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Wenn du dich traust von Gembri, Kira (eBook)

  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
10,99 €
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Wenn du dich traust

Lea zählt - ihre Schritte, die Erbsen auf ihrem Teller, die Blätter des Gummibaums. Sie ist zwanghaft ordentlich und meistert ihren Alltag mit Hilfe von Listen und Zahlen. Jay dagegen lebt das Chaos, tanzt auf jeder Party und hat mit festen Beziehungen absolut nichts am Hut. Niemals würde er freiwillig mit einem Mädchen zusammenziehen, schon gar nicht mit einem, das ihn so auf die Palme bringt wie Lea. Und Lea käme nie auf die Idee, mit Jungs zusammen zwischen Pizzakartons und Schmutzwäsche zu hausen. Sonnenklar, dass es zwischen den beiden heftig kracht, als sie aus der Not heraus eine WG gründen ... Kira Gembri wurde 1990 als zweità ltestes von fà nf Kindern in Wien geboren. Dieser schà nen Stadt blieb sie auch nach dem Abschluss ihres Masterstudiums der Vergleichenden Literaturwissenschaft treu. Wenn sie nicht gerade mit ihrer kleinen Tochter auf dem Teppich herumrollt, mehr schlecht als recht Cello spielt, ihrem Kater - einem charakterlichen Doppelgà nger von Simonâ??s Cat - hinterherjagt oder in einem der Bà cher schmà kert, die sich in ihrer Wohnung stapeln, gilt ihre Leidenschaft dem Schreiben humorvoller und romantischer Geschichten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401805146
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 801 kBytes
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Wenn du dich traust

Jay

Über einen ziemlich lahmen Abend

"Du bist doch verrückt!"

Flockes Stimme wird von massiven Beats zerhackt und klingt nur undeutlich zu mir herüber. Ich lasse meinen Blick über die Menschenmenge wandern, bis er am verschwitzten Gesicht meines Kumpels hängen bleibt.

"Der ganze Laden ist voll scharfer Weiber, und du gammelst an der Bar rum?" Er macht ein paar federnde Schritte in meine Richtung und fuchtelt mit den Armen durch die Luft, was er vermutlich für geile Moves hält. Mit seinem wippenden Mini-Irokesen erinnert er mich an ein dürres Hähnchen. Schade, dass ich meine Cam nicht dabeihabe, um dieses Bild für die Ewigkeit festzuhalten. Ich verkneife mir ein Grinsen, während ich einen Schluck aus meiner Bierflasche nehme.

"Hey!" Flocke hat mich nun erreicht und rammt mir den Ellenbogen in die Seite. Ich kann gerade noch die Flasche senken, sonst hätte ich mir die Lippe aufgeschlagen.

"Schon gut, komm wieder runter", knurre ich ihn an. "Ich hab heute keinen Bock, okay? Das hier ist der erste Freitagabend ohne Auftrag seit verdammten zwei Wochen, also will ich einfach nur relaxen."

"Weißt du, wo ich am besten relaxen kann?" Flocke wackelt anzüglich mit den Augenbrauen. "Zwischen den Beinen von 'ner heißen Frau."

"Kein Wunder, dass du immer so verspannt bist."

Alex, mein anderer WG-Kumpel, ist inzwischen neben uns aufgetaucht und hat meine letzte Bemerkung gehört. Feixend legt er Flocke einen Arm um die Schultern. "Ja, Flöckchen, stehst du nicht schon kurz vor einem Burnout?"

"Nicht cool, Mann, nicht cool", protestiert Flocke in unser Gelächter hinein und verschränkt die dünnen Arme vor der Brust. Trotz seiner zwanzig Jahre wirkt er immer noch wie ein Teenager mitten in der Pubertät. Außerdem ist er chronisch untervögelt und hält diesen Umstand für ein absolutes Rätsel. "Der Tag wird kommen, an dem die Ladys endlich kapieren, was sie an mir haben. Dann seid ihr zwei so was von out!"

Wie als Antwort darauf drängeln sich im nächsten Moment ein paar Mädels in voller Schlampenmontur an Alex und mir vorbei und werfen uns eindeutige Blicke zu. Obwohl Alex mit seinen blonden Locken und dem Surferboy-Lächeln das totale Gegenteil von mir ist, ziehen wir immer denselben Typ Frau an. Darum bilden wir auch ein perfektes Team, wenn wir einen Auftrag auszuführen haben.

Der nächste Song ist von Flo Rida, und die Mädchen schmeißen allesamt kreischend die Arme hoch, als hätten sie noch nie etwas Vergleichbares gehört. Dann beginnen sie, sich körperlich zu verausgaben, immer schön darauf bedacht, in unserer Sichtweite zu bleiben. Ich stelle meine Flasche auf die Theke und drehe mich um.

"Mal kurz raus an die Luft", signalisiere ich den anderen über den Lärm hinweg. Flocke trennt sich nur ungern vom Anblick der arschwackelnden Tänzerinnen, aber trotzdem folgen mir meine beiden Mitbewohner in den Vorraum und die paar Treppenstufen zum Ausgang hinauf.

Obwohl wir erst Mai haben, ist es draußen auch nachts schon ziemlich warm. Entsprechend viele Leute stehen auf dem Bürgersteig vor dem legendären Wiener U4 herum, rauchen oder drücken sich fummelnd an die Hauswand. Wir gehen bis zur nächsten Straßenecke, wo Alex seine Zigaretten hervorkramt. Wie immer, wenn wir zusammen Party machen, gibt er mir eine ab.

"Nichts für dich dabei diesmal?", fragt er, während Flocke ein sehr beschäftigtes Pärchen in unserer Nähe anstiert wie ein Hund den Knochen. Fehlt nur noch, dass er sabbert.

Mit einem Achselzucken lehne ich mich gegen die Mauer. "Keine Ahnung. Die sehen heute alle irgendwie gleich aus. Kommt mir fast so vor, als hätte ich ein paar von denen schon gehabt."

Alex lacht auf. "Weißt du, was? Ich glaube, die Rothaarige hast du echt mal zu uns mitgebracht."

"Ah ja. Die ist übrigens gefärbt."

"Jetzt bleib mal aufm Teppich", schaltet sich Flocke unvermittelt ein. Seine Stimme ist einen Tick zu laut,

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