vater ein würdevolles Ende zu ermöglichen. Der TV-Sender sitzt am längeren Hebel, doch keiner hat mit Jackies Einfallsreichtum gerechnet ... Nachdem Len Vlahos in den 80ern die Filmhochschule in New York abgebrochen hatte, spielte er zunächst in einer Punk-Pop-Band, wechselte dann in die Buchhandelsbranche und begann schließlich selbst zu schreiben. Er lebt mit seiner Frau und zwei kleinen Söhnen in Denver und ist dort Inhaber einer Buchhandlung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 14.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641184872
    Verlag: cbt Jugendbücher
    Originaltitel: Life in a Fishbowl
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Welcome to Reality

9 T 9 Std 14 Min

Hazel Huck mochte Spiele. Sie mochte sie sehr.

Sie mochte Strategiespiele (Schach und Risiko) und Glücksspiele (Kniffel und Solitaire), aber am liebsten mochte sie Rollenspiele. Egal ob es um die Offlinewelten von Dungeons & Dragons ging oder die Onlineuniversen von EverQuest, Dark Age of Camelot und World of Warcraft. Hazel liebte nichts mehr, als in die Haut von jemand anderem zu schlüpfen und sich darin zu verlieren. Eine hochgewachsene Elfenkriegerin mit 150 Trefferpunkten zu sein bedeutete, unbesiegbar zu sein. Sie verbrachte jede freie Minute damit, sich in diesen Welten aufzuhalten. Es war ihr Weg, dem Alltagstrott zu entfliehen.

Hazel fühlte sich in ihrem eigenen Leben fehl am Platz. Sie stammte aus einer vermögenden Familie in Huntsville, Alabama, und hätte sich mit ihren siebzehn Jahren eigentlich auf ihren Debütantinnenball vorbereiten sollen. Ihre Mitschülerinnen von der Florence Nightingale School for Young Women sprachen von nichts anderem mehr als von dem Ball, auf dem sie offiziell in die Gesellschaft eingeführt werden würden. Ganz im Gegensatz zu Hazel. Sie fand diese Tradition völlig überholt und ziemlich peinlich. Ihre Eltern, die beide Anwälte waren und sich auf Schifffahrtsrecht spezialisiert hatten, bedauerten die Einstellung ihrer Tochter, respektierten aber, dass sie nun mal ihren eigenen Kopf hatte.

Mit Ausnahme der Schule und der familiären Verpflichtungen - im Haushalt mithelfen, Besuche bei Tanten und Onkeln, der obligatorische sonntägliche Kirchgang - lebte Hazel in einer virtuellen Welt. Ihre engsten Freunde waren Mitglieder ihrer Warcraft-Gilde. Und was sprach dagegen? Das waren interessante Leute. Sie war ihnen zwar nie persönlich begegnet, wusste aber mehr über sie als über irgendeines der Mädchen von der Schule. Da waren zum Beispiel eine Geschäftsfrau mittleren Alters aus New York, ein Mädchen aus Bolivien, das wie sie noch auf die Highschool ging, und jemand, der behauptete, Science-Fiction-Romane zu schreiben. Allerdings verriet er (sie?) nie die Titel seiner (ihrer?) Bücher, worum es darin konkret ging oder bei welchem Verlag sie erschienen. Es spielte keine Rolle. In dieser Welt konnte man sein, wer oder was man wollte, nicht nur durch die Avatare, die man sich aussuchte, sondern auch durch die Geschichten, die man erzählte.

Bei ihrem ersten Ausflug in die Welt der Onlinespiele war Hazel noch ziemlich nervös gewesen, was ihre eigene Geschichte anging - oder genauer gesagt, ihr Gefühl, keine eigene Geschichte zu haben -, weshalb sie kurzerhand eine erfand. Sie behauptete, Englische Literatur an einer Universität "irgendwo in Europa" zu studieren. Die anderen Gamer wirkten beeindruckt, und ehe sie sich versah, gab es kein Entkommen mehr aus ihrer Lüge. Damit ihre Onlinepersona glaubhaft war, recherchierte sie ausführlich über die wichtigsten Doktorandenprogramme für Englische Literatur in Großbritannien und Frankreich und hatte immer genügend aktuelle Informationen in petto, um ihr Märchen aufrechtzuerhalten. Mit der Zeit glaubte sie schließlich selbst, dass diese Person - die sie Tess nannte - tatsächlich existierte. Es war zu spät, damit herauszurücken, dass sie noch auf der Highschool war - erst in der Neunten, als sie angefangen hatte, dieses besondere Seemannsgarn zu spinnen, mittlerweile in der Zwölften - und in Alabama lebte. Sie machte sich die erfundene Geschichte zu eigen und hielt die Lüge am Leben.

Hazel war gerade dabei, einen Heilzauber zu wirken, als eine Chat-Nachricht von einem Warcraft-Freund auf dem Bildschirm aufploppte. Die Nachricht lautete Ist das nicht voll krass? ROTFL ! und enthielt einen Link zu Jareds eBay-Anzeige.

Aber Hazel wälzte sich nicht vor Lachen auf dem Boden.

Ethan Overbee mochte seine Sekretärin Monique. Er mochte sie sehr.

Er mochte ihre Fähigkeit, es vorauszuahnen, wenn er ein Meeting verlegen wollte. Er mo

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