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When Dogs Cry von Zusak, Markus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.02.2016
  • Verlag: cbj Kinder- & Jugendbücher
eBook (ePUB)
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When Dogs Cry

Nach harten Kämpfen haben die beiden Wolfe-Brüder das Boxen hinter sich gelassen. Der gut aussehende Ruben hat eine Freundin nach der anderen, während Cameron nur davon träumt, ein Mädchen zu finden, das er lieben kann. Doch eines Tages tritt Octavia in Camerons Leben. Sie ist Rubens neuste Eroberung. Eine von vielen, aber doch ganz anders als alle Mädchen, die Cameron bisher kenngelernt hat. Und plötzlich sind die beiden Brüder wieder Rivalen ...

Der Bestsellerautor Markus Zusak hat sechs Romane geschrieben, darunter "Die Bücherdiebin" und "Der Joker". Seine von Publikum und Presse gleichermaßen gefeierten Bücher sind in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Sydney.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 29.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641195472
    Verlag: cbj Kinder- & Jugendbücher
    Größe: 1578 kBytes
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When Dogs Cry

1

Die Sache mit dem Biereis war die Idee von Rubes Freundin, nicht meine.

Das wollen wir mal klarstellen.

Nur war ich derjenige, der es ausbaden musste.

Wisst ihr, ich hatte immer geglaubt, dass ich irgendwann mal an den Punkt käme, wo ich erwachsen werden würde, aber bisher hatte ich ihn nicht erreicht. Es war immer noch alles beim Alten.

Ganz ehrlich, ich fragte mich, ob je eine Zeit käme, wo Cameron Wolfe (das bin ich) sich zusammenreißen würde. Ab und zu hatte ich schon einen Blick auf mein anderes Ich erhascht. Es war deshalb anders, weil ich in jenen Sekundenbruchteilen, in denen es aufblitzte, tatsächlich glaubte, ich könnte ein Sieger sein und aus mir könnte mal etwas werden.

Die Wahrheit allerdings war niederschmetternd.

Es war eine Wahrheit, die mir mit innerlich ätzender Brutalität klarmachte, dass ich ich war und dass mir das Gewinnen nicht in die Wiege gelegt worden war. Es musste erkämpft werden, in den Echos und den ausgetretenen Spuren meines Geistes. Es war so, als müsste ich dort nach Momenten suchen, in denen ich mit mir im Reinen war.

Ich fasste mich an.

Ein bisschen.

Okay.

Okay.

Ein bisschen viel.

(Es gibt Leute, die mir weismachen wollen, dass man so etwas nicht so unverblümt zugeben sollte, weil man damit andere Menschen vor den Kopf stoßen würde. Dazu kann ich nur sagen: Warum nicht? Warum soll man nicht die Wahrheit sagen? Alles andere macht doch verdammt noch mal keinen Sinn, oder?

Oder?)

Es war nur so, dass ich mir wünschte, eines Tages von einem Mädchen angefasst zu werden. Ich wollte, dass sie in mir nicht den schmutzigen, zerlumpten, halb grinsenden, halb schmollenden Underdog sah, der versuchte, Eindruck auf sie zu machen.

Ihre Finger.

In meiner Vorstellung waren sie immer sanft, fielen von meiner Brust weich herab auf meinen Bauch. Ihre Nägel auf meinen Beinen, nicht zu fest, ließen meine Haut erbeben. Das alles stellte ich mir vor, die ganze Zeit. Trotzdem wollte ich nicht glauben, dass es nur eine Sache von Lust und Sex war. Denn in meinen Tagträumen kamen die Hände des Mädchens immer über meinem Herzen zur Ruhe. Jedes Mal. Ich sagte mir, dass das die Stelle war, wo ich ihre Berührung am meisten spüren wollte.

Natürlich war da auch Sex.

Nacktheit.

Enge. Härte. Rein und raus in meinen Gedanken.

Aber wenn es vorbei war, sehnte ich mich nach ihrer flüsternden Stimme und einem menschlichen Körper, der sich in meine Arme kuschelte. Allerdings bekam ich nicht einmal ein kleines Stück Wirklichkeit davon zu schmecken. Ich schwelgte in Visionen, ergötzte mich an meinen Gedanken, immer mit dem Gefühl, dass mich nichts glücklicher machen würde, als in einer Frau zu ertrinken. Gott, wie sehr ich mir das wünschte.

Ich wollte in einer Frau ertrinken, wollte die Liebe, die ich ihr geben konnte, spüren und schmecken. Ich wollte, dass ihr Puls mich mit seiner Heftigkeit zerquetschte. Das war es, was ich wollte. So wollte ich sein.

Aber.

Ich war es nicht.

Ich bekam nur hin und wieder einen Mundvoll verstohlener Blicke und meine eigene enttäuschte Hoffnung. Und meine Visionen.

Das Biereis.

Na klar.

Ich wusste, da war noch was.

Gemessen an der Tatsache, dass wir Winter hatten, war es ein schöner Tag gewesen, obwohl der Wind noch frisch war. Die Sonne schien warm und irgendwie pulsierend.

Wir saßen im Garten und hörten uns die sonntägliche Footballübertragung im Radio an. Ich gebe offen zu, dass ich mehr an den Beinen, Hüften, dem Gesicht und den Brüsten der neuen Freundin meines Bruders interessiert war.

Besagter Bruder ist Rube (Ruben Wolfe), und in dem Winter, von dem hier die Rede ist, schleppte er alle paar Wochen ein neues Mädchen an. Manchmal konnte ich sie hören, wenn sie es in unserem Zimmer trieben - ein Ausruf, ein Schrei, ein Stöhnen oder sogar ein er

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